Forstbetriebsgemeinschaft Schweinberg/Rüdental

Große Nachfrage nach Buchen- und Eichenstammholz

Waldbegehung mit den Revierleitern Pogorzelski und Sauer

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ad
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Schweinberg. Unter der Führung der Revierleiter Florian Pogorzelski und Martin Sauer richtete die Forstbetriebsgemeinschaft Schweinberg/Rüdental eine Waldbegehung in den Schweinberger Gewannen „Scherenacker und Zollstock“ mit 18 Teilnehmern aus.

Pogorzelski ging anhand einer Karte auf die Bodenarten und den Wasserhaushalt des Bodens ein – ebenso wie auf die Baumarten, welche auf diesen Flächen geeignet sind. So fand man am ersten Standort einen durch Zaun geschützten, 2014 mit fünf verschiedenen Baumarten wie der Rot-Eiche, der Edelkastanie und dem Spitz-Ahorn gepflanzten Bestand.

Die Hybridnuss- Pflanzen kamen auf dieser Fläche nicht zurecht und fielen den Spätfrösten zum Opfer. Dagegen etablierte sich noch eine artenreiche Naturverjüngung in der etwa Elsbeere, Speierling, Buche und Kirsche vorzufinden waren. Die gewünschte Risikostreuung ist in diesem vielfältigen Bestand gegeben. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Jungbestandspflege eingegangen, um diese Vielfältigkeit zu erhalten. Im angrenzenden, rund 25-jährigen Mischbestand herrschen Eichen, Douglasien, Buchen, Ahorn und Kirschen vor. Dort wurde die Auswahl sogenannter Zukunftsbäume („Z-Baum“) ausführlich diskutiert sowie die Ausästung der Douglasie angesprochen. Danach ging es in einen Bestand unterschiedlichen Alters; in diesem wurden nach starker Durchforstung vor 15 Jahren Douglasien, Eichen und Lärchen in die Bestandslücken gepflanzt.

Naturverjüngung

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Des weiteren kam durch eine Einzäunung noch eine vielfältige Naturverjüngung hervor. Hier sprach man über eine anstehende Durchforstung unter den verbliebenen älteren Bäumen, um der nachwachsenden Kultur den nötigen Raum zu ermöglichen. Anschließend ging es in einen Mischwald mittleren Alters. Hier wurde eine Teilfläche eingezäunt, um in den größeren Lichtungen eine Naturverjüngung sowie ein Heranwachsen des Unterholzes zu ermöglichen. Beim Vergleich mit der nicht eingezäunten und vom Wild nahezu abgefressenen Teilfläche verdeutlichte Schaubild das Ausmaß möglicher Aufwuchs-Schaden im Wald und der Natur ein zu hoher Wildbestand anrichten kann. Hier wurde klar: Ohne großflächige Einzäunung wird man bei einem nicht angepassten Wildbestand keinen artenreichen und zukunftsträchtigen Wald heranziehen können.

Vorsitzender Gerhard Bundschuh informierte anschließend in der „Bauernstube Mohr“ über die Rahmenbedingungen der geplanten forstlichen Förderung und des Vertragsnaturschutzes. Dabei wurde auch über die Umsetzung in den Betrieben und einer eventuell möglichen Antragsbündelung über die Forstbetriebsgemeinschaft diskutiert. Angesprochen wurden auch die anstehenden Änderungen im Bundeswaldgesetz, in das auch EU- Richtlinien mit einfließen sollen. Aus der vor kurzem durch die Untere Forstbehörde des Neckar-Odenwald-Kreise, der Forstkammer Baden Württemberg sowie der Forstlichen Vereinigung Odenwald Bauland durchgeführten Informationsveranstaltung berichtete Friedbert Stolz über die behandelten Themen zur Vegetationslage in 2022 und der Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels sowie der zunehmenden Ansprüche und Belange aus der Bevölkerung an den Wald. Weiter ging Stolz kritisch auf die Forderung des Umweltbundesamtes ein, das auf ein Verbot von Holzfeueranlagen in naher Zukunft hinarbeitet.

Steigendes Schadholzaufkommen

Die Revierleiter Pogorzelski und Sauer berichteten von einer großen Nachfrage nach Buchen- und Eichenstammholz sowie an Fichten-Frischholz: Wegen steigenden Aufkommens an Schadholz in diesem Jahr und schwächelnder Nachfrage an Paletten-Holz sind bei diesen Holzsortimenten Preisrückgänge zu erwarten. Bemerkbar macht sich auch der sinkende Absatz an Bauholz. Die Aussichten seien zur Zeit schwer kalkulierbar.

Abschließend informierten die Revierleiter über die Kulturförderung mit einem Mindestanteil von 40 Prozent Laubhölzern sowie den nachfolgenden Pflegemaßnahmen. ad