Verabschiedung von Pfarrer Andreas Rapp - FN-Interview mit dem Geistlichen / Er wird in seine Heimatgemeinde Ersingen ziehen „Gott hat uns untereinander verbunden“

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i.E.
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Hardheim. Offiziell verabschiedet wird Pfarrer Rapp am Sonntag, 19. Januar, in Hardheim. Der Zeitplan sieht zunächst um 9.30 Uhr einen Gottesdienst in der Hardheimer Pfarrkirche vor. Der Gesangverein und der Musikverein Höpfingen werden Teile der Schubertmesse vortragen.

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Den Gottesdienst werden außerdem die Kirchenchöre Hardheim, Höpfingen und Erfeld sowie die Gruppe „Noventus“ und „Rückenwind“ mitgestalten. Sprecher der Fürbitten, Lektoren und Kommunionhelfer kommen aus allen Gemeinden. Etwa 70 Ministranten sind angekündigt.

Einladungen gibt es zu den einzelnen Veranstaltungen der Abschiedsfeier keine. Alle, die sich Pfarrer Rapp verbunden fühlen und Abschied nehmen wollen, sind zum Gottesdienst und dem anschließenden Empfang im Pfarrheim willkommen.

Manfred Weihbrecht als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und Bürgermeister Volker Rohm halten ihre Ansprachen in der Kirche. Josef Keller wird beim anschließenden Empfang im Pfarrheim ein Grußwort sprechen. Anlässlich seiner Verabschiedung stellten die Fränkischen Nachrichten Pfarrer Rapp drei Fragen:

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Herr Pfarrer Rapp. In Hardheim waren Sie ja nur relativ kurze Zeit, nimmt man Ihr gesamtes priesterliches Wirken als Maßstab. Gibt es dennoch etwas, was in Hardheim anders war als anderswo, das Ihnen besonders gefallen hat oder auch nicht?

Pfarrer Andreas Rapp: Anders als in den vorigen Stellen ist, dass die Kirchengemeinde Hardheim viel größer war. Hatte ich in Mudau und Lauda drei Pfarreien zu betreuen, so sind es im Erftal sieben mit insgesamt zwölf Kirchen. In den früheren Gemeinden konnte ich so zum Beispiel in allen Pfarreien ein Gottesdienst feiern, wodurch eine Bindung wuchs. Das war hier natürlich nicht mehr möglich. Ich hatte in allen Gemeinden sehr schöne Erlebnisse, habe freundliche Menschen und aktive Mitarbeiter erlebt, aber die Arbeit war natürlich dennoch zerrissener. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren die Verwaltung immer komplizierter und belastender wurde für die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter und für mich selbst. Ich finde, das ist krank und macht krank.

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Was wird Ihnen von Hardheim in besonderer Erinnerung bleiben?

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Rapp: Ein ganz besonderes Erlebnis war für mich die „24 Stunden für den Herrn“, zu dem Papst Franziskus im Jahr der Barmherzigkeit im Jahre 2016 eingeladen hat. Er hat dabei zu einem 24-stündigen Gebet eingeladen.

Ich habe dies im Pfarrgemeinderat vorgestellt und vorgeschlagen, sich mit einer Gebetszeit von vier Stunden einzuschalten, doch der Pfarrgemeinderat meinte, 24 Stunden sind 24 Stunden. Und es gelang in der Tat, in den verschiedenen Teilgemeinden diese Gebetskette durchzuführen. Bei der Reflexion war eine große Freude zu spüren, dass Gott uns in dieser Zeit auch untereinander verbunden hat.

Von diesem Miteinander war auch die Arbeit im Pfarrgemeinderat geprägt. Auch wenn natürlich die einzelnen das Leben vor Ort im Blick hatten, haben wir mit und füreinander gedacht. Die Einheit, die wir da spüren dürfen, ist wirklich ein Geschenk.

Beeindruckend waren für mich ebenso die Gottesdienste, die wir um die Fusion herum miteinander gefeiert haben, und wie wir uns miteinander auf den Weg gemacht haben.

Viel Freude hat mir die Renovation der Kirche in Dornberg gemacht. Es war eine Freude miterleben zu dürfen, mit welchem Engagement die Leute vor Ort Hand angelegt haben. Die Höhendörfer zeigten, das ist unsere Kirche. Es wäre noch vieles zu nennen, denn es ist erstaunlich, wie viele Menschen sich aktiv ins Gemeindeleben einbringen.

Sie werden nach Kämpfelbach-Ersingen ziehen. Wo ist das, warum ausgerechnet dorthin? Was werden Sie dort machen, in der Seelsorge aushelfen?

Rapp: Kämpfelbach – Ersingen ist meine Heimatgemeinde. Ich wurde dort geboren und bin zur Grundschule gegangen, zwei Schwestern wohnen dort, meine drei anderen Geschwister in der Nähe. Das hat mich bewogen, zu den Wurzeln zurückzukehren.

Meinem Heimatpfarrer habe ich angeboten mitzuhelfen, wie sich das konkret gestaltet, muss sich noch zeigen. Kontakt werde ich auch zum Schachverein suchen, für den ich früher gespielt habe. Auch möchte ich die alte Heimat neu erkunden.

Mein Leben wird sich natürlich ändern, ich bin gespannt, was es alles mit sich bringt. Als ich hierher gekommen bin, wurde mir das Lied gesungen: „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist“. Mit dieser Einstellung möchte ich auch die neue Wegstrecke angehen. i.E.