Krankenhausverband Hardheim-Walldürn - Verwaltungsleiter Ludwig Schön ab 1. April im Ruhestand / Offizielle Verabschiedung aufgrund der Corona-Krise verschoben Das Krankenhaus trägt seine Handschrift

Von 
Melanie Müller
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Seit dem Jahr 2000 ist Ludwig Schön Verwaltungsleiter des Krankenhausverbands Hardheim-Walldürn. An diesem Montag feiert er seinen 65. Geburtstag. Zum 31. März geht er in den Ruhestand.

Der langjährige Verwaltungsleiter des Krankenhausverbands Hardheim-Walldürn, Ludwig Schön, wird zum 31. März in den Ruhestand treten. © KHV
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Hardheim. „Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich das Hardheimer Krankenhaus so gut weiterentwickelt und in der Krankenhauslandschaft erfolgreich bewährt und behauptet hat“: Mit diesem Lob bedachte Heribert Fouquet, der damalige Bürgermeister Hardheims, Verwaltungsleiter Ludwig Schön im September 2013, denn: Da feierte dieser im Rahmen eines Empfanges im Refektorium des Hardheimer Krankenhauses sein 40-jähriges Dienstjubiläum im öffentlichen Dienst.

Besondere Projekte

Projekte, die auch öffentlich eine besondere Wirkung erzeugt haben und an die sich der scheidende Verwaltungsleiter des Krankenhausverbands Hardheim-Walldürn, Ludwig Schön, gerne erinnert:

Mitbeteiligt als Finanztechnischer Geschäftsführer am Aufbau des Abwasserzweckverbandes mit dem Bau der Sammelkläranlage, der Verlegung der Hauptsammler von Gerichtstetten, Schweinberg und Waldstetten zur Sammelkläranlage sowie beim Bau vieler Regenüberlaufbecken.

Mitbeteiligt als Geschäftsführer des TV Hardheim am Umbau des Sportheims, der Errichtung der Kunstrasen-Laufbahn und der Flutlichtanlagen zum 100-jährigen Bestehen des TV.

Als Verwaltungsleiter: Umsetzung des neuen ärztlichen Konzepts am Krankenhaus Hardheim mit der Gewinnung neuer Fachärzte in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie und Gynäkologie; Ansiedelung und Errichtung der Rettungswache am Krankenhaus Hardheim mit Notarzt-Standort; Umsetzung von baulichen Maßnahmen am Krankenhaus, wie Einbau einer Internistischen Praxis im Erdgeschoss, mehrere Erweiterungen der Chirurgischen Praxis, Errichtung einer Wahlleistungsstation im Bereich der ehemaligen Kreißsäle, Neustrukturierung des Intensivbereichs, Einrichtung einer Endoskopieabteilung, Anbau/Umbau zur Erweiterung des OP-Bereiches mit Funktionsräumen zur Überwachung, Anschaffung und Inbetriebnahme eines CT in der Röntgenabteilung, Erweiterungsbau zur Schaffung neuer, moderner Patientenzimmer, 110-Jahr-Jubiläum mit Tag der offenen Tür 2008, Umsetzung von baulichen Maßnahmen im Geriatriezentrum, wie Umbau und Neueinrichtung der Pflegegruppe 3, barrierefreie Umgestaltung des gesamten Eingangsbereichs, Neugestaltung und Erweiterung der Parkplätze, Einbau einer neuen Küche mit Stationsküchen zur Einführung des Schöpf-Systems auf den Wohngruppen zur Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner, Fertigstellung der Planung für einen Pflegeheimneubau mit 30 Bewohnerplätzen und einer Tagespflege.

Schon damals wurde das große Engagement Schöns im Berufs- wie im Vereinsleben als langjähriger Geschäftsführer und Aktivposten im Turnverein gewürdigt. Fouquet charakterisierte den versierten Verwaltungsfachmann als „Schwäbisches Maschinengewehr“.

Engagement gewürdigt

Ludwig Schön wurde 1955 in Amerdingen im schwäbisch-bayerischen Landkreis Donauwörth geboren. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Aufgewachsen in Heidenheim an der Brenz, absolvierte er nach dem Erwerb der Fachhochschulreife eine Ausbildung im gehobenen Verwaltungsdienst, verbunden mit einem Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Stuttgart, das er 1979 als Diplom-Verwaltungswirt (FH) abschloss.

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Danach arbeitete er bis 1981 in der Finanzverwaltung des Bürgermeisteramts Kißlegg im Allgäu. Anschließend war er in Mundelsheim als Fachbeamter für das Finanzwesen tätig. 1985 trat er die Nachfolge von Rudi Merz als Kämmerer der Gemeinde Hardheim an. Daneben fungierte Schön von 1985 bis 2003 als finanztechnischer Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes Hardheim-Höpfingen.

Im März 1999 wurde ihm neben der Kämmerei die Verwaltungsleitung des Krankenhausverbandes mit übertragen.

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Seit dem Jahr 2000 ist er ausschließlich für das Krankenhaus Hardheim und das Geriatriezentrum Walldürn – und deren Mitarbeiter – verantwortlich.

