Erstaufnahmestelle in der Carl-Schurz-Kaserne - Helferkreis "Hardheim hilft" hat seit Montag Unterstützung durch die Bundeswehr aus Walldürn Soldaten entlasten die Ehrenamtlichen in der BEA

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Das Projekt "Helfende Hände" der Bundeswehr kommt seit Montag auch in der bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Hardheim zum Tragen. Dort arbeiten sechs Soldaten aus Walldürn mit.

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Hardheim/Walldürn. Die im Zirkel "Hardheim hilft" ehrenamtlich engagierten Helfer leisten in der BEA einen beachtlichen Dienst, stoßen jedoch bisweilen auch an zeitliche oder personelle Grenzen. Ab sofort sind sie nicht mehr allein: Zusätzlich zum Team der Betreiberfirma Ciborius stehen ihnen seit Montag fünf Walldürner Soldaten zur Seite.

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Im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten erklärte Schichtleiter Bernd Ogiejko, dass die Soldaten hauptsächlich im Bereich "Facility" eingesetzt werden. Unter diesen Begriff fällt im Groben "alles, was sich rund um das Wohlbefinden der aktuell rund 600 bei uns untergebrachten Asylsuchenenden dreht", wie er anführt. Dazu gehören etwa die Mitbetreuung der Kleiderkammer und die Essensausgabe.

"Helfende Hände"

Die zusätzlichen helfenden Hände werden gern angenommen: "Sie ergänzen unsere Festangestellten, die Ehrenamtlichen sowie die freiwilligen Helfer aus den Reihen der Flüchtlinge in passendem Maß, was uns gut tut und beruhigend ist", zeigt Ogiejko sich dankbar.

Gemeindereferentin Claudia Beger, mit der sich die FN stellvertretend für das "Orgateam" von "Hardheim hilft" unterhielten, verweist darauf, dass man sich "schon unmittelbar nach der Ankunft der Asylbewerber" um Entlastung der Ehrenamtlichen bemühte.

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Dahinter stecke auch die Hoffnung, "die Ehrenamtlichen durch Hauptkräfte zu verstecken, die kontinuierlich vor Ort sind, was die nur stundenweise aktiven Freiwilligen nicht bewerkstelligen können". Dauerhafte Ansprechpartner wirken sich auf die Flüchtlinge auch in dem Sinne beruhigend aus, "weil man vertraute Gesichter hat und weiß, dass immer jemand da ist", begründet Beger. Nicht zuletzt tragen die helfenden Bürger in Uniform auch zu einer reibungslosen, insgesamt besseren Koordination bei, "weil sie die Gegebenheiten durch die tägliche Routine besser kennen und wissen, wie der Hase läuft". Gleichlautend lobt Claudia Beger auch "die erstklassige Zusammenarbeit" mit den Angestellten der Firma Ciborius.

Für die im weiteren Verlauf noch erläuterte Kontaktaufnahme mit Berlin sprach auch der Aspekt, dass die ersten Ehrenamtlichen teilweise an ihr persönliches Limit gestoßen seien und auch "manche von auswärts aus dem Grund fehlen, dass sie inzwischen den in ihrer Heimatgemeinde wohnhaften Flüchtlingen helfen", wie Claudia Beger anfügt.

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Nachdem man von dem Programm "Helfende Hände" der Bundeswehr erfuhr, informierte sich der im "Orgateam" sehr aktive Karl Kohout darüber und konnte auch über MdB Alois Gerig (CDU) die ersten Kontakte nach Berlin knüpfen, welche sich als fruchtbar erwiesen.

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Dass auch die Zusammenarbeit zwischen den Soldaten und den in vier Gebäuden der Carl-Schurz-Kaserne untergebrachten Asylbewerbern durchaus positiv zu bewerten ist, beweist ein Pressetermin im Verwaltungsraum eines der Häuser: Rasch sind Termine abgesprochen und Formalitäten abgeklärt. Das alles in freundlichem, kollegialem Umgangston..

Einen weiteren durchaus interessanten Gesichtspunkt bringt gegen Ende des Gesprächs mit den FN noch Bernd Ogiejko zur Sprache: "Es ist zwar nicht so, dass uns die Flüchtlinge auf der Nase herumtanzen würden", merkt er an, "jedoch werden die uniformierten Männer von Stund' an in besonderem Maße ernstgenommen". ad