Einkehrtag - Pater Konrad Schlattmann referierte "Die Armut ist eine Herzenshaltung"

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Hardheim. Jeden Herbst treffen sich die Angehörigen des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus im Distrikt "Odenwald-Tauber" in Hardheim zu einem Einkehrtag. Diesjähriger Referent war der Franziskanerbruder Pater Konrad Schlattmann vom Minoritenkloster Würzburg, der auf die Frage "Bruder Franziskus - Papst Franziskus - zwei Reformer der Kirche?" einging.

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Er erinnerte an die Wahl von Papst Franziskus und sein erstes Auftreten vor der Presse, bei der er die Wahl seines Namens begründete. Zahlreiche Beispiele aus dem Leben des Heiligen Franziskus unterstrichen, wie sehr das Vorbild des Heiligen das Denken und Handeln des Papstes beeinflusst. In seinem Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium" von 2013 schrieb der Bischof von Rom: "Es ist unerlässlich, den Obdachlosen, Drogenabhängigen, den Flüchtlingen, der eingeborenen Bevölkerungen, den Vereinsamte alten und verlassenen Menschen unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Wir sind berufen in ihnen den leidenden Christus zu erkennen, auch wenn das keine greifbaren Vorteile bringt. Die Migranten stellen eine besondere Herausforderung dar, weil ich ein Hirte ohne Grenzen bin. Daher rufe ich die Länder zu einer großherzigen Öffnung auf, die anstatt die Zerstörung der eigenen Identität zu fürchten, fähig ist, eine neue kulturelle Synthese zu schaffen."

Verzicht auf Pracht

Wie ernst dem Papst dieses Anliegen ist, zeigt er durch sein Vorbild, aber auch seine Gesten, sein Handeln und den Verzicht auf Pracht. Er lädt Obdachlose in die Sixtinische Kapelle ein, lässt für sie Duschen auf dem Petersplatz errichten oder verteilt ihnen Schlafsäcke, lässt Klöster öffnen oder vermittelt ein gemeinsames Frühstück mit den Bedürftigen. "Und immer wieder scheint in seinen Gesten der Heilige Franziskus durch, der die Armut liebte", so Pater Konrad Schlattmann.

"Schrei der Armen"

In seiner Botschaft zum "Welttag der Armen am 19. November 2017" schreibt der Papst: "Die Armut ist eine Herzenshaltung, die verhindert, dass wir Geld Karriere und Luxus als Lebensziel und Grundvoraussetzung des Glücks betrachten. Folgen wir dem Beispiel des Heiligen Franziskus, dem Zeugen der wahren Armut. Gerade, weil er die Augen auf Christus gerichtet hatte, war er in der Lage die Armen zu erkennen und sie zu lieben. Wenn wir Geschichte wirksam verändern wollen, müssen wir den Schrei der Armen hören und sie aus ihrer Abgrenzung herausholen. Ich lade die gesamte Kirche und alle Menschen guten Willens ein, an diesen Tag ihren Blick auf sie zu richten, die mit ausgestreckter Hand um Hilfe bitten und auf Solidarität hoffen: Es sind unsere Brüder und Schwestern; geschaffen und geliebt vom einzigen Vater im Himmel". So bekam das zunächst mit einem Fragezeichen versehene Motto des Tags am Abend ein Ausrufezeichen: "Bruder Franziskus - Papst Franziskus - zwei Reformer der Kirche!"

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Nach zwei Vorträgen am Vormittag standen den Terziaren am Nachmittag zwei Beichtväter zur Verfügung, um das Sakrament der Versöhnung zu spenden. Mit reichem Beifall bedankten sich die Teilnehmer beim Referenten und freuten sich auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr. ad