Narrengilde Grünsfeld (I) - 33-jähriges Bestehen als eingetragener Verein gefeiert / Gratulation durch Bürgermeister "Beste Botschafter der Stadt"

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Narrenring-Präsident Stefan Schulz überreichet Astrid Bernhardt die Urkunde des Narrenrings Main-Neckar zum "3 x 11-jährigen" Bestehen.

© Feuerstein

Grünsfeld. Närrisches Jubiläum: Seit 33 Jahren ist die Narrengilde als eingetragener Verein registriert. Für die "Hasekühle" war das Anlass, groß zu feiern. In der Stadthalle veranstalteten sie einen Festkommers.

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"In unserem Verein herrscht ein wunderbarer Geist der Gemeinschaft", schwärmte Astrid Bernhardt. Die Vorsitzende hielt die Festrede bei der von der Musikkapelle unter der Leitung von Thomas Weber umrahmten Veranstaltung. "Uns zeichnet der tolle Zusammenhalt aus", betonte Bernhardt. Jeder helfe jedem, beim Feiern seien Groß und Klein dabei. Das Miteinander im Verein funktioniert nach Auffassung der Vorsitzenden ausgezeichnet. In ihren Augen bereichern die "Hasekühle" durch ihr Engagement das Leben in der Gemeinde auf vielfältige Weise.

Bürgermeister Joachim Markert gratulierte dem närrischen Geburtstagskind zum "Schnapszahljubiläum". Die "Hasekühle" sind nach Ansicht des Stadtoberhauptes beste Botschafter der Stadt. "Die Narren machen Grünsfeld über alle Grenzen hinaus bekannt."

Für Markert haben die Narren aber auch eine existenzielle Bedeutung. "Mit ihnen hat die Trübsal ein Ende und die Fröhlichkeit zieht ein", versicherte der Bürgermeister. Mehr noch: "Mit bunten Gewändern können sie die Welt verändern."

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Zum Jubiläum hatte sich auch eine Delegation des Narrenrings Main-Neckar eingefunden. Präsident Stefan Schulz lobte die "Hasekühle" und ihr Engagement für die Fasnacht. Mit Leib und Seele haben sie sich seiner Meinung nach dem Brauchtum verschrieben.

Schulz dankte den Vereinsmitgliedern, die viel Zeit und Mühe in ihr Hobby investieren und dabei alte Traditionen pflegen. Der Präsident bescheinigte den Jubilaren zudem, ausgelassen feiern zu können. Schmunzelnd erinnerte er an Empfänge beim Ministerpräsidenten, bei denen die "Hasekühle" den ganzen Saal "gerockt" haben.

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Im närrischen Geschichtsbuch blätterte Ehrenpräsident Edgar Weinmann. Bis 1983 war die Narrengilde Teil des Verkehrs- und Kulturvereins. Die Wurzeln der Grünsfelder Fasnacht reichen freilich viel weiter zurück. Weinmann erinnerte an die Straßenfasnacht der 1920er Jahre und die Umzüge nach dem Zweiten Weltkrieg.

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"Die Grünsfelder waren Pioniere der Weltraumfahrt", erklärte Weinmann mit einem Augenzwinkern. Es seien die "Hasekühle" gewesen, die die erste Mondrakete zündeten - allerdings vergeblich. Der Bau der Stadthalle Mitte der 1960er Jahre hat, so Weinmann, den Narren neue Möglichkeiten für die Saalfasnacht eröffnet.

Astrid Bernhardt, Co-Vorsitzende Christina Wenz und Dieter Scheidel, das personifizierte "Hasekühle", blickten im Anschluss auf weitere wichtige Stationen der Vereinsgeschichte zurück. In ihrem "Dreiergespräch" erinnerten sie an die sieben Gründungsmitglieder. Heinz Bernhardt, Margarete Engert, Josef Eydel, Monika Heidinger, Alfred Poppe, Dieter Scheidel und Karl Simon waren es, die 1983 beim Amtsgericht die Narrengilde als Verein eintragen ließen.

Rühriger Verein

In den vergangenen 33 Jahren waren die "Hasekühle" sehr rührig. Mit viel Eigenleistung schufen sie ein Vereinsheim am Schorren, etablierten ein Vereinsfest an Fronleichnam und entwickelten eine Symbolfigur, die bei Umzügen oder der Prunksitzung ihren Auftritt hat. Ganz stolz ist man bei der Narrengilde auf die zahlreichen Garden. Sechs Formationen mit fast 100 Akteuren kommen in einer Kampagne zum Einsatz.

Ihre Auftritte dokumentierte unter anderem die Bilderausstellung an den Wänden der Stadthalle. Der Betrachter konnte eintauchen in Vergangenheit und Gegenwart des Grünsfelder Fasnachtsbrauchtums. Besonders interessant waren alte Aufnahmen von den spektakulären Umzügen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dicht umlagert waren auch die Bilder von den Prinzenpaaren der letzten 33 Jahre. Viele von ihnen waren der Einladung der Veranstalter gefolgt und präsentierten sich noch einmal dem Publikum. feu