Pfarrgemeinde Hardheim feiert ihr Patroziniumsfest - Festgottesdienst am Sonntag / Kirchenchor und Schweinberger Musiker wirken mit Alban kam als Märtyrer bei Mainz ums Leben

Von 
Ingrid Eirich-Schaab
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Hardheim. Die Pfarrgemeinde Hardheim feiert am Sonntag, 19. Juni, ihr Patrozinium, das Fest des heiligen Albanus. Aus diesem Anlass ist um 10.30 Uhr ein Festgottesdienst, den Pfarrer Rapp zelebriert. Der Kirchenchor St. Alban Hardheim (Leitung Jutta Biller), Stephanie Heiden an der Orgel und Musiker (Bläser) des Musikvereins Schweinberg führen gemeinsam die lateinische Messe "Missa pro patria" von J. B. Hilber auf. Damit wird die im vergangenen Jahr bei der "Italienischen Nacht" des Musikvereins Schweinberg begonnene freundschaftliche Kooperation zwischen beiden Vereinen fortgesetzt und um einen weiteren Höhepunkt erweitert.

Das Fest ihres Kirchenpatrons Albanus feiert die Pfarrgemeinde Hardheim am Sonntag. Eine große Statue desselben mit Schwert und erhobener Hand mahnt zu Besinnung, Innehalten und Überdenken des eigenen Tuns.

© Eirich-Schaab
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Über den Kirchenpatron ist relativ wenig bekannt. In historischen literarischen Schriften wird er - außer in einer mittelhochdeutschen Albanus-Vita - kaum erwähnt.

Über Alban ist wenig bekannt

Der Name Albanus kommt wohl aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "aus der Stadt Alba (Longa) bei Rom Kommender" oder "der Weiße".

Albanus war ein Märtyrer. Einen geschichtlichen Hinweis liefert das "Martyrologium" des Hrabanus Maurus (gestorben 856). Dieser war zuerst Benediktinermönch, später Abt von Fulda und schließlich Erzbischof von Mainz.

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Hrabanus Maurus berichtet, dass Alban nach dem Jahr 400 von einer Insel im östlichen Mittelmeer über Oberitalien und Ostgallien als Glaubensverkünder auf einer Missionsfahrt in den fränkischen Raum und nach Mainz gekommen sei, wo er als Priester wirkte und um 406 von den Vandalen (Hunnen) bei der Zerstörung der Stadt Mainz um 406 erschlagen worden sei.

Anderen Quellen zufolge soll er als Schüler und Begleiter des Bischofs Theonestus von Rom über Mailand nach Gallien gezogen sein, um dort zu missionieren. Dabei sei er vor die Stadt geschleppt und enthauptet worden.

Schwert in der Hand

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Welchen Weihegrad er hatte, sagen die reichlich legendenhaften Quellen nicht, weshalb Albanus sehr früh als Diakon abgebildet ist.

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Einige Forscher hat der Festtag zu einer Identifizierung mit dem gleichnamigen englischen Märtyrer Alban veranlasst, der später Priester der Diözese Mainz war.

Sein Kult wurde in karolingischer Zeit um 800 n. Chr. weit über die Grenzen von Mainz hinausgetragen. Die volkstümliche Verehrung des heiligen Alban, dessen eigentlicher Gedenktag der 21. Juni ist, ist heute im süddeutschen Raum noch lebendig. Auf Darstellungen findet man ihn manchmal mit abgeschlagenem Kopf in der Hand und mit einem Schwert. Als Patron der Bauern soll er dem ökumenischen Heiligenlexikon zufolge unter anderem gegen Unwetter, Hals- und Kopfschmerzen, Pest, Epilepsie und Harnwegerkrankungen helfen.

Seit wann Albanus Kirchenpatron von Hardheim ist, weiß man nicht. Genauso wenig ist bekannt, ob die alte Hardheimer Kirche - das Gotteshaus, das bis Ende des 19. Jahrhunderts an der Stelle der heutigen Pfarrkirche stand - bereits dem heiligen Albanus geweiht war. Den ersten Gottesdienst in der heutigen Kirche ("Erftaldom") feierten die Hardheimer am 10. Juli 1894, verbunden mit der Firmung. Am 25. Dezember 1894 war der Bau beendet.

"Missa pro patria" zum Fest

An Ostern 1979 wurde die damals neu einstudierte Hilber-Messe "Missa pro patria" erstmals vollständig mit Bläser- und Orgelbegleitung vom Hardheimer Kirchenchor St. Alban unter der Leitung von Richard Leiblein aufgeführt. Seitdem gehört sie zum festen Repertoire des Chores und wird immer wieder gerne gesungen. So auch in diesem Jahr zum Festgottesdienst am Patroziniumsfest am Sonntag, 19. Juni. Beginn 10.30 Uhr.

Der ungewohnten Rhythmik, den Tonbewegungen und Dissonanzen dieses modernen Satzes merkt man die Tonsprache der Zeit (1941 komponiert) an. Die Ordinarienteile und besonders das Gloria sind sehr stark am gregorianischen Choral orientiert. Ein Credo hatte die Messe ursprünglich keines - es wurde vom Komponist auf vielfachen Wunsch 1956 ergänzt.

Moderne Tonsprache

Der Schweizer Komponist Johann Baptist Hilber (1891-1973) war auf der Suche nach einem neuen Stil in seinem Werk. Die eingesetzten Stilelemente gehen in Richtung der modernen Tonsprache. Dabei vermengte Hilber - wie erwähnt - Elemente der Gregorianik und Merkmale des klassischen Bläsersatzes (festliche Fanfarenklänge), die besonders deutlich im "Laudamus te" des Glorias zum Ausdruck kommen.

Denn ursprünglich war die Messe als große Bläser- und aus ihrer Entstehung heraus als Wallfahrtsmesse zur Aufführung im Freien gedacht: Aus Angst, dass Deutschland 1939 auch die Schweiz angreifen könnte, riefen die Schweizer Bischöfe zu einer großen Wallfahrt mit Jubiläumsbundesfeier nach Sachseln-Flüeli auf. Die Komponisten waren aufgefordert, zu diesem Anlass eine besondere Messe zu komponieren. J. B. Hilber gewann mit seiner "Missa pro patria" den ersten Preis.

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