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„Taubertäler Wandertage“ - 152 Personen sind in Grünsfeld mit von der Partie

Gegend genossen, Interessantes erfahren

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Edgar Weinmann am Grabstein bei seinen Erläuterungen. © Armin Härtig

Grünsfeld. Erfreut über das Interesse an der Veranstaltung in Grünsfeld im Rahmen der „Taubertäler Wandertage“ waren Bürgermeister Joachim Markert und die Organisatoren des Naturschutzvereins. Bei herrlichem Herbstwetter nahmen 152 Personen aus allen Altersgruppen teil, auch welche aus benachbarten Landkreisen.

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Im Bereich der Felsen am Gemeindeverbindungsweg nach Kützbrunn ging Wanderführer Armin Härtig auf die Geologie ein. Hier stehe der untere Muschelkalk als Wellenkalk an, der vor 243 bis 235 Millionen Jahren hier aus Meeresablagerungen mit einer Mächtigkeit von etwa 90 Meter entstanden ist.

Im weiteren Streckenverlauf bot sich ein toller Blick auf den Stammberg, ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet im mittleren und oberen Muschelkalk, das durch zahlreiche Steinriegel und Trockenmauern gegliedert ist. Steinriegel sind Zeugen des Jahrhunderte langen Weinbaus. Die bei der Bodenbearbeitung an die Oberfläche gelangten Steine wurden von den Bewirtschaftern an den Flurstücksgrenzen abgelegt. Über Jahrhunderte entstanden so teils sehr große Steinriegel, die auch als Steinrasseln bezeichnet werden.

Nach zwei Kilometern durch den Gemeindewald Vockenberg war das Fliegergrab erreicht. Hier berichtete der mit 90 Jahren vitale Edgar Weinmann über seine Erlebnisse als 14-Jähriger im Zusammenhang mit dem Abschuss des deutschen Jagdfliegers Karl Göller am 4. April 1945. Dieser wurde von amerikanischen Soldaten beschossen und getroffen.

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Der 22 Jahre alte Pilot versuchte noch auszusteigen, wie die im Vockenberg gefundene Kanzel belegt, er stürzte jedoch mit dem Flugzeug in den Wald östlich der Kützbrunner Straße. Anhand eines aufgefundenen Ringes wurde er später von Familienangehörigen identifiziert. Er selbst wurde nicht geborgen, er ruht mit Teilen seiner Maschine in der Grabstelle, die von seiner Familie errichtet wurde. Das Grab wurde von Edgar Weinmanns Mutter fast 40 Jahre lang gepflegt. Weinmann berichtete, dass er als Jugendlicher Gießwasser aus dem recht weit entfernten Wittigbach holen musste. Er und seine Schwester und deren Familie kümmern sich auch heute noch um die Grabstätte im Wald.

Spontan erklärte sich Peter Kugler, der Jahrzehnte lang Forstrevierleiter war, bereit, über den Wald der Umgebung zu berichten, der vor etwa 150 Jahren durch die Odenwälder Mischsaat begründet wurde. Angesät wurden Kiefern, Schwarzkiefern, Lärchen und Fichten.

Buchen und andere Laubhölzer sind aus Naturverjüngung entstanden und deutlich jünger als das Nadelholz. Die Fichten seien mittlerweile verschwunden und das Verhältnis von 60 Prozent Nadelholz zu 40 Prozent Laubholz habe sich umgekehrt – mit der Tendenz zu mehr Laubholz, vor allem zur Buche.

Da aber Nadelholz eine größere Rolle als Bauholz spiele, werden künftig stärker Douglasien einzeln oder in Trupps beigemischt, die mit der Trockenheit besser zurechtkämen als Fichten, so Peter Kugler. Er wies auch auf die in der Umgebung des Fliegergrabs stehenden sehr hohen und geraden Waldkiefern hin, die als Saatgutbestand anerkannt seien und in Abständen von mehreren Jahren beerntet würden.

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Nach einer Stärkung ging es hinab ins Wittigbachtal über den Radweg zum Ausgangspunkt zurück. Nach Meinung einiger Teilnehmerinnen war die etwa dreistündige Wanderung eine gute Mischung aus Information und geselligem Wandern in vielfältiger Landschaft. ahä

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