Jahreshauptversammlung - Nicolas Müller und Manuel Betzel übernehmen beim Grünsfelder Sportverein Verantwortung FC leitet den Generationswechsel ein

Von 
Ulrich Feuerstein
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Der neue Vorstand mit (von links) Bernd Haag, Nicolas Müller, Manuel Betzel, Lothar Derr sowie Bürgermeister Joachim Markert. © Ulrich Feuerstein

Der Generationswechsel ist eingeleitet: Nicolas Müller und Manuel Betzel übernehmen künftig Führungsaufgaben beim FC Grünsfeld.

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Grünsfeld. Die Jahreshauptversammlung wählte die beiden in den Vorstand des Vereins. Die Mitglieder kamen wegen Corona nicht im Vereinsheim, sondern in der Stadthalle zusammen.

Keinesfalls leicht

„Es ist leicht, Vorsitzender zu sein, wenn man so eine tolle Mannschaft hat“, erklärte Lothar Derr. Der Vorsitzende nutzte seinen Rechenschaftsbericht, um allen zu danken, die ihn und den Verein im zurückliegenden Jahr unterstützt haben. Zahlreiche Helfer waren beispielsweise nötig, um das mehrtägige Jubiläumsfest zum 100. Geburtstag des Sportvereins durchzuführen. Sogar andere Vereine stellten Personal ab. „Der Festausschuss hat großartige Arbeit geleistet“, lobte Derr.

Von einem Jahr krasser Gegensätze sprach Bürgermeister Joachim Markert in seinem Grußwort. Das Jubiläumsfest mit den vielen Teilnehmern war in seinen Augen beste Werbung für die Stadt Grünsfeld. Corona führte im Gegensatz dazu, dass der Spielbetrieb abgebrochen werden musste. Um die Zukunft des Vereins machte Markert sich trotzdem keine Sorgen. „Beim FC herrscht Kontinuität.“ Man habe ein großes Ziel im Blick, auf das alle gemeinsam ausgerichtet seien und mit viel Akribie hinarbeiteten.

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Dem Bericht von Schriftführerin Nadine Bamberger waren die Aktivitäten des Vorstandes zu entnehmen. Dessen Mitglieder trafen sich, um den laufenden Spielbetrieb im Jugend- und Seniorenbereich zu besprechen. Ein Dauerthema war auch die Unterhaltung und Sanierung des Sportgeländes. Schließlich galt es, Veranstaltungen wie die Jubiläumsfeierlichkeiten zu planen und vorzubereiten.

Valentina Derr stellte die Aktivitäten der Turnabteilung vor. Die reichen vom Eltern-Kind-Turnen über Tanzformationen bis zum Wettkampfturnen. Die Jugendgruppen absolvierten Wettkämpfe wie Wintermeisterschaften und Gaueinzelmeisterschaften und erreichten gute Platzierungen. „Wir sind konkurrenzfähig“, freute Valentina Derr sich. Coronabedingt musste das Kinderturnfest abgesagt werden.

Bericht über den Nachwuchs

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Einen Einblick in die Jugendarbeit der Fußballabteilung gab Peter Gaspar. Neun Jugendmannschaften mit insgesamt 90 Kindern und Jugendlichen nahmen seinen Angaben zufolge in der abgelaufenen Saison am Spielbetrieb teil. 13 Trainer und Betreuer standen zur Verfügung. Mit dem FV Lauda und dem SV Zimmern ist man Spielgemeinschaften beziehungsweise Kooperationen eingegangen. Diese haben sich seiner Meinung nach bewährt. „Selbst große Vereine haben Probleme, Mannschaften nur mit eigenen Spielern aufzustellen“, wusste er zu berichten.

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Beim Blick auf die eigene Jugend schlug Gaspar mahnende Töne an. Während bei den Bambini und den F-Junioren sich noch viele Kinder für Fußball begeistern ließen, nehme das Interesse mit zunehmendem Alter ab. „Nach oben hin wird es dünn“, sagte Gaspar. Er stellte in Aussicht, dass die Seniorenmannschaften in nächster Zeit nicht unbedingt auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen hoffen dürfen.

