Biographie über Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim - Freund von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und zusammen mit diesem Widerstandskämpfer Die Wurzeln reichen nach Hardheim

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Torsten Englert
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Nur wenige wissen, dass die Mutter eines der bedeutendsten Widerstandskämpfer des Dritten Reiches aus Hardheim stammt.

Gedenkstein auf dem alten St.-Matthäus-Friedhof in Berlin an der Stelle, wo die Leichen der Widerstandskämpfer kurzzeitig beerdigt waren. © Volker Hohmann
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Hardheim. Am Wochenende wurde im Rahmen des Volkstrauertages unter anderem der Opfern des Widerstandes im Dritten Reich gedacht. Dazu gehört Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, der zusammen mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg zum engsten Kreis der Widerstandskämpfer gehörte. Diese verübten am 20. Juli 1944 ein Attentat auf Adolf Hitler.

Albrechts Mutter Wilhelmine Eleonore Mertz von Quirnheim ist die älteste Schwester des Raumfahrtpioniers Dr. Walter Hohmann. Die Familie Hohmann lebte von 1873 bis 1880 in Hardheim. Dort war Walter Hohmanns Vater Dr. Rudolph Hohmann als praktischer Arzt tätig war.

Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim erblickt am 23. März 1905 in München das Licht der Welt. Sein Vater hatte verschiedene Stellen im bayerischen Generalstab inne. Nach seinem Abitur in Potsdam schlägt der junge Adelige – wie in der damaligen Zeit für Angehörige seines Standes üblich – eine militärische Laufbahn bei der Reichswehr ein.

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Er tritt 1923 in Landshut in die Reichswehr ein und absolviert eine Ausbildung zum Berufsoffizier. Auf der Infanterieschule in Dresden freundet er sich mit seinem Jahrgangskameraden Claus Schenk Graf von Stauffenberg an.

Die Karriere des begabten Offiziers Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim verläuft steil. 1931 wird er zum Oberleutnant und 1935 zum Hauptmann befördert. In den Jahren 1936 bis 1938 wird er zu einem zweijährigen Lehrgang an die Kriegsakademie in Berlin versetzt, wo er eine Ausbildung zum Generalstabsoffizier durchläuft. Dort trifft er wieder mit seinem Freund Claus Schenk Graf von Stauffenberg zusammen.

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An der Ostfront erlebt Albrecht im März und April 1944 die Kesselschlacht von Tarnopol. Am 26. Mai 1944 übernimmt er in Berlin die neue Funktion als Chef des Stabes im Allgemeinen Heeresamt. Stauffenberg, der dieses Aufgabengebiet bis dahin innehatte, nun aber zum Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres ernannt war, arbeitete ihn ein.

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Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim gehört von diesem Moment an zum engsten Kern der Verschwörer der Bewegung des 20. Juli 1944. Er hatte eine der Schlüsselpositionen bei der Organisierung des geplanten Staatsstreiches und Aufstands von Teilen des Heeres inne.

Nach dem tragischen Fehlschlag des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 besetzen gegen 22 Uhr regimetreue Offiziere den Bendlerblock und die Hauptverantwortlichen Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dessen Adjutant Werner von Haeften und General Olbricht wurden auf Befehl von Generaloberst Fromm noch in der Nacht zum 21. Juli 1944 standrechtlich erschossen. Die Leichen wurden in Uniform auf dem St.-Matthäus-Friedhof begraben. Auf Befehl von Heinrich Himmler wurden die Leichen im Morgengrauen exhumiert und verbrannt.

Anlässlich des Jahrestages dieses in der deutschen Geschichte wichtigen Ereignisses im Jahr 2019 wurde erstmals eine ausführliche Kurzbiographie über Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim veröffentlicht, die in Zusammenarbeit mit der Nichte und dem Vetter von Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, Dr. Gudrun Kluge und Dr. Volker Hohmann, entstand.