Leserbrief - Zu "Arbeit an Wasserversorgungskonzept" ( FN 27. Juli) Wer zahlt die Wasserverluste?

Von
Jakob Lang
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Dem Bericht des Zweckverbandes Wasserversorgung Main-Tauber der Städte Wertheim und Freudenberg konnte man entnehmen, dass ein Anstieg des Trinkwasserverbrauches zwischen 37 000 und 40 000 Kubikmeter im Jahr 2016 im Vergleich zum Jahr 2015 durch einen Wasserrohrbruch zu verzeichnen ist. Wie ist so etwas überhaupt möglich? Der Fehler ist bis dato noch immer nicht gefunden. Wir haben inzwischen Anfang August 2017.

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Bei einer weiteren so langsamen Vorgehensweise haben wir Ende 2017 wieder oder noch mehr Wasserverluste. Wer zahlt dies? Kommt dann eine weitere Gebührenerhöhung, jedes Jahr das Gleiche?

Wir haben schon die beiden letzten Jahre zwei Erhöhungen hinter uns. Erst Abwassererhöhung, dann Wassererhöhung, jetzt Wasserverlusterhöhung, die bei zehn Prozent Wasserverluste als sogenannte Wasserverlustgebühr zu der in den Jahren 2014 und 2015 eingeführten gesplitteten Abwassergebühr neu in Kraft tritt. Haben Gemeinden und Städte nicht die Möglichkeit, eine Wasserschwund- Risikoversicherung (muss noch erfunden werden) abzuschließen.

Bei einer täglichen Verlustmenge von 100 bis 110 Kubikmeter ist das ein immenser Schaden. Diese Menge würde ausreichen, die Freudenberger Bürger, rund 3800 Personen, bei einem statistischen Toilettenverbrauch von zehn Kubikmeter pro Person und Jahr kostenlos zu beliefern.

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Ich schließe mich der Meinung von Herrn Hartmannsgruber an, dass dies sehr ungewöhnlich ist, zumal der Freudenberger Wasserverlust schon weiter zurückliegend länger auffällig ist.

Mal wurden Wasserrohrbrüche in der Hauptstraße wegen des Lkw-Verkehrs als Ursache genannt, mal waren es Kanalspülungen. Dass es andere Gründe gibt, dem wurde scheinbar kaum nachgegangen. Könnten es auch die in die Jahre gekommenen Anschlüsse auf unbebauten, aber erschlossenen Baugrundstücke sein? Könnte der Bau der Windräder in der Nähe des Dürrhofes eine der Ursachen sein? Es gibt vielerlei weitere Gründe.

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Die Ertragsdefizite in den beiden zurückliegenden Jahren in Höhe von 180 000 Euro sollten auch erwähnt werden.

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Zum Thema der Notwasserversorgung im Verbandsgebiet - Bodenseewasser in früheren Zeiten lässt grüßen - sei anzumerken: Wären Freudenberg und andere Gemeinden und Städte damals angeschlossen worden , hätten wir in Baden-Württemberg ein zentrales generelles Wasserproblem. Der Erhalt der alten - intakten - und genügend Wasser liefernden Quellen vor Ort kosten weniger, benötigen keine neuen Fördertöpfe - sie werden immer auffällig in den Zeiten von Bundes- und Landeswahlen verteilt.

Freudenbergs Wasserthema wäre genauso, wie andere Themen, Anlass für eine Themen offene Bürgerversammlung.