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Ludwig Schön hatte keinen leichten Einstieg in seine damals neue Aufgabe. Er übernahm eine große Verantwortung: Die Stelle war vakant und die Aussichten für den Erhalt und eine positive Weiterentwicklung des Krankenhauses waren damals alles andere als gut. Unter Ludwig Schön hat sich die problematische Situation dann wieder hin zum Guten gewendet.

Vieles erreicht und bewegt

„Engagiert, zuverlässig, dienstbeflissen und agil arbeitete er sich in seine neue Aufgabe ein, war bereit, neue Herausforderungen anzugehen. Im Interesse der Versorgung der Bevölkerung und seiner heutigen Heimatgemeinde Hardheim habe er sich in den zurückliegenden Jahren erfolgreich eingesetzt“, würdigte Fouquet und beschrieb Schön außerdem als geschichts- und kulturinteressiert, gesellig und unterhaltsam.

Der stressige Job sei wahrlich kein Zuckerschlecken, anerkannte der damalige Verbandsvorsitzende mit Blick auf die Probleme in der Krankenhauslandschaft im Allgemeinen. Durch seine Initiativen hätte Schön auch im baulichen Bereich im Krankenhausverband vieles bewegt und positiv entwickelt.

Schön nahm immer wieder die „nächsten, großen Herausforderung an.“ So konnten im Jahr 2012 im Rahmen eines großen Festes der neue OP und im Jahr 2019 die Erweiterungsbauten, insbesondere die neu geschaffenen Patientenzimmer, eingeweiht werden.

Bürgermedaille in Silber

Beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Hardheim wurde Ludwig Schön die Bürgermedaille in Silber verliehen. Hardheims Bürgermeister, Volker Rohm, erwähnte in seiner Laudatio, dass Schön – Mitte der 80er Jahre als Kämmerer nach Hardheim gekommen – schnell Anschluss im Berufs- wie im Privatleben gefunden habe.

1990 wurde er Geschäftsführer des TV Hardheim und hatte dieses Ehrenamt 22 Jahre inne. Neben der Ernennung zum Ehrenmitglied des TV wurde ihm für seine Verdienste im Ehrenamt die Landesehrennadel verliehen.

Nach nahezu 15-jähriger Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung sei er 1999 ans Krankenhaus beordert worden, um ab 2000 als Verwaltungsleiter des Krankenhaus-Verbands Hardheim-Walldürn den Erhalt und die ärztliche Versorgung sicherzustellen.

„Mit der Überzeugung, dass nur durch Weiterentwicklung des medizinischen und ärztlichen Angebots ein Überleben möglich sei, hat Schön alles daran gesetzt, genau auf diesen Feldern zu punkten“, so Rohm, der hinzufügte:

„Die Aufnahme in den Krankenhausbedarfsplan Baden-Württemberg, die Schließung von unrentablen oder zu wenig frequentierten Fachabteilungen, der Ausbau des Standorts durch Ansiedlung einer DRK-Rettungswache mit Notarzt, die Modernisierung der internistischen, der gynäkologischen sowie der orthopädisch-chirurgischen Praxen sowie des OP und zuletzt der Erweiterungsumbau mit neuen, modernen Patientenzimmern sind sicht- und spürbare Zeichen seines Tuns.“

Auch die hohe Qualifikation des Pflegepersonals, die hervorragende medizinische Ausstattung von Stationen und Zimmern sowie das äußere Erscheinungsbild des gesamten Hauses waren Ludwig Schön stets wichtig.

Nach eigenem Bekunden waren für Ludwig Schön die hochmotivierten, engagierten und dem Krankenhaus sowie dem Geriatriezentrum loyal verbundenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fundamente seiner Arbeit. Er sah diese als „unschätzbares Kapital für die Sicherstellung der Gesundheits- und Altenpflege im Krankenhausverband Hardheim-Walldürn“ an.

Feierstunde verschoben

Eigentlich sollte das langjährige erfolgreiche Wirken von Ludwig Schön zum Wohle der Allgemeinheit bei einer Feierstunde mit anschließender Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen gewürdigt werden.

Diese war für den vergangenen Freitag vorgesehen, da Ludwig Schön zum 31. März in den Ruhestand geht. Nachfolger wird der Hardheimer Haupt- und Personalamtsleiter Lothar Beger (die Fränkischen Nachrichten berichteten).

Schön feiert 65. Geburtstag

Aufgrund der Coronavirus-Krise bat Hardheims Bürgermeister Volker Rohm jedoch um Verständnis, dass die geplante Feierstunde zur Verabschiedung von Ludwig Schön – der übrigens an diesem Montag seinen 65. Geburtstag feiert – aus seiner Funktion des Verwaltungsleiters des Krankenhausverbands Hardheim-Walldürn nicht wie geplant am 27. März stattfinden konnte, sondern auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird.

Aufgrund der aktuellen Situation bittet Ludwig Schön, von persönlichen Glückwünschen abzusehen.

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