In Höpfingen - Im nächsten Jahr seit langem wieder zwei erste Klassen / Neues Leitbild / Die FN sprachen mit Schulleiterin Susanne Lindlau-Hecht Grundschule von Veränderungen geprägt

Von
Johanna Ott
Lesedauer:

Der neue Name ist nicht das Einzige, was sich an der Höpfinger Schule seit dem Wegfall der Hauptschule und der Werkrealschule verändert hat. Die FN sprachen mit der Schulleiterin Susanne Lindlau-Hecht über die Neuerungen unter ihrer Regie.

© Johanna Ott

Höpfingen. Schon vor einigen Jahren war klar, dass die Hauptschule in Höpfingen ein Auslaufmodell ist. Als die Nachfrage sank, wurden schließlich keine neuen fünften Klassen mehr gebildet. Im vorausgegangen Schuljahr machten die letzten Hauptschüler ihren Abschluss.

AdUnit urban-intext1

Statt bis zu 170 Schülern zwischen sechs und 15 werden jetzt nur noch 85 Grundschulkinder unterrichtet. "Das ist eine große Veränderung und ein komplett anderes Arbeiten", so Rektorin Susanne Lindlau-Hecht, "Wir sind jetzt Grundschule."

Unter diesem Leitspruch fand auch der Elternabend statt, bei dem über die Neuerungen informiert wurde. Alles müsse angepasst werden. So ist zum Beispiel ein neues Leitbild unter dem Motto "Jeder darf so sein, wie er ist und das ist gut so" entstanden. Auch die Schulordnung wurde überarbeitet. Dabei steht die Rücksicht auf Menschen und die Dinge anderer im Mittelpunkt.

"Wir wollen die wichtigen Dinge verbessert weiterführen". So musste man auch bei den Projekten umdenken. Der jährliche Stationslauf wurde bisher von Hauptschülern vorbereitet und begleitet. In diesem Jahr verkürzte man die Strecke und ging sie mit den Viertklässlern ab. Mit einer Karte im Gepäck durften sie dann die altersgemischten Gruppen von Station zu Station bringen, wo gespielt oder geknobelt wurde.

AdUnit urban-intext2

"Es war eine tolle Aktion und hat gut geklappt. Aber es muss auch noch einiges modifiziert werden", so Lindlau-Hecht.

Ein ebenso großer Erfolg waren die Projekttage zum Thema "Bücher, Bücher, Bücher". In zwei Tagen erarbeiteten sich die Kinder Projekte zu Literatur ihrer Wahl. Zum Schluss wurden die Arbeiten dann vorgestellt. "Es war großartig. Normalerweise gibt es immer Geflüster, aber diesmal haben alle gefesselt zugehört", freut sich die Schulleiterin. Die Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz, die schon seit über 25 Jahren besteht, musste auch verändert werden.

AdUnit urban-intext3

Früher absolvierten die Neuntklässler einen Erste-Hilfe-Kurs, wie er für den Führerschein nötig ist. Am 13. Mai findet nun die erste überarbeitete Aktion statt. An einem Helfertag besuchen die Drittklässler zu verschiedenen Themen Workshops in der Schule. Die vierte Klasse hingegen lernt in der DRK-Scheune begleitend zur Fahrradausbildung, wozu Helme gut sind und was bei einem Fahrradunfall alles passieren kann.

AdUnit urban-intext4

Weitere Aktionen wie das "Theater Nimmerland" oder die Oper "Aida und der Zaubertrank" begeisterten die Kinder.

Bewegung ein Schwerpunkt

Neu ist auch das Zertifikat für den bewegungserzieherischen Schwerpunkt, der von der Schule bereits seit einigen Jahren gesetzt wird. Dabei macht Jonas Fahrenkopf, der Bundesfreiwilligendienstler des TSV, vermehrt mit den Kindern Sport. Dazu gibt es mehr längere Pausen, in denen sich die Kinder auf dem Pausenhof austoben können.

Großes Glück habe man auch mit dem Lehrer Reiner Paul, der für alle vier Klassen als Sportlehrer fungiert, so die Rektorin. Dank des nahe gelegenen Schwimmbads könne eine Schwimmstunde pro Woche stattfinden.

Durch die Abwesenheit der älteren Schüler werden die Fachräume nun von den Kleinen benutzt. So wird in der dritten Klasse ein "Ernährungsführerschein" absolviert. Im Rahmen des Schulobstprogramms schnippeln die Dritt- und Viertklässler Äpfel, die dann in den Klassen bereitgestellt werden. "Das Angebot wird gerne genutzt. Die Schüsseln kommen immer leer zurück", schwärmt Lindlau-Hecht.

Die leeren Räume werden auch von der Volkhochschule und von Ehrenamtlichen für Deutschkurse genutzt.

Im folgenden Jahr folgen noch mehr Veränderungen. Der ausgebildete Therapiehund Zorro soll vermehrt eingesetzt werden. Im letzten Jahr absolvierte Susanne Lindlau-Hecht mit ihm die Ausbildung. Bei Ausflügen sei er immer dabei und nächstes Jahr komme er dann auch mit in den Unterricht. "Für die Kinder ist es eine tolle Erfahrung", meint sie. Zudem gebe es im nächsten Jahr zum ersten Mal seit langem wieder zwei erste Klassen. "Die Grundschule in Höpfingen steht überhaupt nicht in Frage