Höpfinger Gemeinderat tagte

„Das fünfte Trockenjahr in Folge“

Forstwirtschaftsplan für 2023 auf der Tagesordnung

Von 
Adrian Brosch
Lesedauer: 

Höpfingen. Routiniert verlief am Montag die Sitzung des Höpfinger Gemeinderats. Zentrales Thema war der – einstimmig befürwortete – Forstwirtschaftsplan für 2023, den René Maxeiner (Forstbetriebsleitung Walldürn) mit einer partiell ernüchternden, aber nicht hoffnungslosen Bestandsaufnahme des heimischen Waldes verband.

So berief sich Maxeiner auf das „sehr trockene Jahr 2022“. Gerade die Buche reagiere „äußerst empfindlich“ auf hohe Temperaturen und Dürrephasen – fast ganz Baden-Württemberg habe über den Sommer mit einer „schweren bis extremen Dürre“ im Oberbodenbereich gekämpft.

Schadhafter Waldbestand im Gewann „Eckwald“ im Januar. © Brosch

„Der Boden ist über den Sommer nahezu ausgetrocknet, konnte sich bis jetzt aber erholen“, betonte er. Dennoch werfe die Situation Sorgenfalten auf: „2022 war das fünfte Trockenjahr in Folge“, hob Maxeiner hervor. Allerdings sei die Lage im Südwesten sowie im Neckar-Odenwald-Kreis noch verhältnismäßig solide: „Gerade Mitteldeutschland hat in der Tiefe kein Wasser“, mahnte er an.

Mehr zum Thema

Feuerwehr in Ballenberg

Nach Zusammenschluss mit Unterwittstadt mitgliederstärkste Abteilungswehr

Veröffentlicht
Mehr erfahren
Bürgerversammlung in Bieberehren

Nachfrage nach Grundstücken ist groß

Veröffentlicht
Von
Markhard Brunecker
Mehr erfahren
Kirchenchor St. Ägidius Höpfingen

Wieder gemeinsam zu singen war das Ziel

Veröffentlicht
Von
ad
Mehr erfahren

Schließlich stellte er die Zahlen des Forstwirtschaftsplans vor: Die Förderbeträge des Landes etwa für den Mehrbelastungsausgleich und die Wiederaufforstung liegen bei 45 400 Euro; der Jagdpachtanteil kommt auf 4700 Euro.

Die Erlöse aus Holzerzeugnissen werden auf 125 000 Euro veranschlagt, der Brennholzverkauf auf 21 000 Euro. So ergeben sich Einnahmen von 196 100 Euro und Ausgaben von 194 100 Euro, was ein schmales Plus von 2000 Euro im Ergebnishaushalt ergibt.

Bürgermeister Christian Hauk dankte für die Erstellung des Zahlenwerks und hoffte auf mehr Regen und die frühe Entdeckung schadhaften Käferholzes – schließlich breite sich auch der Käfer immer weiter aus. Einstimmig nahm der Gemeinderat den Forstwirtschaftsplan an; die Zahlen werden in den Haushalt 2023 übernommen.

Als reine Formalie verstand sich der nächste Beschluss: Um die Abwassersatzung rückwirkend bis zum 1. Januar 2023 ändern zu können, wurde ein einstimmiger Ankündigungsbeschluss gefällt. Wie Bürgermeister Hauk erläuterte, laufe die derzeitige Gebührenkalkulation Ende 2022 aus: „Die neue Kalkulation beginnt aber erst, wenn alle Zahlen vorhanden sind. Da einige Werte des Haushalts noch fehlen, kann erst Anfang nächsten Jahres über die Ergebnisse beraten und beschlossen werden“, begründete er.

Auf Nachfrage der Gemeinderäte Helmut Häfner und Herbert Frisch erläuterte Kämmerin Nadine Henn den Sachstand dahingehend, dass der aktuelle Beschluss die rechtliche Absicherung bilde.

Recht umfangreich war die Rubrik „Verschiedenes“. Zunächst gab Bürgermeister Hauk bekannt, dass der Haushalt für 2023 auf Empfehlung des Gemeindetags frühestens im Januar beschlossen werde – gewisse Zahlenwerte könnten sich noch zugunsten Höpfingens ändern.

Erfreut zeigte sich der Rathauschef darüber, dass die in letzter Zeit mehrfach debattierte „Verlässliche Grundschule“ nun wieder an fünf Tagen die Woche stattfindet: „Es wurden zwei Kräfte gefunden, die die tägliche Betreuung ab sofort gewährleisten“, ließ er wissen und sprach von einem „auf Anhieb rege genutzten Angebot“.

Seitens der Räte erkundigte sich Thomas Greulich nach den Baumaßnahmen am Lochbachsee-Areal; Bürgermeister Hauk erwiderte, dass es sich um eine Maßnahme des Sportfischervereins handele: „Es fließen keine öffentlichen Gelder“, bekräftigte er. Der in Mitleidenschaft gezogene, stellenweise kaum mehr zu erahnende Weg entlang der beiden Gewässer werde nach Ende der Aktion geschottert.

Dem selben Bereich galt eine Rückfrage Ute Königs: Sie rügte den „morschen“ Zustand der Holzbrücke zwischen Fischerhütte und Kleintierzuchtanlage, deren Betreten unter Umständen gefährlich sein könne. Bürgermeister Hauk erkannte die Notwendigkeit und sicherte zu, die Eigentumsverhältnisse zu prüfen: Die Gemeinde könne nur dann einschreiten, befindet sich die Brücke in ihrem Besitz.

Bauausschuss und Gemeinderat in Kürze

Einstimmiges Einvernehmen erteilte der Bauausschuss dem Neubau zweier Dachgauben sowie einem bestehenden Nebengebäude in der Kerngemeinde.

Eine Spende des Vereins „Bürger für Bürger“ für das Jugendzentrum (250 Euro) wurde einstimmig angenommen. Bürgermeister Hauk und die Räte dankten für die Zuwendung; das Jugendzentrum als Solches habe sich „gut eingespielt“.

Jeweils keine Einwände hegte der Rat bei den Bebauungsplänen „Solarpark Erfeld“ und „Solarpark Gerichtstetten“ auf Hardheimer Gemarkung und „Hausacker“ auf Wettersdorfer Gemarkung. ad