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Filialgemeinde St. Sebastian und Vitus Bretzingen - „Skapulierfest“ wird am 24. Juli mit einem Open-Air-Gottesdienst gefeiert

Alter Brauch wurde vor 635 Jahren erstmals bezeugt

Von 
Torsten Englert
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Bretzingen. In der Filialgemeinde St. Sebastian und Vitus in Bretzingen ist die Feier des „Skapulierfestes“ ein alter Brauch. Dieser wurde erstmals vor 635 Jahren, am 17. Juli 1386, in englischen Karmelitenklöstern als ordensinternes Fest bezeugt, denn Maria ist die Schutzpatronin für die Karmeliten.

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Das Hochfest „Unserer lieben Frau vom Berge Karmel“ erinnert an die Entstehung des Karmelitenordens auf dem Berge Karmel. Dort haben sich um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert Einsiedler niedergelassen, die dort im Andenken an den Propheten Elija und unter dem Schutz Marias, der sie ihre kleine Kapelle geweiht hatten, in der Gefolgschaft Jesu Christi leben wollten. Schon bald wurden diese Einsiedler „Brüder unserer lieben Frau vom Berge Karmel“ genannt.

Die Marienstatue in der Bretzinger Kirche. © Torsten Englert

Das Fest wird seit dem 15. Jahrhundert am 16. Juli gefeiert und wurde 1726 von Papst Benedikt XIII. für die ganze katholische Kirche eingeführt. Seit 1595 wurde es von der vatikanischen Ritenkongregation allgemein auch außerhalb des Karmelitenordens freigegeben.

Eine weitere Bezeichnung für das Fest an diesem Tag ist „Skapulier-Fest“. Die Bezeichnung rührt von dem Skapulier, welches ein Überwurf über die Tunika einer Ordenstracht ist.

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In einer Vision erschien dem Heiligen Simon Stock, Oberer der Karmeliten, die Gottesmutter Maria am 16. Juli 1251 und reichte ihm das Skapulier und sprach zu ihm: „Mein Sohn, empfange dieses Skapulier deines Ordens; es ist das Zeichen der besonderen Vergünstigungen, die ich für dich und die Kinder des Karmel erlangt habe. Wer in diesem Gnadenkleide sterben wird, wird vor dem ewigen Feuer bewahrt bleiben. Es ist ein Zeichen des Heils, ein Schutzkleid in Gefahren, das Unterpfand eines besonderen Friedens und besonderen Schutzes.“

Die Feier des Bretzinger „Skapulierfestes“ wurde begründet in der Gründungs- und Einverleibungsschrift, die der General der unbeschuhten Karmeliten, der Kongregation des Heiligen Elias, des Ordens der Heiligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel mit Datum 4. Dezember 1867 erstellt hat. Bestätigt wurde dieses Dokument durch Hochwürden Lothar Kübel, den damaligen Generalvikar des Erzbistums Freiburg, am 18. März 1868. Im bis heute in Bretzingen erhaltenen „Bruderschaftsbuch des Heiligen Scapuliers der Pfarrei Bretzingen“ , welches 1868 angelegt wurde, ist zu lesen: „Schon längst war das Bedürfnis fühlbar, in der Gegend des Erfgrundes die Bruderschaft des Hl. Scapulier der Hl. Jungfrau Maria vom Berge Karmel errichtet zu sehen, das heißt, eine Kirche zu haben, in welcher der betreffende Geistliche die Vollmacht habe, in diese gnadenreiche Bruderschaft aufnehmen zu können solche Leute, welche dem frommen Drange ihres Herzens folgend, sich unter den besonderen Schutz der gebenedeiten Jungfrau und Gottesmutter Maria stellen wollen“.

Die Errichtung der Bruderschaft und die Abhaltung der jährlichen Feier am Sonntag vor oder nach dem 16. Juli ermöglichte der damalige Bürgermeister Sebastian Hofmann.

Beim ersten Skapulierfest wurden insgesamt 204 Personen in die Skapulierbruderschaft aufgenommen. Zum Zeichen der Aufnahme in die Skapulierbruderschaft wurde den Mitgliedern das Skapulier umgehängt, das aus zwei kleinen viereckigen Stückchen Tuch besteht, die mit zwei Bändchen und Schnüren verbunden sind.

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Ab 1910 wurde gestattet, das Skapulier in Form einer Medaille tragen zu dürfen. Die Eintragungen im Skapulierbruderschaftsbuch in Bretzingen enden 1989.

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