Historientage - Freudenberger hatten sich viel Mühe gegeben, um ein rundum gelungenes Fest mit viel Spektakel auf die Beine zu stellen / Regen drückte die Besucherzahl Mit Feuereifer den Hammer geschwungen

Von 
Elmar Kellner
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Bei der Eröffnung durch Bürgermeister Roger Henning hielt das Wetter noch. Ab und an setzte am Nachmittag leichter Nieselregen ein, der Abend dann brachte heftigen Regen. Dennoch wurde kräftig gefeiert. © Elmar Kellner

Ausgerechnet an dem Wochenende, an dem die zweiten Freudenberger Historientage stattfanden, machte der diesjährige Traumsommer eine kurze Pause.

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Freudenberg. „Wozu dann all die Mühe? Alles umsonst“, seufzte Graf Asmus – und verschied. Die Organisatoren der Freudenberger Historientage, die am Wochenende im Rahmen der Kulturwoche auf der Burg in der Kleinstadt mit Herz stattfanden, hätten sich dem anschließen können. Vielleicht taten sie es auch, als am Samstagabend das leichte Nieseln in einen veritablen Regen übergegangen war, so dass etwa die Feuershow von „Caldera“, die als krönender Abschluss des ersten Tages geplant war, abgesagt werden musste.

Nicht überlaufen

Dass es so schlimm kommen würde, hatte sich einige Stunden zuvor noch nicht erahnen lassen, als Bürgermeister Roger Henning, begleitet vom Historischen Ensemble der Stadt Freudenberg, die Veranstaltung eröffnete. Was sich allerdings schon andeutete war, dass der erste „Historientag“ vom Publikum nicht überlaufen werden würde, obwohl vom Programm her einiges geboten war.

Mächtig ins Zeug gelegt

Aber auch die lokalen Akteure legten sich mächtig ins Zeug und hätten weit mehr Zuspruch verdient gehabt. Immerhin, die Familie von „Museumsschmied“ Otto Haamann kam so manches Mal ins Schwitzen und das nicht nur wegen des Feuers, das für ihre Tätigkeit nun einmal unerlässlich ist. Hufeisen und Nägel wurden gefertigt, Münzen geprägt und immer wieder durften Mädchen und Jungs unter fachkundiger Anleitung selbst den Hammer schwingen.

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Schweißtreibend auch das historische Fechten, das die Mannen von „Zornhau“ vorführten. Da galt es als Zuschauer gehörigen Respektabstand zu wahren, um nicht in den Bereich der Waffen zu geraten. Ob die Menschen im Mittelalter mehr geschwitzt haben, als wir heute? Auch auf diese Frage dürften Sandra Turba, Nick Kraus und Michael Eberle eine Antwort gegeben haben. In Wort, Bild und am eigenen Leib stellten sie die Kleidung der Spätgotik und ihre Tücken vor. Dr. Robert Meier berichtete, wie ein evangelischer Pfarrer in den 1630er Jahren an den Freudenbergern verzweifelte und sprach später auch über die Hexenverfolgung am Untermain.

Wer die dadurch entstandenen düsteren Gedanken verscheuchen wollte, konnte das tun, indem er der Musik von „Duivelspack“ lauschte, das mit frech-fröhlichen Liedern über das Gelände zog. Oder er schaute den Freudenberger Waschweibern bei ihrer Arbeit zu, beziehungsweise besuchte das offene Lager oberhalb der Burg.

Lust auf die nächste Spielzeit

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„Süßkind“, „Niegedacht“ und „Graf Asmus“ – für Freudenberger Theaterfreunde sind das natürlich feste Begriffe, die Erinnerungen wecken. Mit Auszügen aus den drei Stücken unterhielten die Akteure des Burgschauspielvereins und machten damit schon einmal Lust auf die nächste Spielzeit.

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Zwischenzeitlich hatte der große Regen eingesetzt, doch davon ließen sich weder die Musikerinnen und Musiker von „Harpyie“ noch ihre Fans abhalten, miteinander eine Party zu feiern – jedenfalls so lange das möglich war. Dass die Musik bei einem Mittelalterfest durch einen Stromausfall unterbrochen wird, erlebt man allerdings auch nicht alle Tage.

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