Grundschule - Neue Streitschlichter ausgebildet / Bewährtes System wird an der Grundschule Grünsfeld/Wittighausen fortgeführt Wichtiger Baustein der Gewaltprävention

Von 
Matthias Ernst
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Grünsfeld. Streitschlichtung gehört in der Grundschule Grünsfeld/Wittighausen schon seit längerer Zeit zum sozialen Miteinander. Doch erst seit einem Jahr schlichten auch Grundschüler schon die Streitigkeiten ihrer Mitschüler. An zwei Tagen in der Woche wird in den großen Pausen die Streitschlichtung angeboten – und auch rege angenommen. Deshalb wurden im November letzten Jahres und im Februar dieses Jahres am Standort Grünsfeld neue Streitschlichter aus der dritten Klasse ausgebildet, da die bisherigen Streitschlichter die Schule in einem halben Jahr verlassen werden.

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Neun Kinder verfassten eine schriftliche Bewerbung, in der sie notierten, warum sie Streitschlichter werden möchten. Danach durften sie an der dreitägigen Ausbildung teilnehmen.

Win-Win-Lösung suchen

Die Inhalte waren Theorien der Kommunikation, Erkennen von Gefühlen, Methoden und Strategien der Mediation. Dies wurden den Kindern unter anderem durch Spiele, Übungen, Gruppenarbeiten und Rollenspielen vermittelt.

Durchgeführt wurde die Streitschlichterausbildung von der Schulsozialarbeiterin Julia Holzmann mit Hilfe von Gabriele Lingel und Christine Görlitz. Die Kinder hatten tolle Ideen und arbeiteten voller Tatendrang mit, sodass sogar schon die ersten richtigen Streitigkeiten der Kinder gelöst werden konnten.

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Das Prinzip der Streitschlichtung ist einfach aber effektiv. Die Streitenden berichten von ihrem Streit, dabei hören die Streitschlichter aktiv zu, reflektieren das Gehörte und fragen nach den Gefühlen der Kinder. Die Lösungssuche ist der nächste Schritt.

Um eine gemeinsame Lösung, oder eine Win-Win Lösung zu erreichen muss manchmal ein bisschen diskutiert und überlegt werden. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, mit der beide Streitparteien zufrieden sind. In einer Vereinbarung, die von den Beteiligten unterschrieben wird, halten die Schlichter die Lösung fest. Am Ende wird ein Entschuldigungs-Ritual durchgeführt, durch das der Streit endgültig begraben ist.

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Die Schlichter haben vielseitige Aufgaben. Neben dem Durchführen des Streitschlichtungsprozesses müssen die Schlichter auch auf die Einhaltung der Gesprächsregeln achten, sich allparteilich verhalten, Empathiefähigkeit besitzen und den Überblick behalten.

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Alle Streitschlichter bewiesen dabei große Geschicklichkeit und Fingerspitzengefühl, sowohl bei der Streitschlichtung, als auch den Streitenden gegenüber.

Die Streitschlichtung ist ein wichtiger Baustein der Gewaltprävention an der Schule, berichtet Schulleiter Uwe Schultheiß. Außerdem trainieren die Kinder Sozialkompetenzen und sie lernen Methoden, mit einem Streit umzugehen und dadurch eigenständig zu werden.

Die Kinder gehen gern zur Streitschlichtung, weil sie wissen, dass sie ernst genommen werden, sie nicht bestraft werden und ihnen geholfen wird eine Lösung zu finden, mit der sie zufrieden sind. Auch im Lehrerkollegium ist die Streitschlichtung gut angesehen, da sie helfen kann den Alltag zu entlasten. Am Ende der drei Tage erhielten die Kinder ihre Urkunde. Mit dieser Befähigung konnten sie direkt am nächsten Tag anfangen Streit zu schlichten. Alle neun neuen Streitschlichter freuen sich auf ihre Aufgabe. mae