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Auf Initiative von VHS und Verein „Dienst am Nächsten“

„Geistig gesund alt werden“ lautete das Thema

Dr. Martin Lauer referierte im Pfarrsaal zu „Prävention von Demenz und neue Therapiemöglichkeiten“

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ad
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Hardheim. „Geistig gesund alt werden – Prävention von Demenz und neue Therapiemöglichkeiten“: Dem aktuellen Thema entsprechend gut besucht war der Vortrag von PD Dr. Martin Lauer. Der an der Würzburger Universitätsklinik tätige Neurologe und Psychiater mit Spezialgebieten Demenz und Gedächtnisstörungen, ein gebürtiger Hardheimer, war auf Einladung der Volkshochschule und des Vereins „Dienst am Nächsten“ ins Pfarrheim gekommen.

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Im Namen des Vereins und des VHS-Leiters Elmar Zegewitz begrüßte Bernhard Berberich die mehr als 60 Zuhörer: Es handele sich um die zweite Vortragsveranstaltung des Vereins im Rahmen der „Woche für das Leben“, deren Jahresthema „Mittendrin. Leben mit Demenz“ lautet. Nicht unerwähnt ließ Berberich, dass Dr. Lauer in der „Stern“-Sonderausgabe „Gute Ärzte für mich“ genannt wurde.

Zu Beginn seines Vortrags informierte er über die Definition von Demenz: Sie führe zu Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens“, indem sie Lang- und Kurzzeitgedächtnis einschließlich des Urteilsvermögens sowie das Erkennen von Gesichtern, Fertigkeiten betrifft. Auch innerer Antrieb und Sozialverhalten können gestört sein: „Unter Verlust von Fähigkeiten versteht man das anhaltende Nachlassen des Interesses an Hobbys und Sozialkontakten, Mobilität (Verkehrsmittel), an finanziellen Angelegenheiten, am Einkaufen, an der Bekleidung und etwa auch an der Medikamenteneinnahme. Auch Bedürfnisse wie Waschen, Ankleiden, Essen und Toilettenbenutzung können in den Hintergrund treten: „Der Demente bemerkt es nicht mehr, wenn er dement wird“, so Dr. Lauer. Das Erkennen der Krankheit gehe oft mit langanhaltenden Depressionen und kognitiver Beeinträchtigung einher – allerdings kommen viele „deutlich zu spät für eine Diagnose“. Ein guter Ansprechpartner sei vor allem in der „Frühphase“ stets der Hausarzt; bei gehäuften Symptomen könne auch die „Gedächtnis-Ambulanz“ der Uniklinik zu Rate gezogen werden. Zudem seien Medikamente bekannt, die die Demenz für bis zu ein Jahr aufhalten können.

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Von
Adrian Brosch
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Anhand zahlreicher Grafiken zeigte er auf, dass vor allem das Alter ein starker Risikofaktor sei: „Da Frauen im Schnitt länger leben, haben sie ein größeres Demenzrisiko als Männer“, bemerkte Dr. Lauer. Auf der anderen Seite stehen „Menschen, die bis ins hohe Alter beste geistige Fitness bewahren“. Auch ungesunde Ernährung, der man mit viel Gemüse, Bohnen und Hülsenfrüchten begegnen könne, Feinstaub, Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum oder Diabetes sowie altersbedingter Hörverlust können zu geistigem Abbau und Demenz führen. „Wer frühzeitig Hörhilfen einsetzt, hilft sich selbst“, betonte der Experte und gewährte „Hilfe zur Selbsthilfe“ – jeder könne sein Demenzrisko senken, indem er Bewegung, Entspannung und nicht übertriebenen Genuss, gesunden Schlaf mit mindestens sechs Stunden, das Ausüben seiner Hobbys und Stressvermeidung in den Vordergrund rückt. „Wenn Nervenzellen verloren gehen, gehen auch Fähigkeiten verloren“, gab er zu bedenken. Man solle aber mit Augenmaß vorgehen: „Wenn ich bei 150 Prozent Fähigkeiten zum Beispiel 50 Prozent davon verliere, ist es immer noch akzeptabel.“

Dem Vortrag schloss sich eine Fragerunde an, wo der Referent kompetent und eindrücklich viele Fragen zu Demenz und ähnlichen Themen beantwortete. Bernhard Berberich bedankte sich und brachte zum Ausdruck, dass der Kontakt zu Dr. Lauer gerne gehalten wird und weitere Vorträge zu gegebener Zeit geplant sind. Abschließend verwies Dr. Lauer auf die 8. Würzburger Demenz-Tage, die unter dem Thema „Update-Demenz“ am 24. September von 9 bis 13.15 Uhr auch Online stattfinden. ad

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