"Vielfalt in aller Munde" - Erstes Taubertäler Saatgutfestival Vielfalt der Pflanzen bedroht

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Grünsfeld. "Vielfalt in aller Munde": So lautet das Motto des ersten Taubertäler Saatgutfestivals. Hobbygärtner und Pflanzenfreunde treffen sich am Sonntag, 26. April, in der Stadthalle. Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr. Ausrichter ist das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Region Main-Tauber.

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"Das erste Taubertäler Saatgutfestival will die Vielfalt der Kulturpflanzen erhalten und fördern", erklärt Isabell Noor. Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Gentechnikfreie Region Main-Tauber hat zusammen mit ihrem Vorstandsteam in den letzten Wochen und Monaten Anbieter von Saatgut aus der Region kontaktiert. Rund 20 haben ihre Teilnahme zugesagt.

Auf rund 500 Quadratmetern können die Gäste eine überwältigende Vielfalt von Saaten verschiedener Gemüsearten und -sorten erleben. Insbesondere solche, die im konventionellen Handel nicht angeboten werden. Alle, die Samen nicht gern selber aussäen, kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Für ein reichhaltiges Sortiment an Jungpflanzen ist gesorgt, besonders von Tomaten und Paprikaverwandten, die ja schon im März ausgesät werden.

Das Saatgutfestival will auch eine Tauschbörse sein. Wer selber Samen oder Jungpflanzen hat, kann diese mitbringen und sie unentgeltlich tauschen. Der Tauschbereich wird in der Stadthalle extra ausgewiesen.

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Das Festival möchte auch einen Beitrag zur regionalen Vernetzung leisten. Vereine, Institutionen und Privatpersonen, die sich auf verschiedenen Ebenen für die Vielfalt der Kulturpflanzen einsetzen, sind aufgefordert zu kommen. "Der gemeinsame Austausch und das gegenseitige Kennenlernen können dabei wertvolle Synergien erzeugen", ist Noor überzeugt.

Das Saatgutfestival verheißt darüber hinaus Gaumenfreuden. Zum Motto "Vielfalt in aller Munde" gehört nämlich auch der kulinarische Genuss. Anbieter verschiedener regionaler kulinarischer Spezialitäten bieten ihre Waren an.

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Abgerundet wird der Ausstellerkreis durch Stände mit inhaltlich verwandten Themen, zudem wird die Dorothea-von-Rieneck-Schule ihre Aktivitäten vorstellen. Nicht zuletzt sind begleitende Kurzvorträge vorgesehen, bei denen verschiedene Aspekte der Förderung der Saatgutvielfalt angesprochen werden.

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Das Aktionsbündnis will mit dem Saatgutfestival darauf aufmerksam machen, dass die Vielfalt der Kulturpflanzen bedroht ist. "Lobbygruppen der Saatgutindustrie wünschen eine weitere Einschränkung des Saatgutverkehrs", betont Isabell Noor.

Die Vorlage eines Entwurfes für die Novellierung der EU-Saatgutverordnung im Juni 2013 durch die Europäische Kommission habe das mehr als deutlich gemacht.

Diesen Bestrebungen hat sich ihren Angaben zufolge eine Vielzahl von Verbänden, die sich für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt einsetzen, mit Vehemenz und großem Engagement entgegengestellt. Und ihre Aktivitäten waren schließlich erfolgreich: Am 25. Februar 2015 hat die EU-Kommission die Saatgutverordnung endgültig zurückgezogen.

Nun gehe es, so Noor, darum, sich weiter "für die Sicherung unseres Kulturpflanzenerbes einzusetzen". Der Erhalt der Vielfalt muss in ihren Augen ein allgemeines Anliegen werden. Kleine Anbieter dürfen nicht mehr durch eine überbordende Bürokratie gegängelt werden. "Es muss Schluss sein mit gesetzlichen Beschränkungen auf kleine Saatgutmengen." feu