Neue Studienstätte in Bronnbach brächte eine weitere touristische Aufwertung: Minister Peter Hauk zu Besuch bei der Orgelmanufactur Vleugels Region bietet sich an für ein Orgelmuseum

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Ingrid Eirich-Schaab

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Hardheim/Bronnbach. Angedacht ist ein Orgelmuseum schon lange. Als Standort schlug der Hardheimer Orgelbaumeister und Mitinitiator Hans-Georg Vleugels bereits vor knapp zehn Jahren das Kloster Bronnbach vor. Er nahm in dieser Angelegenheit damals Kontakt auf mit dem früheren Landrat des Main-Tauber-Kreises, Georg Denzer. Dann wurde es wieder still um das Vorhaben, bis vor kurzem nun ein weiterer Vorstoß in Richtung "Erlebniswelt Orgelbau" unternommen wurde.

Aufwertung von Bronnbach

"Es soll eine Studienstätte für Handwerk, Musik und Kunst werden", erklärte Hans-Georg Vleugels, als er Minister Peter Hauk das Projekt im Rahmen eines Firmenbesuches näher erläuterte. An dem Gespräch nahmen auch Hardheims Bürgermeister Heribert Fouquet und Wirtschaftsförderer Bernd Fesenbeck teil. Dieser hat erste konkrete Vorschläge für solch ein Orgelmuseum erarbeitet.

Bronnbach bietet sich nach Ansicht der Initiatoren gleich aus mehreren Gründen an: Die Region ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt für ihre Orgelbautradition. Im Erfatal-Museum findet aktuell eine Sonderausstellung über "Orgelbau und 150 Jahre Orgelbautradition in Hardheim" statt.

Vleugels besitzt viele Exponate

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Leihgeber zahlreicher Exponate wäre die Hardheimer Orgelbaumanufactur Vleugels, eine der fünf größten Orgelbaufirmen Deutschlands. Zur Verfügung stehen unter anderem mehrere bespielbare Orgeln.

"Mit im Boot" sind die Eigenbetriebsleitung von Kloster Bronnbach, der Landrat des Main-Tauber-Kreises, Reinhard Frank, sowie die ebenfalls sehr traditionsreiche Weikersheimer Firma für Orgelbauteile und Orgelbau Aug. Laukhuff GmbH & Co. KG. Sie ist der größte Hersteller von Orgelbauteilen weltweit.

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"Es wäre eine klare Aufwertung für das Land Baden-Württemberg, die Region, den Main-Tauber-Kreis und das Touristikgebiet 'Liebliches Taubertal'". Es wäre ein touristischer Zugewinn für die umliegenden Städte und Gemeinden bis nach Bad Mergentheim und Weikersheim mit seiner Musikakademie und Jeunesses Musicales Deutschland." Mit diesen Argumenten wurde gegenüber dem Minister für das angedachte Museum, die Vorteile des Standortes und für eine (finanzielle) Beteiligung des Landes geworben.

Wichtiger Orgelbauerstandort

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Zudem herrsche eine außergewöhnlich rege musikalische Tätigkeit in der Region, die es mit zu nutzen und einzubinden gelte.

Für die Einrichtung einer "Erlebniswelt Orgel" spricht nach Ansicht von Hans-Georg Vleugels auch, dass in Baden-Württemberg die größte Orgelbauerdichte besteht und das Land über ein weltweit bedeutendes Ausbildungszentrum, die einzige Orgelbauerschule in Deutschland verfüge (Standort Ludwigsburg). Orgelmuseen gebe es zwar in mehreren Bundesländern (Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen), nicht aber in Baden-Württemberg.

In Kontakt steht Vleugels mit den Vereinigten Emiraten, "die dabei sind, ein Orgelmuseum einzurichten." Er sei zwar grundsätzlich bereit mitzuwirken, aber es stelle sich für ihn auch die Frage, ob es nicht richtiger wäre, die vorhandenen Exponate im Land zu halten. Im Verlauf dieser Gespräche hat Vleugels den Wirtschaftsförderer Bernd Fesenbeck kennengelernt. "Nun brauchen wir weitere Unterstützung und suchen Fürsprecher. Die Initiative muss weiterleben und vor allem finanziert werden, wenn der Standort verifiziert ist," so der Appell an den Minister für Ernährung und ländlichen Raum.

Dieser hält die Idee für grundsätzlich gut. "Potenzial ist vorhanden: Schließlich haben wir auch die größte Musikschul- und Musikhochschuldichte von Deutschland und in Tauberbischofsheim erfolgt die Orgel- und Kirchenmusikerausbildung der Diözese Freiburg."

"Budget ist sehr begrenzt"

Als möglichen anderen Standort brachte Minister Hauk Schloss Merchingen ins Spiel. Es passe vom Gebäudezuschnitt, aber Merchingen liege nicht mehr im Leader-Gebiet. Und gerade über das Leader-Programm halten Hauk und auch Bürgermeister Fouquet Zuschüsse für denkbar.

"Das Budget ist sehr begrenzt", machte Peter Hauk ganz klar deutlich. Aus dem Konjunkturprogramm ergäben sich kaum Chancen, an Fördermittel zu kommen, da daraus schwerpunktmäßig energetische und schulische Projekte gefördert werden. Wohl aber aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum.

Es bestehe auch die Möglichkeit, das Ganze in den Unesco-Geopark einzubinden, regte Bürgermeister Fouquet an. "Das könnte touristisch dann eventuell mit der Wiederbelebung des alten Pilgerweges bei Bronnbach und Hardheim einhergehen." Fouquet kann sich auch durchaus vorstellen, dass in dieser touristischen Aufarbeitung die historische Verbindung von der Lindenmühle im Erftal mit dem Kloster Bronnbach berücksichtigt und in die Überlegungen eingebunden wird.