Fastnacht

Prinzenpaar der Hasekühle hat den Grünsfelder Rathausschlüssel ergattert

Bürgermeister Joachim Markert hat die „Herrschaft“ über die Stadt an die Narren übergeben

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feu
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Das Prinzenpaar Christina Reichert und Patrick Endres hat von Bürgermeister Joachim Markert (hinten) den Rathausschlüssel ergattert. © Ulrich Feurstein

Grünsfeld. Die Zwangspause ist vorbei: Nach drei Jahren schwingen die Narren wieder das Zepter in der ehemaligen Gauhauptstadt. Christina III. und Patrick II. übernahmen mit ihrer Inthronisation als Prinzenpaar die Regierungsgeschäfte. Das Prinzessinnenduo Pauline I. und Emma I. unterstützt die närrischen Tollitäten bei ihrer Tätigkeit. Bürgermeister Joachim Markert trug die freundliche Übernahme mit Fassung. Nachdem er den Schlüssel an die neuen Regenten übergeben hatte, wurde er in den (vorläufigen) Ruhestand verabschiedet.

Unter den Augen zahlreicher närrischer Gäste ging der „Amtswechsel“ über die Bühne. Das historische Rathaus und der zum Narrenbaum umfunktionierte Christbaum bildeten die Kulisse für die Inthronisation.

„Wir sind froh, dass es wieder losgeht“, erklärte Christian Leue-Huband sich. Die gute Laune ließ der Sitzungspräsident sich auch nicht vom schlechten Wetter verderben. Mit etwas Fantasie konnte man den Nieselregen auch als Freudentränen verstehen über die Rückkehr der Narren nach so langer Abstinenz.

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Christian Leue-Huband führte auch die Narrenschar an, die das Rathaus stürmte. Joachim Markert blieb nichts anderes übrig, als abzudanken. Der Bürgermeister zeigte, dass er nichts verlernt hat. Mit geschliffenen Reimen begrüßte er die „Hasekühle“ und überreichte augenzwinkernd den Rathausschlüssel.

Mit einer Premiere können die „Hasekühle“ beim Kinderprinzenpaar aufwarten. Pauline I. (Kuhn) und Emma I. (Stoy) regieren als Prinzessinnenduo den närrischen Nachwuchs. „Es wurde gesucht und gesucht“, berichteten die beiden. „Alle Jungs kneifen“, war am Ende die bittere Erkenntnis. Das kümmerte die beiden besten Freundinnen nicht. „Die Jungs sind alle Pfeifen“, erklärten sie selbstbewusst und verkündeten, ihr Amt mit „Girl-Power“ ausüben zu wollen. An närrischer Erfahrung fehlt es ihnen nicht. Schon in der Purzelgarde waren sie für die „Hasekühle“ aktiv. Beide haben zudem die Narretei quasi im Blut. Ihre Großeltern waren vor etlichen Jahren bereits Prinzenpaar.

Erfahrung in Sachen Narretei haben auch Christina Reichert und Patrick Endres. Das neue Prinzenpaar ist seit vielen Jahren mit der Fasnacht eng verbunden. Sie stammt aus Assamstadt, einer echten Fasnachtshochburg. Er gehört seit Kindesbeinen zu den „Hasekühle“ und amtiert schon lange als Elferrat. Gemeinsam versprachen die beiden, Frohsinn und Heiterkeit bis Aschermittwoch zu verbreiten.

Unverzichtbarer Bestandteil der Narretei am Ort ist auch der „Niedermeyer Hannes“. Bernd Kuhn glossierte mit seinen Verlautbarungen in der Uniform eines ehemaligen Ordnungshüters das örtliche Geschehen der zurückliegenden Monate auf närrische Weise. Nach drei Jahren Abstinenz sind die „Hasekühle“ das närrische Treiben nicht mehr gewohnt, hat der „Hannes“ feststellen müssen. Ihm ist zu Ohren gekommen, dass es Vereinsmitglieder gibt, die den närrischen Terminkalender nicht mehr kennen.

Zu Beginn der Zeremonie waren die ehemaligen närrischen Regenten verabschiedet worden. Prinzenpaar Clarissa I. und Mario I. und Kinderprinzenpaar Yara I. und Bastian II. gehen in die Historie der „Hasekühle“ als diejenigen mit der längsten Amtszeit ein. Wegen der Corona-Bestimmungen hatte es in den vergangenen Jahren keine Inthronisation gegeben. „Die werden sich doch nicht vor dem Rathaus festkleben, weil sie nicht abdanken wollen“, hatte der „Niedermeyer Hannes“ geunkt. Die Verabschiedung ging dann aber reibungslos über die Bühne.

Für den stimmungsvollen Rahmen während der Inthronisation sorgte die Musikkapelle unter der Leitung von Thomas Mohr. Die närrische fünfte Jahreszeit geht nunmehr in ihre heiße Phase. Höhepunkt ist die Prunksitzung am Samstag, 4. Februar, in der Stadthalle. feu