Kolpingsfamilie - 20 Teilnehmer bei den 32. Besinnungstagen Botschaft der Propheten war Thema

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Hardheim. Die inzwischen 32. Besinnungstage der Kolpingsfamilie Hardheim, welche erstmals nicht an einem Wochenende stattfanden, führten die rund 20 Teilnehmer dieser Tage ins Haus Rafael des Kinder- und Jugenddorfs Klinge/Seckach. Mit insgesamt drei Einheiten ging Oberstudienrat Pfarrer Johannes Ghiraldin (Tauberbischofsheim) auf "die soziale Botschaft der Propheten im Blick auf die Gegenwart" ein.

Blick in die biblische Zeit

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Nach Vorstellung und Intro ging der Geistliche auf die Rolle der Propheten in der biblischen Zeit ein: Während in babylonischer oder ägyptischer Kultur Götter oder gottesähnliche Gestalten regierten, waren es in Israel Menschen, denen ein besonderer Verantwortungsauftrag zukam. Man unterscheide zwischen Jesaia, Jeremia, Ezechiel und Daniel als "große" Propheten, zwölf "kleinen" Propheten mit weniger umfangreichen Schriften und Propheten, die zwar keine eigens nacherzählten Schriften hinterließen, aber dennoch eine wichtige Rolle ausübten.

Besonders zu Herzen ging der dritte Abschnitt, der die Verhältnisse zu Zeiten des Propheten Nabot mit heutigen Gegebenheiten verglich -wobei die Unterschiede in der Dritten Welt partiell erschreckend gering seien: Zwar prangerten Hilfsorganisationen, Kirchen und Einzelpersonen stets die Missstände an, "doch zahlen Hilfswillige mit nicht mehrheitsfähigen Visionen in der Regel einen sehr hohen Preis", wie Ghiraldin anmerkte. Gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen Korruption und Waffengewalt an der Tagesordnung sind und guerillaartige Zustände herrschen, gehörten derartige Probleme nach wie vor zum üblichen Alltagsbild. Am Beispiel des österreichischen Bischofs Erwin Kräutler ("Dom Erwin"), der in Xingu/Brasilien wirkt und aufgrund seines Engagements mehrfach zur Zielscheibe persönlicher Anschläge wurde, veranschaulichte Johannes Ghiraldin die heutige Problematik.

Alle Einheiten wurden mit lebhaften Diskussionsrunden beschlossen, in denen die Teilnehmer ihre eigene Meinung kundgeben und begründen konnten. Eine Bilderrevue von Hiltrud und Josef Löffler (Erfeld) über eine Reise nach Polozk/Weißrussland, wo Josef Löffler das Grab seines im Krieg gefallenen Vaters fand, rundete die Besinnungstage ab. Nach der Messe mit Spendung des Reisesegens traten die Teilnehmer die Heimreise an. ad