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In Gerichtstetten - Anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Pfarrkirche St. Burkardus wird an diesem Sonntag gefeiert

Ein Pfarrfest zum Jubiläum am Wochenende

Von 
Wolfgang Weniger
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Der 250. Geburtstag der Pfarrkirche in Gerichtstetten wird am Wochenende gefeiert. © Weniger

Gerichtstetten. Anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Pfarrkirche St. Burkardus lädt die Seelsorgeeinheit Hardheim an diesem Sonntag zum Pfarrfest nach Gerichtstetten ein.

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Erstmals 1320 urkundlich erwähnt, aber vermutlich schon viel älter, wurde 1772 die „neue“ Kirche errichtet, wie sie sich auch heute noch zeigt. Dieser 250. Geburtstag ist Grund genug, dieses Ereignis gebührend zu feiern.

Der Grund für den Neubau wäre heute wohl eine Sensation: So berichtete Pfarrer Nikolaus Blaß 1755 an die hochfürstliche Hofkammer Würzburg: „Die Kirche könne nur die Hälfte der Pfarrkinder erfassen, zumal auch viele Auswärtiger den Gottesdienst hier besuchen würden.“

Was daraufhin erfolgte, wäre heute vermutlich noch der gleiche Vorgang, denn man suchte in den Akten, wer die Kirche zu bauen und vor allem zu bezahlen habe.

Würzburg wollte aus Sparsamkeitsgründen einfach die alte Kirche umbauen und erweitern. Der Baumeister Johann Baum von Wimpfen im Tal bekam den Auftrag, den Plan auszuarbeiten. Dieser fand aber die Erweiterung selbst nicht gut, und so verschwanden die Pläne wohl in einer Schublade, wie man heut zu sagen pflegt und wurden nicht umgesetzt.

Erst im Jahr 1770 ließ Würzburg sich bewegen, sich ernstlicher des Kirchenbaues anzunehmen. Und natürlich ging es wieder darum: Wer soll das bezahlen?

1771 wurde ein neuer Plan von dem Maurer Josef Kreß zu Gaubüttelbrunn erstellt. Er nutzte dabei die Vorlage der Bütthardter Kirche, der wiederum von Hauptmann Fischer aus Würzburg stammte.

Am 7. November 1771 wurde der Plan genehmigt. Die Gesamtbausumme berechnete man auf 4800 Gulden. Aufgeteilt wurde dieser Betrag auf die Hofkammer Würzburg, die Fürsten von Löwenstein-Wertheim und den Abt von Amorbach. Das Kloster Amorbach bezahlte freiwillig 300 Gulden für den Frondienst der Einwohner.

Im Jahre 1772 wurde die alte Kirche abgebrochen und im gleichen Jahr noch die neue Kirche vollendet. Die Innenarbeiten wurden teilweise vom September bis Ende November 1772 ausgeführt.

Alle Hand- und Fuhrfronen wurden von der Gemeinde unentgeltlich geleistet. Der Fuhrfron bedeutete das Herbeiführen sämtlicher Baumaterialien mit eigenem Gespann. Die Handfröner mussten die Kirche abbrechen, die Fundamente ausgraben und während der ganzen Bauzeit jeden Tag mit etwas acht Mann helfen.

Heute unvorstellbar, gab es natürlich auch damals schon Verweigerer und so klagte Pfarrer Gerstenberger „über Aufwickler, die gar kein Christentum, kein Respekt und Gehorsam gegen Obrigkeit und Vorgesetzte hätten, die sonn- und feiertags, statt den Nachmittagsgottesdienst zu besuchen, sittenverderbliche Absichten hegen würden, die so aufgeblasen und eingenommen seien, auf ihre Fronfreiheit sich beziehen, dass sie absolut nicht hören würden.“

Doch das Werk wurde vollendet, und die Freude über die Fertigstellung der Kirche und des Pfarrhauses (1773) ließ allmählich den früheren Unwillen vergessen.

Open-Air-Gottesdienst

Mit dem Pfarrfest der Seelsorgeeinheit wird man diesen „250. Geburtstag“ würdig feiern und lädt um 10.30 Uhr zu einem festlichen Open-Air-Gottesdienst auf den Dorfplatz ein. Anschließend werden – ebenfalls auf dem Dorfplatz – zwei verschiedene Mittagessen angeboten. Und auch für den restlichen „Feiertag“ ist für das leibliche Wohl gesorgt.

So wird nach dem Mittagessen zu Kaffee und Kuchen eingeladen, und auch die Ministranten bieten selbst gebackene Waffeln an.

Für die jüngsten Festbesucher gibt es neben einer Kinderbetreuung ein gesondertes Programm durch die Kinderkirche, und natürlich lädt das „Geburtstagskind“ selbst zur Besichtigung, Verweilen und Gebet ein.

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