Fastnacht 2021 – daheim und im Netz (5) - Am Fastnachtsdienstag endet die Fastnacht, und es beginnt die „Bauernfastnacht“ / Vom alten Brauch der Fastnachtsverbrennung „Fastnachtsfeuer“ vor den Bildschirmen bestaunen

Von 
Torsten Englert
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„Fastnachtsfeuer“ im Odenwald. © Torsten Englert

Hardheim/Götzingen. Wenn auch in abgespeckter Form und überwiegend online hat am 11. November die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ begonnen.

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Der Fastnachtsbeginn am „Elften im Elften“ ist jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt, denn früher begann sie erst am „Dreikönigstag“. Die eigentliche Fastnachtszeit beziehungsweise deren Höhepunkt erlebt sie vom „Schmotzigen Donnerstag“ bis Fastnachtsdienstag.

Die Höhepunkte früher waren der „schmotzige Donnerstag“, der Fastnachtssonntag und der Fastnachtsdienstag. Erst seit 1823 hat sich der Rosenmontag als weiterer Höhepunkt durchgesetzt.

In der Synode von Benevent (1091) wurde die Fastenzeit neu geordnet und um eine Woche nach vorne verschoben. In Basel, Teilen des Marktgräflerlandes und in Baden-Baden wollte man diese Neuordnung nicht akzeptieren und hielt an der „alten Fastnachtstradition“ der sogenannten „Bauernfastnacht“ weiter fest, die mit dem Ende der „neuen Fastnacht“, der sogenannten „Herrenfastnacht“, beginnt.

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Im protestantisch geprägten Basel sah man die alte Fastnacht als eine „Demonstration“ gegen die katholische Fastenzeit. Auch der Spruch „… kommt hinterher wie die alte Fastnacht“ geht auf die Neuordnung der Fastenzeit zurück.

Die Fastnacht ist der letzte Tag der Fastnachtszeit, der Tag vor Aschermittwoch, Vorabend der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern (vom Mittelhochdeutschen „vastnaht“ = Vorabend vor dem Fasten). Sie ist ein alter Brauch, der seinen Ursprung bei den heidnischen, zum Teil keltischen Festen, wie beispielsweise der Winteraustreibung, hat. Ein schöner Fastnachtsbrauch sind die Fastnachtsfeuer im hohen Odenwald.

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Walter Bechtold aus Hardheim, der aus Götzingen stammt und vielen im Umkreis als langjähriger Hausmeister und Wirt des Pfarrheims in Hardheim bekannt ist, hat hierfür sein Fotoarchiv geöffnet und ein Foto von der Fastnachtsverbrennung 1959 in der damals selbstständigen Gemeinde Götzingen zur Verfügung gestellt.

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Corona-bedingt wird auch dieser Brauch nicht mit vielen die Fastnacht beweinenden Besuchern stattfinden können. Lediglich bei Live-Streams kann die Fastnacht vor den Bildschirmen „heulend und weinend“ begangen werden.