Besuch bei den Schnapsbrennern - Minister Peter Hauk informierte sich über Vorhaben der Narren Etwas „Faschenachtsflair“ schaffen

Von 
ad
Lesedauer: 
Minister Peter (Zweiter von links) besuchte die Schnapsbrenner. © Adrian Brosch

Höpfingen. Faschenacht und Corona – passt das zusammen? Wenn ja, wie? Und wenn nein, warum nicht? Fragen, die derzeit nicht nur große und kleine Narren durch den Sinn gehen. Auch die Politik zeigt Interesse: Am Samstag besuchte MdL Peter Hauk als Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die FGH 70 „Höpfemer Schnapsbrenner“ in ihrer FG-Scheune. Er erschien stilecht in Grün und Quetscheblau.

AdUnit urban-intext1

Präsident Jürgen Farrenkopf, der gemeinsam mit Sven Dargatz als gleichberechtigem Vorstand den Verein führt, freute sich über die Stippvisite des CDU-Politikers und erklärte, dass eine klassische Kampagne heuer nicht stattfinden könne. Dennoch habe man versucht, im Quetschedorf etwa mit dem Autokorso am „elften Elften“ und Online-Aktionen wie vom Jugendausschuss produzierte Videos sowie persönliches Überreichen der Jahresorden etwas zu bieten – durchaus mit einigem Erfolg:

„Tolle Rückmeldungen“

„Wir haben tolle Rückmeldungen erhalten und die breite Bevölkerung erreicht“, merkte Farrenkopf an. Die eigentliche Corona-Problematik offenbare sich an anderer Stelle umso intensiver: „Weder können die Aktiven gemeinsam feiern, noch können die Garden trainieren“, beklagte er.

So versuche man, über soziale Medien und das Internet ein gewisses „Faschenachtsflair“ zu schaffen, stecke aber den Kopf nicht in den Sand. Gefragt seien kreative Ideen, zu denen die Reaktivierung des Ortsfunks am kommenden Wochenende gehört: „Hier wird über an strategisch günstigen Punkten aufgestellte Boxen und Verstärker eine närrische Stimmung verbreitet, für die keiner das Haus verlassen muss“, erklärte Sven Dargatz und verwies auf die in diesem Jahr digitale Prunksitzung, deren Programm sich aus einem „Best Of“ der vergangenen Jahre und einer Live-Online-Moderation durch Jürgen Farrenkopf und Zuschaltungen illustrer Gäste über das „WWW“ zusammensetzen wird. Einen Rosenmontagszug werde es definitiv nicht geben. „Außerdem wäre die Gefahr zu groß, dass die Leute hinterher in Gruppen verweilen oder feiern – man muss die Infektionsgefahr im Auge behalten“, betonte Sven Dargatz.

Ungünstige Situation

AdUnit urban-intext2

Auf Nachfrage Peter Hauks ließ Carmen Ackermann als Trainerin der Prinzengarde wissen, dass man zwar im Juli letzten Jahres auf Abstand und zunächst im Freien mit dem Gardetraining begonnen habe, jedoch zum November aussetzen musste. „Vereinzelt folgten noch Übungen per Internet, doch das verlief sich“, betonte sie und sprach von einer für Vereine ungünstigen Situation aufgrund der Kontaktbeschränkungen. „Wir hoffen natürlich, dass die Meisten bei der Stange bleiben“, schilderte sie. Ehrenvorsitzender Günter Schell erinnerte an den primär der Zukunft geltenden Gedanken: „Wir müssen machen, was möglich ist und dafür sorgen, dass der Verein sich weiterhin trägt und erhält“, merkte er an. Vor allem der Jugend, so Jürgen Farrenkopf, müsse man über kleine Gesten und Aktionen weiterhin die Hand reichen. „Das geht jedoch nicht nur den Fastnachtsgesellschaften so“, stellte er klar. Auf der anderen Seite kämpfen die Vereine landauf landab mit strenger Bürokratisierung, die das Ehrenamt beschneiden. Peter Hauk plädierte für eine hauptamtliche Unterstützung der Vereine, um operative Vorstandsarbeiten vom Gema bis hin zu Rechts- und Haftungsfragen zu klären.

Auch wenn die Festlichkeiten im vergangenen Jahr weitestgehend entfielen – die Corona-Pandemie begann unmittelbar nach beendeter Kampagne 2019/20 – war man nicht untätig und investiert aktuell viel Zeit in Bauarbeiten an der 1982 erbauten FG-Halle. So wird der Saal um zwei Meter verlängert, während die marode Toilettenanlage von Grund auf neu konstruiert wird: Sie wird größer und breiter. Damit einher geht auch die Erneuerung der Heizung unter neuesten energetischen Gesichtspunkten.

Zum Durchhalten ermutigt

AdUnit urban-intext3

Minister Peter Hauk zollte den Arbeiten ein großes Lob, signalisierte Verständnis und ermutigte zum „Durchhalten“. Der Minister dankte für die Einblicke und appellierte zur Zuversicht: Nur gemeinsam sei man stark – nicht nur in der fünften Jahreszeit, die 2021 eben corona-bedingt „etwas anders“ begangen wird. ad