Mit einem vom stellvertretenden Vorsitzenden Bernd Haag verlesenen Grußwort wandte sich das Trainerduo der letzten Saison an die Versammlung.

Stephan Braun und Chris Moschüring hatten schon im Winter angekündigt, ihre Tätigkeit aus persönlichen Gründen beim Landesligisten zu beenden. Die beiden bedankten sich für eine schöne Zeit und die gute Zusammenarbeit. Den Klassenerhalt hätten sie auch ohne Abbruch geschafft, waren sie überzeugt. Sehr gefreut hat das Trainerduo, dass der Sportverein noch ein Abschiedsspiel organisiert hat.

Einen „Aufwärtstrend“ hat Nicolas Müller bei der zweiten Mannschaft ausgemacht. Das Team habe sich in der Kreisklasse A stabilisiert. Trainer Sebastian Heer sei mit Herzblut bei der Sache.

„Arbeitsreiches Jahr“

Das „arbeitsreichste Jahr“ in 18 Jahren Tätigkeit als Kassierer liegt hinter Christian Barthel. Das Jubiläumsfest stellte ihn vor große Herausforderungen. Umsätze im sechsstelligen Bereich sorgten für 140 Rechnungen und 800 Buchungsposten. Auch wenn, so Barthel, die Fixkosten hoch gewesen sind, schloss der Verein das Wirtschaftsjahr mit einem Plus ab. Wegen Corona seien in nächster Zukunft wohl keine großen Einnahmen zu erzielen. Barthel ging davon aus, dass Veranstaltungen wie die Halloweenparty oder der Westernball wahrscheinlich ausfallen. Der scheidende Kassierer war trotzdem nicht allzu pessimistisch: „Es sind Reserven vorhanden.“

Zügige Wahlen

Die Vorstandswahlen gingen zügig über die Bühne. Alle Posten wurden besetzt, der Vorstand wurde sogar erweitert.

Mit dem 31-jährigen Nicolas Müller als drittem Vorsitzenden und dem 27-jährigen Manuel Betzel als neuem Hauptkassierer leitete der Verein den Generationswechsel ein. Lothar Derr und Bernd Haag wurden in ihren Ämtern an der Spitze des Vereins bestätigt.

Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: Nadine Bamberger (Schriftführerin), Peter Gaspar (Jugendleiter), Nicolas Ulzhöfer (Sportlicher Leiter), Marco Schenk (stellvertretender Sportlicher Leiter), Jürgen Segeritz (Spielausschuss Herren I), Manuel Zorn (Spielausschuss Herren II), Valentina Derr (Abteilungsleiterin Turnen), Nicolai Baunach (Pressewart), Patrick von Brunn (zweiter Pressewart), Jürgen Rothmeyer (Beisitzer Sportheim), Stefan Kordmann (Beisitzer Kunstrasenvermietung), Nikolai Engert (Beisitzer Einsätze Sportgelände), Danny Dürr (Beisitzer Sportplatzpflege), Hannes Wagner, Lukas Müller, Christian Betzel, Dimitris Funtukas und Sebastian Stephan (alle Beisitzer Veranstaltungen) sowie Christoph Kraft, Werner Biereth, Robert Himmel und Dieter Ulzhöfer (alle Beisitzer).

Neue Richtlinien

Zum Schluss informierte Bernd Haag die Versammlung, dass der Verein die Richtlinien zum Kinderschutz im Ehrenamt umsetzen werde. Um dafür Sorge zu tragen, dass keine Personen im Jugendbereich tätig sind, die bestimmte Straftaten begangen und dafür rechtskräftig verurteilt sind, werde man von allen Jugendtrainern und -betreuern erweiterte Führungszeugnisse anfordern.