Verbandes der Odenwälder Museen und Sammlungen - Mitgliederversammlung in Höpfingen Den Museumsvereinen fehlt der Nachwuchs

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Höpfingen. 26 Mitgliedsmuseen hat der Verband der Odenwälder Museen und Sammlungen, und alle treibt sie ein Thema um: Nachwuchssorgen. Die Aktiven in den Reihen der Museumsvereine gehören überwiegend der "Generation 60 plus" an, jüngere Geschichtsfreunde frönen ihrem Hobby eher zu Hause denn im Rund der weniger werdenden ehrenamtlichen Mitarbeiter.

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"Wie machen wir unsere Museen attraktiver für Mitarbeiter und Besucher?" war daher die Kernfrage bei den Treffen des Verbands in Eberbach und Obrigheim. Und auch bei der Mitgliederversammlung in Höpfingen kam Vorsitzender Thomas Naumann (Walldürn/Gottersdorf) nicht umhin, erneut auf das Jahresthema einzugehen.

Sein Fazit nach den Bestandsaufnahmen in den Häusern von Neunkirchen bis Merchingen: Alle beklagen das Fehlen einer ganzen Altersstufe (von 20 bis 40) und bemühen sich auf verschiedenen Wegen, neue Kräfte zu gewinnen. "Es gibt derzeit kein einheitliches Bild in punkto ehrenamtlicher Arbeit bei unseren Mitgliedmuseen, und dieses einheitliche Bild wird es auch nie geben."

Auf die thematisch sehr vielfältig angelegten Museen sieht Naumann Strukturprobleme zukommen, die individuell zu besprechen und zu lösen sein werden. Als weitere Erkenntnis der Diskussion hielt er fest: Um den klassischen Museumsverein speziell für Jüngere attraktiver zu machen, sollte man sich thematisch stärker als bislang der Zeitgeschichte annähern.

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Ganz aktuell sprach Thomas Naumann die "Integration von Flüchtlingen in die Museumsarbeit" an - Thema einer Fachtagung der "Deutschen Gesellschaft für Volkskunde".

Zuvor hatte er den Tagungsort ins Gespräch gebracht: Höpfingens Bürgermeister und Heimatvereinsvorsitzender Adalbert Hauck, der an diesem Abend für die historische Forschung nutzbare moderne Digitalisierungstechniken vorgestellt hatte, sieht in Museumsarbeit weitaus mehr als die Betreuung der Sammlungen und Konzeption von Ausstellungen.

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Für lokalgeschichtlich zu erforschende Themen wie "Hausnamen" oder "Kinderarmut" könne man Arbeitsgemeinschaften mit interessierten Bürgern bilden.

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Einem, der nicht nur mit großem Interesse, sondern mit Leidenschaft Forschungen in diesem Sinne betrieb, ließ die Versammlung eine besondere Auszeichnung zukommen: Dr. Hans Herminghaus (Eberbach) wurde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Von 1982 bis 2002 war der frühere Leiter des Heimatmuseums Neunkirchen stellvertretender Verbandsvorsitzender und hat auch über diese Zeit hinaus, so Naumann, "Grundlegendes für unseren Verband geleistet" und immer wieder Ideen eingebracht.

Finanziell ist der Verband gut aufgestellt, wie Kassier Dieter Gräf (Merchingen) informierte. Positiv fiel auch der Prüfbericht von Wolfgang Mackert (Buchen) aus.

Ebenso zollte Adalbert Hauck Kassenführer sowie Vorstandsteam Dank für die geleistete Arbeit und beantragte die einstimmig gewährte Entlastung.