Organisten - Edeltraud Englert spielt seit 60 Jahren zu kirchlichen Anlässen und in Gottesdiensten die Orgel Ein Geschenk für die Pfarrgemeinde

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Die Jubilarin inmitten der Ministranten und des Kirchenchores sowie mit Vikar Adam Boricic (links) und Pfarrer Herbert Müller (rechts).

© Ulrich Feuerstein

Zimmern. Seltenes Jubiläum und hoher Festtag für die Pfarrgemeinde St. Margaretha: Seit 60 Jahren spielt Edeltraud Englert an der Orgel. Das Organistenjubiläum wurde mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche begangen. Vikar Adam Boricic und Pfarrer Herbert Müller waren die Zelebranten.

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Die Orgel gilt als Königin unter den Instrumenten. Edeltraud Englert bringt sie zum Klingen. Und das schon seit 60 Jahren. Am 5. April 1954 legte sie die Organistenprüfung in der Domschule in Würzburg ab und übernahm zum 1. Mai 1956 den Organistendienst in Zimmern. Nach ihrer Heirat mit Gottfried Englert am 28. November 1956 und der Geburt ihrer vier Söhne ließ sie es sich nicht nehmen, die Orgel weiter zu spielen.

Der Wirkungskreis der Jubilarin beschränkt sich nicht auf Zimmern. In den umliegenden Pfarrgemeinden Grünsfeld, Hausen, Paimar und Messelhausen hilft sie nicht nur bei Werk- und Sonntagsgottesdiensten. Bei zahlreichen anderen Anlässen wie Hochzeiten, Beerdigungen und Taufen sorgt sie für die musikalische Gestaltung.

Damit nicht genug. Edeltraud Englert war und ist auch in anderen Bereichen ein engagiertes Mitglied der Pfarrgemeinde. Von 1963 bis 1977 übernahm sie zusätzlich die Leitung des Kirchenchores. Aktives Mitglied war sie schon zuvor und blieb es bis heute. Die Arbeit des Pfarrgemeinderates unterstützte sie von 1969 bis 2000. Vikar Adam Boricic wollte Edeltraud Englert als leuchtendes Beispiel der Hingabe an ihren kirchlichen Dienst verstanden wissen. Um ihn zu erfüllen, habe sie manches Opfer auf sich genommen. "Wir Priester waren auch nicht immer einfach", räumte Boricic ein. Trotzdem habe sie große Treue bewiesen. Vikar Boricic zitierte aus dem Schreiben von Erzbischof Stephan Burger. Dieser dankte der Jubilarin, dass sie durch ihr Orgelspiel mitgeholfen habe, dem Gottesdienst Gestalt zu geben.

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"Zum Lobe Gottes haben Sie die Orgel erklingen lassen und damit die Herzen der Menschen aufgeschlossen."

Sibylla Ederer, Vorstandsmitglied im Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen, nannte Edeltraud Englert ein "Geschenk für die Gemeinde". Mit ihrem Talent habe sie den Gottesdiensten Feierlichkeit verliehen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verkündigung des Wortes Gottes geleistet.

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Ederer würdigte die Jubilarin als "Organistin mit Leib und Seele". Ihr sei der kirchliche Dienst wichtiger gewesen als andere Aufgaben. Familiäre Pflichten habe sie beispielsweise oft dem Orgelspiel untergeordnet.

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Der Kirchenchor unter der Leitung von Irene Schneider gratulierte der Jubilarin, indem er den Festgottesdienst musikalisch gestaltete. Enkel Benedikt Englert spielte die Orgel. Die Ministranten ließen es sich nicht nehmen, ihre "Trudi" ebenfalls zu beglückwünschen.

Sichtlich gerührt nahm Edeltraud Englert die guten Worte entgegen. "Das Orgelspiel hat mir immer sehr viel Freude bereitet und war ein wichtiger Bestandteil meines Lebens", betonte die Jubilarin.

Den Seelsorgern, mit denen sie es in den vergangenen 60 Jahren zu tun hatte, dankte sie für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Einen bescheidenen Wunsch hat die Jubilarin Edeltraud Englert aber noch:

"Mit Gottes Hilfe will ich noch ein Weilchen meinen Dienst tun." feu