Thema im Gemeinderat - Eine Ära geht zu Ende / Zu wenig Schüler für eine künftige neunte Klasse / Gemeinde muss für "VIP III" Ausgleichsflächen benennen Werkrealschule Höpfingen vor dem Aus

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Die Werkrealschule Höpfingen wird es ab dem Schuljahr 2016/17 nicht mehr geben, sondern nur noch die Grundschule, teilte Bürgermeister Hauck in der Gemeinderatsitzung mit.

© Hauck

Höpfingen. Zum Ende des Schuljahres endet die Ära der Werkrealschule Höpfingen, da es zum Schuljahr 2016/17 aufgrund der geringen Schülerzahl der Klasse 8 definitiv keine neunte Klasse mehr geben wird.

Gemeinderat in Kürze

  • Die Höpfinger Gemeindeverwaltung sieht keine Gründe zu einer negativen Stellungnahme zur 1 ersten Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans "I 8 - Lange Föhren" in Buchen, um die Ansiedlung eines Elektrofachmarktes mit etwa 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektroartikel mit integriertem Küchenstudio mit etwa 400 Quadratmeter Verkaufsfläche zu ermöglichen. Diese Auffassung wird die Verwaltung dem Zweckverband IGO mitteilen.
  • Sanierung Ortskern II, Höpfingen: Aufteilung des Grundstückes Kolpingstraße 3.
  • Keine Erhöhung der Eintrittspreise für das Familienbad und die Sauna wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent.
  • Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 330 000 Euro für den allgemeinen Haushalt. Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 300 000 Euro für den Wirtschaftsplan des Wasserversorgungsbetriebs.
  • Bürgermeister Hauck gab ein Schreiben des Landratsamtes bekannt, in dem die Bestätigung einer Stellungnahme über die überörtliche Prüfung der Haushalts-, Kassen- und Rechnungsprüfung in den Haushaltsjahren 2007 bis 2012 erteilt wird. Somit sind die im Prüfungsbericht festgestellten Beanstandungen erledigt. (ck)
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Bürgermeister Adalbert Hauck informierte die Gemeinderäte und den einzigen Zuhörer bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Montagabend im Sitzungssaal des Rathauses über diese negative Entwicklung .

Der Gemeinderat befasste sich jedoch zunächst mit dem Tagesordnungspunkt "Bereitstellung von Ausgleichsflächen für den Gemeideverwaltungsverband Hardheim-Walldürn für den Planbereich "VIP III". Hierzu führte Bürgermeister Hauck aus, dass in der nächsten Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbandes der Flächennutzungsplan 2015 und der Landschaftsplan für den Planbereich "Birkenbüschlein/VIP III" in Walldürn geändert werden soll. In diesem Bereich sollen 24 Hektar erschlossen werden. Für die Rechtskraft des Bebauungsplanes seien 25 Hektar Ausgleichsflächen erforderlich.

Für den "VIP II" seien fünf Hektar Ausgleichsflächen ausreichend gewesen. Für das neue Gebiet können in Walldürn 18 Hektar Ausgleichsflächen bereitgestellt werden. Die restlicheh sieben bis acht Hektar müssen nun durch die beiden anderen Mitgliedsgemeinden Hardheim und Höpfingen aufgebracht werden, um die Rechtskraft des Bebauungsplanes "VIP III" zu erreichen.

Schaffung von Ausgleichsflächen

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Da Hardheim gleichzeitig für die Umsetzung seiner eigenen Änderung des Flächennutzungsplans ebenfalls Ausgleichsflächen benötige, habe man sich darauf verständigt, dass die Höpfingen ungefähr die Hälfte der benötigten Fläche, etwa 3,5 bis vier Hektar, bereitstellt.

In der anschließenden Diskussion äußerte sich Andreas Fürst dahingegend, dass er grundsätzlich der Bereitstellung von Ausgleichsflächen zustimme, doch sei ihm die Fläche von vier Hektar zu viel.

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Herbert Frisch meinte, man werde um die Bereitstellung von vier Hektar Ausgleichsfläche wohl nicht herumkommen. Als gut finde er die Bildung einer Arbeitsgruppe, die die Ausgleichsflächen der Verwaltung vorschlagen werde.

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Schließlich fasste der Gemeinderat auf Vorschlag von Bürgermeister bei einer Gegenstimme folgenden Beschluss: Die Gemeinde Höpfingen stellt von ihren gemeindeeigenen Grundstücken etwa vier Hektar Ausgleichsfläche zur Verfügung. Um die geeigneten Grundstücke bis Ende des Jahres zusammenzustellen, bildet man eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Bürgermeister, Ortsvorsteher Helmut Hartmann sowie jeweils einem Vertreter der drei Fraktionen - Helmut Häfner (SPD), Herbert Frisch (Freie Wähler) und Andreas Fürst (CDU-Bürgerliste).

Die Gemeinde wurde ermächtigt, eine Vereinbarung mit dem Gemeindeverwaltungsverband zu schließen, die die endgültige Verwendung der gemeldeten Grundstücke regeln soll.

Zum Thema "Werkrealschule Höpfingen" erläuterte Bürgermeister Hauck anhand eines Schriftwechsels der Gemeinde mit den Landtagsabgeordneten Georg Nelius (SPD), Peter Hauk (CDU), Simone Heitz (Bündnis 90/Die Grünen) und dem Minister des Ministeriums für Kultur, Jugend und Sport, MdL Andreas Stoch, die Situation.

Eltern reagierten

Die Eltern der Achtklässler der Werkrealschule Höpfingen hätten die Schulleitung gedrängt, Informationen und eine Zusicherung darüber zu erhalten, dass im nächste Schuljahr 2016/17 in Höpfingen eine eigenständige 9. Klasse gebildet werde und damit in Höpfingen die Werkrealschule dann auslaufe. Sollte dem nicht so sein, würde ein Großteil der Eltern bereits jetzt für ihre Kinder eine neue Schule suchen, damit sie dann im Abschlussjahr sich neben den Prüfungen nicht auch noch eine neue Schule zumuten müssen.

Eine müdliche Zusage des Schuamtes, dass die 9. Klasse bei gleichbleibender Schülerzahl (am Anfang des Schuljahres waren es zehn, derzeit sind es noch neun Schüler) hätte den Eltern nicht ausgereicht, so dass versucht worden sei, auf politischer Ebene eine Entscheidung herbeizuführen. Dies sei jedoch nach einer langen Wartezeit nicht geschehen. Das Ministerium habe den Ball an das Schulamt zurückgespielt, das nun eine Entscheidung darüber treffen soll. Einigen Eltern sei dieses weitere Warten mit der Ungewissheit zu viel gewesen und sie hätten sich entschlossen, ihre Kinder anderweitig zum Schuljahr, eventuell auch schon früher, an einer anderen Schule anzumelden.

Somit falle die Zahl der Schüler der zukünftigen 9. Klasse immer tiefer und mit dem Rest der Schüler werde es definitiv im nächsten Schuljahr in Höpfingen keine 9. Klasse mehr geben.

Zum Ende des Schuljahrs 2015/16 wird also die Klasse 8 (bisher Kombiklasse 8/9) aufgelöst werden, resümierte Bürgermeister Adalbert Hauck. Die verbliebenen neun Schüler der Klassenstufe 9 werden im Sommer mit dem Hauptschulabschluss die Ära Werkrealschule Höpfingen abschließen. (ck)