IG "Mühlenradweg Erftal" - Lückenschluss im Radweg zwischen Erfeld und Gerichtstetten lässt auf sich warten Gefahrenquelle für Linksabbieger

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Adrian Brosch
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Die Lücke im Radweg zwischen Erfeld und Gerichtstetten sorgt immer wieder für Gefahrenmomente, weil Radfahrer auf die L 514 ausweichen müssen.

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Für viele Radfahrer ist die Lücke im Radweg zwischen Erfeld und Gerichtstetten ein Ärgernis. Immer wieder kommt es für Linksabbieger zu gefährlichen Situationen.

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Gerichtstetten. Der Schock sitzt noch tief: "Hätten wir uns nicht zweimal umgesehen, wären wir schwer verletzt oder gar tot", sagt Heinz Albrecht. Gemeinsam mit Gattin Erika sowie den Radlerfreunden Erika Leuchs, Paul Rechnitzer und Irmgard Reisenauer wollte der Hardheimer vor kurzer Zeit zwischen Erfeld und Gerichtstetten von der Landesstraße 514 zur Gerichtstetter Mühle abbiegen und bekam auf heftige Weise das Fehlen des letzten Teilstücks des Erftal-Radwegs vor Augen geführt: Von Erfeld kommend raste ein Wagen heran und hätte die Freizeit-Radler erfasst, wären sie nach links abgebogen.

Diese Begebenheit ist kein Einzelfall. Ganz im Gegenteil, kam es an jener Stelle bereits mehrfach zu prekären Situationen, weswegen sich Vertreter der IG "Mühlenradweg Erftal" sowie die Ortsvorsteher Thomas Leithold (Erfeld) und Wolfgang Walzenbach (Gerichtstetten) am Donnerstag zur Besprechung am Ort des Geschehens trafen: "Dass die Fahrradfahrer nach links abbiegen müssen und bisweilen von Autofahrern übersehen werden, führte unter anderem 2008 zu einem schweren Unfall, bei dem ein Fahrradfahrer Verletzungen davontrug", erklärt Manfred Böhrer.

Keine zeitliche Verpflichtung

Bereits vier Jahre vor diesem Unglück sicherte das Straßenbauamt Buchen schriftlich zu, den Radweg zu erstellen, "aber ohne zeitliche Verpflichtung", wie Böhrer mit Blick auf das Schreiben feststellt. Eine konkrete Planung würde dabei helfen, das derzeit in der Prioritätsstufe II des Regierungspräsidiums wartende Vorhaben in die Radwegförderung zu befördern und somit zumindest mittelfristige Chancen auf den Bau des letzten Teilstücks zu haben. Allerdings lief auch hier nicht alles im gewünschten Sinn. "Es gab bereits Planungen, nach denen der Radweg direkt an der Erfa vorbeigeführt hätte", erklärt Böhrer. 2013 ordnete die Wasserwirtschaftsbehörde aus Sicherheitsgründen jedoch einen größeren Abstand zum Gewässer an. "Man musste neue Grundstücke kaufen, um die Trasse legen zu können", sagt Thomas Leithold.

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Manfred Böhrer verweist auf das Engagement des Landtagsabgeordneten Georg Nelius (SPD), der sich nach der 800-Jahr-Feier Gerichtstettens auf Bitten der IG "Mühlenradweg Erftal" an das Verkehrsministerium wandte. "Letzten Endes wurde uns auch von dieser Stelle bestätigt, dass erst konkrete Planungen einen Fortschritt bedeuten können", blickt Böhrer zurück. So würde die Prioritätsstufe II jedoch kaum Möglichkeiten bieten: "Die erste Stufe mit einhergehenden Baurecht für den Weg bekommen wir aber erst, wenn wir in Eigenregie planen."

Den Aktiven der IG "Mühlenradweg Erftal" geht es vor allem um die Sicherheit, wie Manfred Böhrer betont: "Die Strecke hat mit durchschnittlich 2700 Autos pro Tag zwar eine eher geringe Verkehrsdichte, wird jedoch mangels des durchgehenden Radwegs von zahlreichen Radlern frequentiert - die wiederum sinnloser Gefahr durch zu schnelle Autofahrer ausgesetzt sind."

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Es gehe dabei weniger um eine möglichst rasche Lösung, sondern darum, "dass in absehbarer Zeit etwas in Sicht ist." Nicht zuletzt hat er die touristische Aufwertung im Sinn, die das geschlossene Teilstück bedeute: "Bei einem durchgehenden Erftal-Radweg könnte man bis zum Quellort Buch fahren", so Böhrer. Der von Gerichtstetten nach Buch führende Weg sei derzeit noch nicht ausgeschildert, wobei man Kontakte zur dortigen Verwaltung geknüpft habe: "Die Beschilderung ist nur eine Frage der Zeit", zeigt er sich optimistisch.

Notwendigkeit erkannt

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Auch Thomas Leithold und Wolfgang Walzenbach haben aus Sicht der Ortsteile Erfeld und Gerichtstetten längst die Notwendigkeit eines Lückenschlusses erkannt: "Wir werden immer wieder von jungen Familien angesprochen, wann denn der Radweg eigentlich kommt", betonen die Ortsvorsteher. So sei es im Sinne der Sicherheit aller "mehr als wünschenswert, könnte man eine Planung realisieren und somit die oberste Prioritätsstufe erreichen."