Freiwillige Feuerwehr - Aufgabe der Hauptübung war die Bekämpfung starker Rauchentwicklung in der Biogasanlage Gutes Zusammenspiel der Einsatzkräfte

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Bei der Hauptübung galt es für die Feuerwehren aus dem Grünsfelder Stadtgebiet zusammen mit dem Katastrophenschutz eine starke Rauchentwicklung in der Biogasanlage zu bekämpfen.

© Ulrich Feuerstein

Grünsfeld. Starke Rauchentwicklung im Betriebsgebäude der Biogasanlage. So lautete das Krisen-Szenario bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr. 75 Floriansjünger aus allen Stadtteilen sowie der Katastrophenschutzzug Main-Tauber kamen am Waltersberg mit mehreren Fahrzeugen zum Einsatz.

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Realistisch war das schon: In einem Raum entstand ein Brand, der sich über das ganze Gebäude ausbreitete. Starke Rauchentwicklung führte dazu, dass zwei Personen eingeschlossen wurden. Ohne Hilfe war an ein Entkommen nicht zu denken. Die Männer und Frauen der Wehr hatten die Aufgabe, das Feuer zu löschen und die Vermissten zu evakuieren.

"Die Ortskenntnis ist für uns besonders wichtig", erklärte Elmar Schmieg, Einsatzleiter und Stadtkommandant. Nur so seien die Floriansjünger in der Lage, schnell und angemessen zu reagieren.

Das taten sie auch. Nach 15 Minuten hatten die Atemschutzträger die erste Person aufgespürt, kurz darauf die zweite. Dass die beiden Vermissten so schnell gefunden wurden, war der Wärmebildkamera zu verdanken. Mit einer solchen ist auch das neue Löschfahrzeug ausgestattet, das die Grünsfelder Wehr demnächst bekommt. Es sei sehr hilfreich gewesen, den Umgang mit diesem Gerät schon einmal auszuprobieren, meinte Schmieg.

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Die Feuerwehren aus den Ortsteilen Hausen, Paimar, Kützbrunn, Krensheim und Zimmern waren ebenfalls beteiligt. Sie hatten die Aufgabe, die Wasserversorgung sicherzustellen. Das hat nach Schmiegs Einschätzung gut geklappt. Nach 45 Minuten stand die Leitung.

Eine respektable Leistung, wenn man bedenkt, dass vom Grünbach im Tal bis zur Biogasanlage eine Entfernung von rund zweieinhalb Kilometern und eine Höhendifferenz von etwa 90 Metern überwunden werden musste. Im Ernstfall bedient sich die Wehr zweier Zisternen aus dem nahegelegenen Industriepark. "Das verkürzt die Zeit entscheidend", versicherte Schmieg.

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Unterstützung erhielten die Grünsfelder Floriansjünger vom Katastrophenschutz Main-Tauber mit Feuerwehren aus Bad Mergentheim und Umgebung. Zugführer Jochen Herrschlein lobte die gute Kooperation. Und das obwohl man noch nie in dieser Zusammensetzung miteinander im Einsatz war. Es habe ein paar Anfangsschwierigkeiten gegeben, räumte Herrschlein ein. Das sei aber der mangelnden Ortskenntnis geschuldet gewesen. "Bei einer genaueren Einweisung ist das künftig kein Problem."

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Wie wichtig diese Übung war, wird klar, wenn man daran denkt, dass vor zwei Jahren auf einer Biogasanlage in Gissigheim ein Feuer ausbrach. Das Gebäude, in dem sich die gesamte Technik befand, geriet damals in Brand. Zwei sich daneben befindende Großgastanks explodierten glücklicherweise nicht. Ein Schaden im siebenstelligen Bereich entstand.

Die Beinahe-Katastrophe von 2014 macht aber auch deutlich, dass bei einer Biogasanlage die Betriebssicherheit eine große Rolle spielt. Bei falscher Bedienung, bei Konstruktionsfehlern und Materialschäden besteht die Möglichkeit einer Verpuffung oder Explosion. Folgenschwer können damit verbundene Umweltschäden sein, vor allem durch Eintrag von Gärsubstraten oder Gärresten in Gewässer. In Einzelfällen können auch Schadgase in erheblichem Umfang emittiert werden.

Wie die Grünsfelder Wehr in solchen Fällen vorgeht, muss Aufgabe einer weiteren Übung sein. feu