Laientheater - Komödienstadl Ebenheid führte Premiere von "Ein Butler auf dem Bauernhof" auf / Alle vier Vorstellungen sind ausverkauft Wirrungen und Wendungen voller Wortwitz

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Eine große Zahl überraschender Wendungen erlebten die Zuschauer bei der Premiere des Komödienstadl Ebenheid. Außerdem gab es für sie viel zu lachen.

© Grein

Ebenheid. Das Talent der Schauspieler vom Komödienstadl Ebenheid ist weithin bekannt. So waren die insgesamt über 500 Karten für die vier Aufführungen innerhalb von zwölf Stunden ausverkauft. Seit Anfang September hatten sich die Mitwirkenden in insgesamt 17 Proben vorbereitet.

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Bei der Premiere am Freitag im Gemeindezentrum des Dorfs begeisterten sie nun das Publikum. Mit viel Charme und Wortwitz brachten sie das Stück "Ein Butler auf dem Bauernhof", eine Komödie in drei Akten von Hans Schimmel, auf die Bühne. Die Gäste der weiteren Aufführung können sich auf ein Stück freuen, das bis zum Schluss spannend bleibt und viele Überraschungen bereithält.

Kreativer Bauer

Zu Beginn findet sich der Zuschauer in der Bauernstube von Karl Dörrzapf wieder. Der Hausherr schreit nach seiner Schwester, die mit ihm den Hof bewirtschaftet. "Du schreist hier rum, als würd' das Haus abbrennen" , meint diese, dabei regt sich der Bauer nur über die Bürokratie auf. Eigentlich grundlos, denn bei seinen Subventionsanträgen ist er sehr kreativ. Was Grund und Boden, sowie Viehbestand betrifft, ist er eigentlich ein Kleinbauer.

Nachdem er auf dem Speicher Blanko-Formulare und eine Stempelsammlung des Katasteramts gefunden hatte, nutzt er diese jedoch, um Fläche und Tierzahl zumindest auf dem Papier massiv zu vermehren. So erschwindelt er sich viele Subventionen. Er selbst nennt das Ganze "eine Unterstützung einer unterentwickelten landwirtschaftlichen Gegend". Da könne man aus drei schonmal hunderte Kühe machen.

Bunter Haufen

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Auf dem Hof tummeln sich neben Dörrzapf und seiner Schwester Klara allerlei weitere Gestalten. Da ist der kiffende Hippie Heinzi Brutzel, der von draußen gehört haben will, dass "es hier das beste Gras gibt". Er quartiert sich ein, um an den "Stoff" zu kommen. Ganz zur Freude von Magd Lore Mise, die stets auf der Suche nach einem Mann ist.

In Heinzi sucht sie aber vergebens einen potenten Mann. "Aber Schade, dass er kein Bulle ist", betont sie. Auch viele andere Männer sind nicht vor ihr sicher.

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Dauergast im Hause ist Pfarrer Udo Glaser, dessen Kirche Karl immer wieder mit Spenden aus den Subventionen unterstützt. Diesmal braucht der Geistliche Geld für die Sanierung des undichten Kirchendachs.

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Für Wirbel sorgt zudem Monika Baiersknecht, eine Touristin aus der Stadt, die Erholung in der Natur sucht. Zugleich will sie aber als Feministin gegen die aus ihrer Sicht existierende Unterdrückung der Frauen auf dem Hof kämpfen.

Trubel verursacht zudem Fred Schweiß, ein guter Freund von Karl. Fred ist davon überzeugt, dass ihn Außerirdische entführen, sodass er im All für Nachwuchs sorgt und verursacht damit allerlei Wirrungen, aber auch einige Lacher beim Publikum.

Komplettiert wird der bunte Haufen auf dem Hof von Michaela Katzenauer, einer alten Bekannten von Karl, die den vermeintlich reichen Bauer unbedingt zum Ehemann haben möchte. Damit nicht genug: Klara nimmt an einem Preisausschreiben der Landwirtschaftszeitung teil und hofft den zweiten Preis, eine Inspektion für den Traktor, zu gewinnen.

Stattdessen wird es der Hauptpreis, ein persönlicher Butler für eine Woche. Als dieser auf dem Hof auftaucht, verstehen alle dessen höfliche Sprache kaum und wissen auch nicht recht, was das ganze soll. Später genießen dann aber doch die Vorteile in allen Zügen.

Unerwartetes Ergebnis

Im zweiten Akt kommt Friedbert Kleinbock auf den Hof. Er ist Kontrolleur des Landwirtschaftsministeriums. Bei den Subventionsanträgen waren ihm Ungereimtheiten aufgefallen, die er nun vor Ort prüfen will. Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, der Bauer hat die Gelder nie für sich genutzt, sondern sie immer für Projekte im Ort gespendet. Doch illegal bleibt illegal.

Während bei allen die Nervosität steigt, alles könnte auffliegen, bleibt Karl anfangs gelassen. Das ändert sich aber im Laufe der Zeit. Auch die anderen Figuren haben zu kämpfen: Der Pfarrer ist von den Umtrieben vieler Dorfbewohner geschockt und plaudert aus dem Beichtnähkästchen. Fred wiederum ist überzeugt, seine Verlobte aus dem All wird ihn bald holen.

Im letzten Akt möchte Monika die Männersucht von Lore mit Hypnose heilen - mit unerwartetem Ergebnis. Schließlich nimmt die Situation auf dem Hof durch die Intervention von Karls Freunden eine überraschende Wendung. bdg