TV Hardheim - Rebecca Schneider durchläuft gerade ihr „Freiwilliges Soziales Jahr im Sport“ bei der Handballabteilung / „Ich werde auf eine ganz tolle Weise eingebunden“ „Ideale Vorbereitung auf das Berufsleben“

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Adrian Brosch
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Trotz Corona-bedingten Abweichungen vom Regelbetrieb empfindet die 18-jährige Rebecca Schneider große Freude an ihrem „FSJ im Sport“. Das Bild zeigt sie mit Norbert Fürst am Eingang der Sporthalle © Adrian Brosch

Hardheim. „Was mache ich nach der Schule?“: Eine Frage, die sich mancher junge Mensch stellt. Zu denen, die eine Antwort fanden, zählt die 18-jährige Rebecca Schneider aus Rüdental. Nachdem sie ihr Abitur gemacht hatte, startete sie zum 1. September ihr „Freiwilliges Soziales Jahr im Sport“ bei der Handballabteilung des TV Hardheim.

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Als langjährig aktives Mitglied der großen „Handballerfamilie“ – bereits als Fünfjährige wurde sie über ihre handballbegeisterten Eltern Carmen und Roland auf den Sport aufmerksam und legte seither eine eindrucksvolle TVH-Karriere hin, die von den „Minis“ bis zur A-Jugend reicht, die sie nach wie vor verstärkt – hatte sie einen klaren Gedanken gefasst: „Nach dem Abitur wollte ich definitiv etwas im Verein tun und dazu persönliche Erfahrungen sammeln“, erklärt sie.

Infektionsschutz ein Thema

So lag es nahe, dass sie pünktlich zum „meteorologischen Herbstanfang“ ihr FSJ begann, dessen 38,5 Wochenstunden sich normalerweise in der Sporthalle des Walter-Hohmann-Schulzentrums abspielen. Hier ist das kleine Wörtchen „normalerweise“ als Anspielung auf die Corona-Pandemie zu verstehen: Anders als bei ihren Vorgängerinnen und Vorgänger zählen Gemeindekindergarten („Kindervilla Kunterbunt“) und Hort nicht zu ihrem Tätigkeitsbereich.

„Die klaren Anweisungen des baden-württembergischen Innenministeriums zwecks Infektionsschutz sind unbedingt zu befolgen“, räumt Rebecca Schneider ein.

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So wohnt sie an den Vormittagen – sofern denn Präsenzunterricht stattfindet – ersatzweise den Sportstunden der Erst- und Zweitklässler sowie der Klassenstufen 5 bis 9 bei. Hier erarbeitete sie mit den Kindern und Jugendlichen beispielsweise die Grundlagen des Handballsports, was auf großes Interesse gestoßen war, und leitete teilweise schon komplette Unterrichtsstunden.

„Ich werde auf eine ganz tolle Weise eingebunden und lerne dadurch die andere Seite des Schulalltags kennen“, resümiert sie und spricht von einem „echten Kompetenzgewinn“, durch den man auch die eigenen Stärken und Schwächen besser kennen und einschätzen lerne.

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Die Nachmittage verbrachte sie bis Anfang November im zweimal pro Woche stattfindenden Training der E-Jugend, wo sie von Noah Schneider und Helena Weihbrecht unterstützt wurde.

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Der Lockdown erforderte ein Umdenken, was Rebecca Schneider bedauert: „Es hat allen Spaß gemacht, und Trainingsvideos etwa per WhatsApp sind speziell für bewegungsfreudige Kinder und im Hinblick auf eine Mannschaftssportart nicht das Optimum“, berichtet die 18-Jährige.

Bis zum lockdown-bedingten Trainingsverbot unterstützte sie gleichermaßen das Training der von Michael Schlegel betreuten männlichen C-Jugend sowie der weiblichen C- und B-Jugend, die von Sabine Orciari trainiert wird.

Darüber hinaus gehören Hilfestellungen bei den Heimspieltagen an Wochenenden sowie das Aktualisieren der Jugendhomepage zu ihrem Alltag.

Dessen zeitliche Spanne variiert übrigens: „Mancher Tag beginnt um 7.45 Uhr mit dem Schulunterricht, wobei es immer auf die konkrete Tätigkeit ankommt – manche Trainingseinheiten finden auch in den Abendstunden statt, was den Feierabend verschiebt“, betont Rebecca Schneider.

Im Krankenhaus aktiv

Um die Wochenstunden und die Beschäftigung zu gewährleisten, suchte sie zudem gemeinsam mit FSJ-Betreuer Norbert Fürst nach einem weiteren Betätigungsfeld, die im Hardheimer Krankenhaus gefunden wurde. „Das jedoch musste aus versicherungstechnischen Gründen mit der baden-württembergischen Sportjugend abgesprochen werden“, lässt Fürst wissen.

Ferner sieht ihr „Pensum“ Inhalte vor, die sich nicht im Erftal abspielen. Dann absolviert Rebecca Schneider ihre 25 Bildungstage, von denen 15 bei der baden-württembergischen Sportjugend und zehn beim Badischen Handballverband abzuleisten sind: Ein zentraler Hintergrund des FSJ besteht darin, die sportspezifische C-Trainerlizenz zu erlangen, was über die Sportschule Schöneck ermöglicht wird.

Die Bildungstage erlebt sie als spannende Abwechslung: „Hier erfährt man Wissenswertes zum Aufbau des menschlichen Körpers und Prinzipien eines pädagogisch wertvollen Trainings.“

Den allgemeinen Übungsleiterschein („Trainerschein für Breitensport“) absolvierte sie bereits, während ihrer am Burghardt-Gymnasium Buchen verbrachten Schulzeit, als Vertreter der Sportschule Schöneck das BGB besucht hatten.

„Ideale Vorbereitung“

Trotz Corona-bedingten Abweichungen vom Regelbetrieb – Stichwort „normalerweise“ – empfindet die 18-Jährige große Freude an ihrem FSJ im Sport.

So bezeichnet sie es nicht nur als „ideale Vorbereitung auf das Berufsleben“, sondern auch als „stimmiges Gesamtpaket“ auch dank der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, deren sportliche und charakterliche Lernfortschritte hautnah miterlebt werden können.

„Man tut etwas für die Gesellschaft und bekommt viel zurück“, bilanziert sie und lässt wissen, dass insbesondere den Grundschülern der Sport als Ausgleich zum in Klassenzimmern abgehaltenen Frontalunterricht einen idealen Ausgleich schenke.

Auch der Verantwortliche für das seit 2008 angebotene Bildungs- und Orientierungsjahr im Sport beim TV Hardheim, Norbert Fürst, zieht eine positive Bilanz über das Wirken Rebecca Schneiders und auch das Freiwillige Soziale Jahr im Allgemeinen: „Man bemerkt im Jahresverlauf, aber besonders zum Ende hin stets die menschliche Weiterentwicklung unserer FSJ’ler und ein selbstbewussteres Auftreten“, schildert er.

„Besonderes Lob geht an unsere Sponsoren“ so Fürst. „Ohne die wäre es nicht möglich, dieses FSJ im Sport unseren Jugendlichen anzubieten.“ Stellvertretend nennt er hier die Gemeinde Hardheim.

„Die Finanzierung dieser Stellen ist alles andere als einfach“, gibt Norbert Fürst abschließend zu bedenken.