Anfänge der Hardheimer Fastnacht (Teil I) - Brauchtum besitzt im Erftal eine lange Tradition / Bereits 1864 einen Maskenball veranstaltet Erste Hinweise im 16. Jahrhundert

Von 
Torsten Englert
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Titelbild der ersten „Hardheimer Faschings Zeitung“ 1949, herausgegeben vom „Turnverein 1895“. © Englert

Hardheim. Im vergangenen Jahr begann kurz nach der Fastnachtszeit die Corona-Pandemie in Deutschland. Bereits beim Beginn der aktuellen Fastnachtskampagne am 11. November 2020 hat die „FG Hordemer Wölf“ mit viel Einfallsreichtum gezeigt, dass sich die Narretei so schnell nicht unterkriegen lässt. Gerade weil sich die Menschen die Freude nicht durch Corona vermiesen lassen sollen lohnt sich ein Blick in die lange Geschichte der Hardheimer Fastnachtstraditionen, die oft auch in schwierigen und bedrückenden Zeiten fortgeführt wurde, zumal vor 90 Jahren, im Jahr 1931, die „Erste Hardheimer Karnevalsgesellschaft“ den ersten Kindermaskenumzug am Fastnachtsdienstag veranstaltete.

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Die Fastnachtstradition in Hardheim ist jedoch schon viel älter als die 1953 gegründete „FG Hordemer Wölf“. Bereits im 16. Jahrhundert verlieh der Würzburger Fürstbischof in einer Urkunde seinen Untertanen das Recht Fastnacht zu feiern. Von diesem Recht machten sicherlich auch die Hardheimer gebrauch. Viele Hinweise auf die frühen Fastnachtsbräuche in Hardheim gibt es nicht.

In den Lebenserinnerungen des Ehrenbürgers der Gemeinde Hardheim Josef Eirich (1869 – 1962) findet man: „… in Hardheim beliebte und fleißig ausgeübte Fastnachtstreiben wurde …“. Einige Hinweise finden sich im Archiv der Pfarrgemeinde St. Alban unter der Rubrik „Fastnachts-Triduum“. So ist hier unter anderem zu lesen, dass am Fastnachtsdienstag im Jahr 1911 zum ersten Mal seit 1897 ab 19 Uhr ein Ball stattgefunden hat. Wo dieser stattfand,. ist leider nicht zu erfahren.

Aus den Unterlagen des Turnvereins geht hervor, dass bereits 1864 ein Maskenball veranstaltet wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg veranstaltete im Jahr 1922 der damals bestehende Musikverein am Rosenmontag eine Tanzveranstaltung im „Erftal“. Im Jahr 1930 wurde von Hugo Friedrich die „Erste Hardheimer Karnevalsgesellschaft“ unter dem Motto „Humor und Freude für alle Leute“ gegründet. Dem „Elferrat“ von 1930 gehörten an: Karl Drützler, Alois Berberich, Hugo Friedrich (Präsident), Ignaz Leiblein, Fritz Käflein, Philipp Heiden, Alban Gärner, Anton Kaiser, Ferdinand Gabel, Max Selig und Josef Breunig. Zwei Fotos vom damaligen Ausschussmitglied, Druckereibetreiber Hugo Greulich, sind bis heute aus den 1930er Jahren erhalten geblieben.

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Im Jahr 1931 veranstaltete die Karnevalsgesellschaft den ersten Kindermaskenumzug am Fastnachtsdienstag und am Abend fanden in mehreren Gaststätten Kappenabende statt. In der Zeit des Dritten Reiches wurde die Karnevalsgesellschaft wieder aufgelöst. Auch in diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte blieben Frohnatur und Narretei erhalten. So gibt es Hinweise im Jahr 1935 auf „närrische Abende“ in den Traditionsgaststätten „Erftal, Prinz Karl, Brauerei Löffler und Frankeneck“. Im Jahr 1948 fand in Hardheim keine Fastnachtsveranstaltung statt. Im Jahr 1949 gab es die erste „Faschingszeitung“, welche vom „Turnverein 1895“ herausgegeben wurde. Des Weiteren fand ein kleiner Umzug statt (Fortsetzung folgt).