Gedenkfeier zum Volkstrauertag - In Ansprache der Opfer von Gewalt und Krieg gedacht "Achtung vor dem Leben"

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Bürgermeister Joachim Markert (rechts) und Ortsvorsteher Wolfgang Haun gedenken an der Erinnerungstafel für die Gefallenen der beiden Weltkriege mit einem Ehrenkranz der Toten.

© Ulrich Feuerstein

Grünsfeldhausen. Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung: Viele Menschen verlieren auch heute noch deswegen ihr Leben. An diese Opfer und an die Toten der beiden Weltkriege erinnerte die Kommune am Volkstrauertag. Die zentrale Gedenkfeier der Stadt Grünsfeld fand auf dem Friedhof im Anschluss an einen Gottesdienst in der Achatiuskapelle statt.

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"Wo die Waffen ruhen, ist noch lange kein Frieden", erklärte Vikar Adam Boricic. Er zelebrierte den Gottesdienst in der Achatiuskapelle und spendete auf dem Friedhof den kirchlichen Segen. Nach christlicher Vorstellung könne es nur dann Frieden geben, wenn auch Gerechtigkeit herrsche.

Boricic erinnerte an die zahllosen Flüchtlinge, die alles verloren haben. Ihre Familien seien zerstört, ihr Hab und Gut dahin. Das Schicksal der Flüchtlinge stelle eine Anfrage an alle Christen hierzulande. "Was haben wir aus den Talenten gemacht, die wir von Gott bekommen haben?" fragte Boricic. Die soll man seiner Ansicht nach dafür einsetzen, anderen Menschen Hoffnung zu geben und Frieden zu stiften.

Vermächtnis der Toten

Von einem "Vermächtnis" der Toten für die Lebenden sprach Bürgermeister Joachim Markert. Das laute: "Frieden und Achtung vor dem Leben." Grünsfelds Stadtoberhaupt betonte, wie wichtig es sei, aus den Fehlern der Geschichte zu lernen. "Nur dann werden wir sie heute und morgen nicht wiederholen."

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Markert erinnerte daran, dass sich auch das Bild des Soldaten gewandelt habe. "Sie tragen die Verantwortung dafür, den Frieden in unserem Land, in Europa und in der ganzen Welt zu bewahren und zu sichern." Ihr Engagement trage dazu bei, Krieg und Terror zu beenden. Für Markert gab es keinen Zweifel: "Diese Einsätze verleihen Sinn."

Für Reiner Schenk geht mit dem Gedenken an die Opfer und Schicksale der Weltkriege eine wichtige Ermahnung einher. "Sicherheit und Freiheit sind nicht selbstverständlich", erklärte der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes.

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Die Lebenden müssen sich seiner Meinung nach dafür einsetzen und daran erinnern, damit das Leid sich nicht wiederholt.

Würde und Toleranz

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Dieses Engagement ist, so Schenk, heute nötiger denn je. "Würde und Toleranz sind und bleiben die Grundsteine für den Frieden." Jeder Einzelne sei verantwortlich für eine gewaltlose Gemeinschaft ohne Vorurteile und ein Leben in Freiheit und Frieden.

Der Volkstrauertag gehe auch die Jungen etwas an. Darauf wiesen die Redner mehrfach hin. Dieser Gedanke fand bei der Gedenkfeier seinen Ausdruck darin, dass Maria Haun ein Gedicht vortrug und die Namen der Gefallenen verlas.

Während im Anschluss die Musikkapelle unter der Leitung von Thomas Weber "Ich hat einen Kameraden" spielte, gedachten Bürgermeister Joachim Markert und Ortsvorsteher Wolfgang Haun an der Erinnerungstafel für die Gefallenen der beiden Weltkriege mit einem Ehrenkranz der Toten.

Die Nationalhymne beendete die Gedenkfeier. feu