Kirchengemeinde Hardheim - Kein Verkauf des Gemeindehauses / Bewirtung fällt weg / Verein „Freunde des Pfarrheims“ wird voraussichtlich aufgelöst / FN-Gespräch mit Vorsitzender Schmidt und Pfarrer Rapp Das Pfarrheim wird ein Haus für Selbstversorger

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Ingrid Eirich-Schaab
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Das Pfarrheim in Hardheim ist ein wichtiger, auch überörtlich gerne genutzter Versammlungsort. © Ingrid Eirich-Schaab

Nein. Das katholische Pfarrheim in Hardheim soll nicht verkauft werden. Allerdings stehen dort Veränderungen an.

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Hardheim. Das Gerücht kursiert, das Gemeindehaus der Pfarrei St. Alban solle veräußert werden. Die FN fragten nach und erkundigten sich zunächst bei Pfarrer Andreas Rapp, dem Leiter der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen. „An einen Verkauf ist nicht gedacht, an dem Gerücht ist gar nichts dran“, äußerte der Seelsorger verwundert über die Spekulationen. „Es wäre auch Unsinn, so etwas zu tun“, fügt er an.

Wahrscheinlich hängen die Irritationen mit Überlegungen zusammen, den Verein „Freunde des Pfarrheims“ aufzulösen und neue Wege bei der Bewirtschaftung der Einrichtung einzuschlagen, vermutet Vorsitzende Simone Schmidt. Die Mitgliederversammlung des Vereins ist auf Dienstag, 16. Juli anberaumt.

Ist-Stand

Das Pfarrheim gehört der katholischen Kirchengemeinde St. Alban. Es wird getragen und betreut vom gemeinnützigen Verein „Freunde des Pfarrheims.“ Als Hausmeister fungiert aktuell Josef Keller. Sein Vorgänger war Walter Bechtold. Keller wird als Angestellter teils von der Kirchengemeinde, teils vom Trägerverein bezahlt.

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Die Bewirtung bei Veranstaltungen wurde in der Vergangenheit durch Keller und ehrenamtlich tätige Frauen übernommen. Aber auch diese wurden nicht jünger und Nachwuchs fehlte, so dass sich die Gruppe der „Pfarrheim-Frauen“ 2017 auflöste.

Josef Kellers Tätigkeit beschränkt sich nicht nur auf das Pfarrheim, sondern immer stärker auch auf alle Einrichtungen der Pfarrgemeinde Hardheim mit angeschlossenen Pfarrgemeinden und Filialen in der Seelsorgeeinheit. Diese Arbeiten werden immer aufwendiger und zeitintensiver seit sich die Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen gebildet hat.

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Im Pfarrheim treffen sich regelmäßig kirchliche Gruppen (Kirchenchor, Kolpingsfamilie, KjG, Frauengemeinschaft und andere) und sonstige Gruppen wie die DRK-Seniorengymnastik. Es finden dort Veranstaltungen der Pfarrgemeinde, aber auch private Feiern statt. Dafür konnten bereits in der Vergangenheit Räume des Pfarrheims angemietet werden.

„Nur Mieter betroffen“

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„Aber so wie der Besuch der Gottesdienste rückläufig ist, ist auch die Nutzung des Pfarrheims rückläufig“, bilanzierte Simone Schmidt im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Es sei insgesamt ein Wandel auf vielen Ebenen festzustellen. Unterm Strich sei die Unterhaltung und Betreuung des Pfarrheim aufgrund vielfaltiger Faktoren zu teuer und zu aufwendig. Deshalb sucht man nach Lösungen, um hier gegenzusteuern.

„Betroffen von den neuen Regelungen sind im Prinzip nur diejenigen, die das Pfarrheim für Veranstaltungen mieten“, beugte Schmidt eventuellen Sorgen und Fragen vor. „Nicht die Vereine, die hier regelmäßig sich treffen. Für diese werde alles wie bisher verlaufen.“

Simone Schmidt ist seit Oktober 2016 in der Nachfolge von August Schaeffer Vorsitzende des Vereins „Freunde des Pfarrheims“.

Trägerverein

Dieser Verein hat laut Satzungen folgende Aufgabe: „Der Verein Freundes des Pfarrheims verfolgt ausschließlich gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke. Ziel ist es, sich für die Pflege, Erhaltung und Unterhaltung des Pfarrheims Hardheim und seine Einrichtungen einzusetzen, um die pastorale Arbeit (Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Alten- und Familienpflege und Arbeit zur Gemeinschaftsbildung) innerhalb der katholischen Pfarrgemeinde jederzeit zu gewährleisten und zu fördern.“

Verein zahlte Betriebsaufwand

Neben der Übernahme eines Teils des Arbeitslohns des Hausmeisters hat der Verein bisher das Pfarrheim betrieben und auch die Betriebs-, Unterhaltungs- und Reparaturkosten gezahlt.

Wie genau es weitergeht, wird zurzeit überlegt. „Wir sind noch in der Klärungsphase. Auf jeden Fall soll die Bewirtung wegfallen“, so Schmidt. Diskutiert wird, ob sich der Verein auflöst oder ob es sinnvoll ist, diesen weiter bestehen zu lassen. Die Tendenz geht hin zu Ersterem.

In der Folge werde das Pfarrheim zu einem „Selbstversorgerhaus“, erklärte Pfarrer Rapp gegenüber den FN. Alleine für pfarrliche Zwecke sei das Haus zwar zu groß, „aber Hardheim braucht Versammlungsräume“, ist der Geistliche überzeugt. Schon alleine deshalb käme ein Verkauf nicht in Frage. Obendrein ist das Pfarrheim mit vielen Spenden der Gemeindemitglieder und mit unzähligen Stunden ehrenamtlichen Einsatzes erbaut und in der Vergangenheit unterhalten worden.

Als Folge der Veränderungen werden nun die Vereine, Gruppen und Personen vom Vorstand des Vereins angeschrieben, die bereits einen Termin zur Miete ausgemacht haben. Darin wird Interessenten zunächst die Anmietung des Pfarrheims mit gleichzeitiger Nutzung des Ausschanks abgesagt. Außerdem erklärt der Verein die Situation. Das Schreiben liegt den Fränkischen Nachrichten vor.

Immer weniger Ehrenamtliche

„Der Verein ’Freunde des Pfarrheims’ war über sehr lange Zeit ein aktiver Verein mit vielen Ehrenamtlichen, welche dazu beigetragen haben, dass das Pfarrheim in der Form, nämlich als gaststättenähnliche Einrichtung, genutzt werden konnte“, heißt es in dem Schreiben. „Leider lassen sich immer weniger Ehrenamtliche finden, die mit anpacken. Des Weiteren kann der Verein kurz- und mittelfristig die Ausführung seiner satzungsgemäßen Aufgaben nicht mehr sicherstellen. Dies bedeutet, dass die finanzielle Lage es nicht mehr hergibt, das Pfarrheim in dieser Form zu betreiben.“

Anmietung möglich

Danach werden die neuen Richtlinien und Kostensätze für die Anmietung des Pfarrheims erläutert. Die Räume sind nach der Nutzung besenrein und vom Müll entleert zu übergeben. Interessenten können sich künftig an das Pfarramt in Hardheim, Telefon 06283/6213, wenden.

Das Pfarrheim ist damit – wie bereits erwähnt – ein sogenanntes „Selbstversorgerhaus“. In Ausnahmefällen könne Hausmeister Josef Keller noch anwesend sein, heißt es weiter in dem Schreiben. Die Arbeitszeit müsse jedoch nach Stunden vergütet werden.

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