AdUnit Billboard
Gemeinderat Grünsfeld - Wassermeister Stephan Ludwig warnt vor weiter fallenden Tendenzen

Durch geringen Niederschlag sinken Pegelstände seit Jahren

Es ist noch nicht dramatisch, aber die Pegelstände vor allem der Brunnen in Großrinderfeld und Ilmspan sinken seit Jahren. Auch bei den beiden Brunnen in Grünsfeld-Hausen sinken sie, jedoch wesentlich geringer als die anderen beiden.

Von 
Matthias Ernst
Lesedauer: 
Noch liefern die Brunnen in Grünsfeld genügend Wasser. Doch die Pegelstände sinken seit Jahren, mahnt Wassermeister Stephan Ludwig. © Matthias Ernst

Grünsfeld. Wassermeister Stefan Ludwig sprach von bis zu 29 Metern in Großrinderfeld unter dem Pegel von 2019 bei seinem Bericht vor dem Gemeindratsgremium im Treffpunkt Zimmern. Dies sei wahrscheinlich auf die seit Jahren zu geringen Niederschlagsmengen zurückzuführen, mutmaßte er.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Seit 2017 gehen die Niederschlagsmengen im Einzugsgebiet stetig zurück. Waren es im Ausgangsjahr noch 824 Liter auf den Quadratmeter, seien 2020 nur noch 571 Liter festgestellt worden. Auch das subjektive Gefühl, dass es in diesem Jahr besonders viel regne, entkräftete Ludwig. Aktuell, zur Jahresmitte, liegte man bei 330 Litern.

„Im Winter haben wir die steigenden Pegel bis April und Mai, danach fallen sie wieder“, hat der Wassermeister beobachtet. „Wenn wir weiterhin so trockene Jahre bekommen, werden wir Probleme bekommen“, fürchtet er um die Wasserversorgung der Bürger. Glücklicherweise werde in den letzten Jahren immer weniger Wasser benötigt. Selbst der Grünsfelder Großabnehmer nutze weniger die ergiebigen Quellen der Stadt. Das verlangsame den Prozess.

Sehr viel gefördert

Der Zweckverband Grünbachgruppe, zu dem Grünsfeld sich mit den Gemeinden Großrinderfeld und Wittighausen zusammengeschlossen hat, förderte im vergangenen Jahr etwas mehr als 721 000 Kubikmeter Wasser. Der Großteil davon ging an den Wasserzweckverband Mittlere Tauber (WVMT), welcher die Wasserversorgung für die Bevölkerung sicherstellt. Aktuell liefere man etwa 1200 Kubikmeter pro Tag nach Dittigheim ins zentrale Wasserwerk. Dort werde das Wasser aufbereitet und fließe dann wieder in die Mitgliedsgemeinden zurück. Die Wasserentnahme sei geringer, als in den vergangenen Jahren, als die Grünbachgruppe noch eigenständig Wasser verkaufte, so Ludwig. Dies liege auch an der Zuführung von Rohwasser ins Wasserwerk aus anderen Quellen. Dadurch entstehe auch ein Mischwasser für die Mitgliedskommunen des WVMT. Ludwig sprach von einem „Taubertäler Allerlei“.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Mehr zum Thema

Das Wetter im Juni

Dürresommer ist im Main-Tauber-Kreis in die Ferne gerückt

Veröffentlicht
Von
Andreas Neumaier
Mehr erfahren

Auf Nachfrage aus dem Gremium bedauerte er, dass das Reinwasser gechlort werden müsse. Dies geschehe in Dittigheim im Wasserwerk und er in Grünsfeld habe darauf keinen Einfluss. Die schwankenden Mengen der Chlorung rührten aus den unterschiedlichen Zwischenlagerungen im Wasserwerk her, erläuterte der Wassermeister. Mal werde mehr gelagert und dann steige der Chlorgehalt, mal weniger. Für den Verbraucher bestehe aber keine Gefahr. Die Chlorung liege mit 0,3 bis 1,0 weit unter der gesetzlich zulässigen Höchstmenge von drei Milligramm je Liter. Er hofft, das mit der Inbetriebnahme der Wasserenthärtung im Wasserwerk die Chlorung noch weiter zurückgefahren werden könne. „Aber ganz verschwinden wird sie nicht“.

Als einzige Baumaßnahme der Grünbachgruppe nannte Stephan Ludwig den Neubau einer Wasserleitung vom Hochbehälter Bärlestannen in Großrinderfeld nach Hof Baiertal. Der Neubau ersetze eine alte und brüchige Leitung und verkürze den Lieferweg gewaltig, wie er anhand einer Grafik darstellte.

Zahlenmaterial vorgelegt

Kämmerer Christoph Kraft hatte das entsprechende Zahlenmaterial für den Haushaltsplan der Grünbachgruppe mitgebracht. Für den Neubau der Leitung nach Hof Baiertal seien etwa 240 000 Euro eingeplant. Ansonsten stehe mittelfristig nur noch eine Sanierung des Brunnens in Gerchsheim an. Wie das genau geschieht, also ob Sanierung oder Neubau, stehe noch nicht fest. Ansonsten seien die Zahlen für den Haushalt ähnlich wie im letzten Jahr.

Kraft geht von ordentlichen Erträgen von 1,2 Millionen Euro aus, die durch die Betriebskostenumlage der drei Mitgliedsgemeinden finanziert würden. Hiervon trage die Stadt Grünsfeld 64 Prozent, Großrinderfeld 25 Prozent und Wittighausen elf Prozent. Hier gebe es eine minimale Verschiebung, weil Grünsfeld prozentual weniger Wasser abgenommen habe. Bei den Aufwendungensei es vor allem die Transferleistung an den WVMT, der ins Auge steche. Diese Summe von 550 000 Euro werde in den nächsten Jahren noch steigen, so Kraft. Ansonsten würden durch die Grünbachgruppe Schulden abgebaut. Das Gemeinderatsgremium genehmigte den Haushaltsplan und die Finanzplanung jeweils einstimmig.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1