Neujahrsempfang in der Stadthalle

Grünsfeld nimmt viel Geld in die Hand

Bürgermeister Joachim Markert zog Bilanz und blickte voraus

Von 
feu
Lesedauer: 
Bürgermeister Joachim Markert ging beim Neujahrsempfang auf die Situation der Stadt Grünsfeld ein und stellte die künftigen Aufgaben und Investitionen vor. © Ulrich Feuerstein

Grünsfeld. Mit Schwung ins neue Jahr: Das verspricht Joachim Markert den Bürgern seiner Kommune. Beim Empfang in der Stadthalle gab der Bürgermeister einen Überblick und nannte Handlungsfelder für das neue Jahr.

Zahlen sprechen für sich

Die Zahlen sprechen für sich. Die gute konjunkturelle Lage macht es möglich, dass der Gemeinderat in Kürze über einen Haushalt mit einem Rekordvolumen von 16,1 Millionen Euro abstimmen kann. Davon sind rund drei Millionen Euro für Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen. Die Pro-Kopf-Verschuldung erhöht sich von 190 Euro auf 320 Euro. Für Markert kein Grund zur Sorge: „Wir belegen einen Spitzenplatz im Kreis.“

Geplant ist jedenfalls einiges. Für rund 1,2 Millionen Euro wird der Bergweg generalsaniert. Für die Sanierung der Stadtmauer sind 450 000 Euro eingeplant. 100 000 Euro soll die Sanierung des Treppenaufgangs zum „Kindercampus“ kosten. Die Grünsfelder Feuerwehr bekommt ein neues Mannschaftstransportfahrzeug für rund 150 000 Euro.

Mehr zum Thema

Neujahrsempfang

Tauberbischofsheim: Bürgermeisterin für Toleranz und Respekt

Veröffentlicht
Von
Heike von Brandenstein
Mehr erfahren
Stadt Boxberg

Boxberg: Gewerbegebiet „Seehof“ soll weiter wachsen

Veröffentlicht
Von
Sascha Bickel
Mehr erfahren

Im ganzen Stadtgebiet werden die Sirenen elektronisch umgerüstet. „Als einzige Kommune im Kreis haben wir eine Förderzusage des Bundes in Höhe von 100 000 Euro erhalten“, berichtete Markert sichtlich stolz. Geld gibt es auch für Spielplätze, Straßen und Feldwege.

Markert kündigte die Verabschiedung eines neuen Flächennutzungsplans an. Mit ihm sollen das Neubaugebiet am Göbel um drei Hektar und der Industriepark am Waltersberg um rund 20 Hektar erweitert werden.

Von den Investitionen sollen auch die Ortsteile profitieren. Im Dorfgemeinschaftshaus Krensheim werden die Fenster ausgetauscht. In Kützbrunn soll ein kleines Naherholungsgebiet an den Gartengrundstücken entstehen. Fest eingeplant ist ein Zuschuss über das Leader-Aktionsprogramm. Zimmern erhält ein 0,7 Hektar großes Neubaugebiet.

Der Gemeinderat sieht sich nach Markerts Angaben auch der Nachhaltigkeit verpflichtet. Aus diesem Grund will man gemeinsam mit Igersheim die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten ausschreiben. Die Straßenbeleuchtung wird komplett auf LED umgestellt. 100 000 Euro stehen zudem im Haushaltsplan, um den „Kindercampus“, das Pumpwerk in Grünsfeldhausen und die Kläranlage mit Photovoltaik nachzurüsten.

Die Kommune profitiert, so Markert, zudem von Investitionen des Landkreises und der Deutschen Bahn. Vier Millionen Euro sind für die Sanierung der Kreisstraße von Zimmern nach Messelhausen veranschlagt.

Bis 2025 soll die Straße auf einer Länge von 2,2 Kilometern erneuert und wesentlich verbreitert werden. Unter der Regie des Landkreises werden auch die Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut.

Die Bahn errichtet eine Lärmschutzwand an der Strecke zwischen Bahnhof und Wohngebiet Egelsee. Außerdem ist geplant, im nächsten Jahr die Bahnsteige in Grünsfeld und Zimmern für fast sechs Millionen Euro zu generalsanieren.

Grußworte

Beeindruckt vom „Vertrauen der Grünsfelder in die Zukunft“ zeigte sich Wolfgang Reinhart. Seiner Meinung nach haben sie auch allen Grund dazu. Corona habe deutlich gemacht, dass das Leben auf dem Land wieder angesagt ist.

Hier könne man gut und günstig wohnen. Mit den Investitionen, davon war Reinhart überzeugt, kann Grünsfeld zuversichtlich in die Zukunft blicken.

„Kräftezehrende Jahre liegen hinter uns“, meinte Nina Warken. Sie sprach aber auch von neuen Hoffnungen, obwohl „nicht alle Sorgen verschwunden sind.“ Warken wollte die Krise als Chance verstanden wissen, Neues zu wagen. Grünsfeld sah sie in dieser Hinsicht gut aufgestellt. Sie ermunterte die Kommune, über den Tellerrand hinauszuschauen und mit anderen zu kooperieren. „Gemeinsamkeit ist das Gebot der Stunde“, betonte Warken.

Den „Aufbruch in eine neue Zeit“ beschwor Christoph Schauder. Er wollte „vorwärtsgewandt in die Zukunft schauen“ und „wichtige Themen mit Zuversicht angehen“. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sah er in der Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs. „Die Frankenbahn ist eine große Baustelle“, erklärte er. Er wolle das Land und die Deutsche Bahn nicht aus der Verantwortung lassen. „Ein attraktiver ÖPNV ist kein Privileg von Ballungszentren.“

Partnerschaftsjubiläum

Anton Kappl übermittelte Grüße aus der Oberpfalz und freute sich, „unter Freunden“ sein zu dürfen. Mit großen Erwartungen sah er den Feierlichkeiten zum Jubiläum „50 Jahre Städtepartnerschaft Grünsfeld/ Pfreimd“ entgegen. „Wir haben viel vor“, versprach er und kündigte schon einmal an, dass gebührend gefeiert wird.

Am Ende des Bürgerempfangs sprach Stadtpfarrer Oliver Störr Glück- und Segenswünsche.

Für die musikalische Gestaltung sorgte der Fanfarenzug „Fränkische Herolde“ aus Kützbrunn unter der Leitung von Christian Düll. Eine Abordnung der „Hasekühle“ stimmte ein auf die fünfte Jahreszeit. feu