Gemeinderat Hardheim tagte - Gremium informierte sich über den Zustand des Hardheimer Waldes / Sanierung von Wegen beschlossen Große Gefahren für Monokulturen

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Teilweise erhebliche Schäden an Waldwegen haben die starken Niederschläge in den vergangenen Wochen verursacht. Der Hardheimer Gemeinderat machte sich am Freitag ein Bild von deren Ausmaß und beschloss eine umfassende Sanierung.

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Die starken Niederschläge der vergangenen Wochen haben im Hardheimer Forst zahlreiche Wege beschädigt. Der Gemeinderat beschloss nun deren Sanierung.

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Hardheim. Bei der Waldbegehung am Freitagnachmittag von den Repräsentanten der Forstverwaltung bestens über aktuelle Themen informiert, konnten die Gemeinderäte im Anschluss daran ihre Entscheidungen treffen und der Beschlussempfehlung der Verwaltung zustimmen. Das bedeutet, dass die durch den Starkregen in den vergangenen Wochen beschädigten Waldwege im Bereich "Honert" (unteres Erftal) instand gesetzt werden sollen.

Wo allgemeine Unterhaltungsarbeiten nicht ausreichen, ist ein Komplettaufbau der Wege vorgesehen. Mögliche Zuwendungen aus dem Programm zur Förderung des Wegebaus werden beim Regierungspräsidium Karlsruhe beantragt. Angestrebt wird eine Kompensation über Mehreinnahmen aus Holzerlösen. Auf jeden Fall müssen die im Verwaltungshaushalt für den Forst eingestellten Mittel auf etwa 50 000 Euro erhöht.

Unter den Aspekten Klimawandel und Unwetter sowie Verkehrssicherungspflichten und Jagdangelegenheiten warteten Forstbetriebsleiter Jörg Puchta und die Revierleiter Florian Pogorzelski und Klaus Hanke mit umfassenden Erläuterungen auf und beantworteten Fragen der Gemeinderäte.

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Bürgermeister Volker Rohms einführenden Gedanken und Erläuterungen zur Waldbegehung und denen von Forstbetriebsleiter Jörg Puchta schloss sich die Waldbegehung in dem nordwestlich von Hardheim gelegenen Distrikt 8 an, dem größten von insgesamt 41 Distrikten im Gemeindewald Hardheim mit einer Fläche von 482 Hektar.

Erster Haltepunkt war im "Grafenholz", wo die Forstvertreter zunächst die Differenzierung zwischen sogenannten Fahrwegen und Maschinenwegen sowie deren Entwicklung erläuterten. Zu hören war dabei, dass der Gemeindewald von Hardheim gut erschlossen ist und knapp 100 Kilometer Fahrwege und weitere 100 Kilometer Maschinenwege aufweist. Die starken Niederschläge Ende Mai/Anfang Juni haben im Gemeindewald einige gravierende Schäden an den Wegen verursacht. Solche verdeutlicht bekamen die Teilnehmer der Waldbegehung am Beispiel eines Wegeabschnitts mit dem Namen "Kniebreche". Hierbei handelte es sich um ein kurzes Steilstück, das saniert werden muss, weil die vorhandenen Ableitungen die Wassermassen nicht mehr fassen konnten und zum Teil verstopft waren. Dies hatte zur Folge, dass große Niederschlagsmengen wasserfallartig den Weg hinuntergerauscht waren und die Tragschicht schwer beschädigt hatten.

Förderung von Bund und Land

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Insgesamt müssen mehrere Kilometer Fahrweg instandgesetzt und Wasserableitungen neugeschaffen, bergseitige Gräben und Doleneinkäufe ausgebaggert, Bankette abgeschoben, Wegeprofile wieder hergestellt und Tragdeckschichten neu aufgebaut werden. Dies bezeichneten die Forstverantwortlichen als notwendig, um die Wegesubstanz zu erhalten. Zur Finanzierung sollen Fördermöglichkeiten von Land und Bund genutzt werden. An der Gemeinde bleiben dennoch 70 Prozent der Nettokosten hängen.

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Die Fördermöglichkeiten decken lediglich gravierende Schäden an der Tragschicht von Wegen ab. "Alle leichten Schäden wurden als nicht förderfähig bezeichnet, müssen jedoch trotzdem behoben werden", so Revierleiter Pogorzelski. Diese Maßnahmen stufte er als zweite Säule der Sanierungsarbeiten ein, die durch den Forsthaushalt der Gemeinde voll finanziert werden müssen. Bürgermeister Rohm betonte in diesem Zusammenhang: "Hardheim kämpft mit den Naturgewalten." Er sprach zudem die dadurch entstehenden Kosten an.

Nach diesem von Revierleiter Florian Pogorzelski vorgestellten Waldbild warteten Revierleiter Klaus Hanke und Forstbetriebsleiter Puchta an weiteren Waldbildern mit aufschlussreichen Erläuterungen auf. Etwa in der Abteilung 16 (Reiterspfad) mit einem etwa 35-jährigen Eichenstangenholz und der vorgesehenen Erstdurchforstung mit der Auswahl sogenannter Zukunftsbäume. Bei diesen handelt es sich um Bäume, die sich von den anderen Bestandsmitgliedern durch ihre gute Qualität und Vitalität unterscheiden und denen "in den 150 bis 170 Jahren nichts passieren sollte, bevor sie geerntet werden".

Idealbild beschrieben

Auch zu den weiter besuchten Waldbildern wurden umfassende Erläuterungen gegeben, so zum zu einem etwa 45 Jahre alten Douglasien-Bestand und den dort vorgesehenen Intentionen. Mit Blick auf ein weiteres Waldbild betonte Jörg Puchta, "dass etwas mit unserem Klima nicht mehr stimmt" und für die Förster ein Mischbestand mit einer großen Baumartenvielfalt und einer Altersstufigkeit eher ein Idealbild darstellt als ein nahezu gleich alter, aus einer Baumart bestehender Wald. Jeden Reinbestand sah er großen Gefahren ausgesetzt. Weiter ging es mit aufschlussreichen Waldbildern, wobei auf einen in der letzten Einschlagsaison vorgenommenen Hieb entlang der Gasleitungstrasse ebenso hingewiesen wurde wie auf die Verkehrssicherungspflicht und die damit verbundenen Kontrollen.

Der Waldbegehung schloss sich die Gemeinderatssitzung mit der Beschlussfassung zur Bereitstellung von Haushaltsmitteln für die Instandsetzung der Waldwege an. Zudem beschloss das Gremium, dass der Jagdbogen Hardheim "Nord-West" bei der nächsten 2019 anstehenden Entscheidung über die Jagdverpachtung weiterhin als Regiejagd bewirtschaftet und nicht verpachtet werden soll.

Der Gemeinderat stimmte schließlich auch für die Anschaffung eines Kühlwagens zur Lagerung von erlegtem Wild. Dieser soll auch an andere Reviere innerhalb Hardheims verliehen werden können. Z