Thema im Gemeinderat

Entscheidung zu Windkraft erneut vertagt

Beschluss zu den Anlagen im Distrikt „Anwande“ soll in der kommenden Sitzung fallen

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Höpfingen/Waldstetten. Vier Windkraftanlagen könnten sich ab 2027 im Waldstettener Distrikt „Anwande“ Strom für bis zu 5000 Haushalte erzeugen und damit ein Zeichen für die Energiewende setzen – offen ist derzeit nur die Frage nach dem Projektierer. Nachdem sich in der Sitzung vom Dezember 2022 drei Interessenten, die Netzbetreiber ZEAG, BayWa r.e. und EnBW, ihre Konditionen dem Höpfinger Gemeinderat vorgestellt hatten und die Entscheidung vertagt wurde, stand das Thema am Montag bei der Sitzung des Rates im Rathaus erneut auf der Agenda. Wieder erging kein Beschluss: „Die genauen Modalitäten sind noch zu klären“, bemerkte Bürgermeister Christian Hauk.

In sachlich geführter Diskussion bezogen einige Gemeinderäte Stellung – mit überwiegend deckungsgleichen Ansätzen: Zu Anfang sah Thomas Greulich einen Vorteil im Modell der Direktbeteiligung über eine Bürgerenergie-Genossenschaft – „allerdings nur bei entsprechenden Pachtzahlungen“, wie er bekräftigte. Andreas Fürst bezeichnete die Auswahl als „sehr schwierig“, plädierte jedoch für die ZEAG mit Sitz in Heilbronn und schloss die BayWa r.e. weitestgehend aus. „Die Bürger sollten ins Boot genommen werden – wenn sie die Windanlagen schon in Sichtweite haben, sollten sie sich zumindest beteiligen können und finanzielle Anreize haben“, bemerkte er. Die Vergabe sei jedoch kein Leichtes: „Wir würden uns über Jahre hinaus binden, was enorm kritisches Abwägen erfordert“, schilderte Fürst.

Ähnliche Gedanken hegte Herbert Frisch, dessen Argumentation von Ute König und Daniela Kaiser-Hauk getragen wurde. Er stellte den „soliden Ansatz“ des ZEAG-Konzepts hervor und verwies auf eigene Berechnungen, schnitt aber vor allem den menschlichen Aspekt an. „Die Bürgerbeteiligung könnte eine höhere Akzeptanz und Identifikation mit dem Projekt ,Anwande’ bewirken“, schilderte Frisch. Allerdings möge man das Vorhaben in einer separaten Genossenschaft aufziehen und nicht mit der 2015 für den geplanten Windpark „Kornberg“ gegründeten „BürgerEnergie Höpfingen“ bündeln: Eine eigene Genossenschaft für die „Anwande“ sei der bessere Weg.

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Ute König fügte an, dass die Bürgerbeteiligung lobenswert sei. Sie müsse aber ebenso klar geregelt sein wie die explizite Zusicherung an die Gemeinde Höpfingen, dass der jeweilige Netzbetreiber den Windpark nicht einfach eines Tages weiter veräußere. „Eine Zersplitterung durch Verkauf an mehrere Betreiber wäre mit das Schlimmste, was passieren könnte und muss im Vorgriff vertraglich ausgeschlossen werden!“, legte sie dar.

Auch Martin Sauer befürwortete die Bürgerbeteiligung – das aber nur bei lückenlos geklärten, in sich schlüssigen und vom Gemeinderat einstimmig getragenen Einzelheiten.

Bürgermeister Hauk unterstützte die Gedanken. Er schlug vor, den angedachten Beschluss zu vertagen. Um diese zu stützen, brachte er aber eine neue Abstimmung vor: „Anhand verschiedener Szenarien und Ertragssituationen wird für EnBW und ZEAG eine Beispielrechnung mit 10, 15 und 20 Cent pro Kilowattstunde aufgestellt, die bei der Entscheidung helfen soll“, betonte er. Auch zur Idee einer eigenen Bürgerenergie-Genossenschaft sicherte er zu, das Thema „zu klären“. Einstimmig sprach man sich dafür aus, den finalen Beschluss auf die kommende Sitzung zu vertagen. ad