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 Prunksitzung - Carnevalverein Freudenberger Finkenbrüchle bot ein mitreißendes Programm und sorgte für prächtige Stimmung Magische Tänze und bissige Büttenreden

Von 
Birger-Daniel Grein
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Die Prinzengarde der Freudenberger Finkenbrüchle begeisterte bei der Prunksitzung. © Bilder. Birger-Daniel Grein

Hervorragende Tänze, lustige Büttenreden und Sketche sowie glorreiche Gesangseinlagen: Die Prunksitzung in Freudenberg ließ die Herzen der Narren höher schlagen.

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Freudenberg. Bei der Prunksitzung der Freudenberger Finkenbrüchle (CFF) am Freitag jagte ein Höhepunkt den nächsten. Für ein tolle Stimmung sorgte auch die Sitzungskapelle „Blech X-Brass“. CFF Vorsitzender Florian Gehrig fuhr zu Rockmelodien mit dem Motorrad in die Turnhalle ein. Von der Bühne aus verkündete er: „Eigentlich wollte ich mit dem Lkw ’reinfahren, aber auch nach dem dritten Versuch wurde es in der Einfahrt unten nichts.“

Sitzungspräsidentin Uli Maier stellte fest, dass beim CFF werden Männerträume wahr werden. Gemeinsam mit ihrem Sitzungspräsidentenkollegen Heiko Brand führte sie durch das Programm. Dieses startete gleich mit einem Höhepunkt.

„Finkenmariechen“ Hanna König präsentierte Gardetanz und Akrobatik in Perfektion. Zusammen mit ihrer Trainerin Romina Brand bot sie zudem eine Zugabe, die die Narren begeisterte. Zu begrüßen galt es einige ehrwürdige Personen. Zu Bürgermeister Roger Henning bemerkten die Präsidenten, dass er Arbeit körperlicher Art vermeide. „Dies ging als Polizist schlecht, weshalb er nun Bürgermeister ist.“

Magie des Tanzes

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Der Narrennachwuchs präsentierte sich als ganz große Könnertruppe. Die Ultra-Minifinken (Trainer Sophie und Simone Scheiber) entführten die Gäste tänzerisch in die Welt von „Harry Potter“. Sie rockten Bühne und Zauberschule bis sie Lord Voldemort in Angst und Schrecken versetzte. Doch durch die Magie des Tanz wurde auch dieser bekehrt und alle gemeinsam legten eine tolle Show ab.

Die Minifinken (Trainerinnen Tabea Turba, Nadja Uehlein und Marina Farrenkopf) versetzte das Publikum zurück in die 50er Jahre zu Lederjacken, Rocksounds und Petticoat, kurzum in die Welt des „Rock’n Roll“. Bei der überzeugenden Darbietung konnte man vergessen, dass das entsprechen Jahrzehnt weit vor der Geburt der Jungen und Mädchen lag.

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Fritz Ulshöfer berichtete als Biobauer in der Bütt über viel Ärgerliches. „Es zählt nicht die Schale, es zählt der Kern“, stellte er über Obst und Menschen fest. Er blickte auf Europa und was leider durch den Nationalismus daraus geworden sei. Weitere Themen waren beispielsweise Donald Trump, die Pkw-Maut und der Klimawandel. Er schloss mit dem Aufruf: „Dies Land braucht euch als aufrechte Demokraten!“

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Weiter ging es mit einer starken Nachwuchsgruppe. Die Jugendfinken (Trainerinnen Judith Hofmann und Annika Rauch) unternahm einen Ausflug nach Spanien. Mit ihrem Tanz heizten sie dem Publikum richtig ein.

Warten auf die Mainbrücke

Das Ortsgeschehen nahm in der Bütt Caroline Becker als „der Fink“ aufs Korn. In Wertheim lache man über das fehlende Prinzenpaar in der Kleinstadt mit Herz, da die dortigen Prinzen aus dem Freudenberg-Haus kommen. Seit 60 Jahren warte man auf die neue Mainbrücke.

Mit Unterschrift des Staatsvertrags für die Brücke würden für Freudenberg goldene Zeiten anbrechen. „Die Wirte werden sich streiten, wer das Amtshaus übernimmt“ und viele Geschäfte würden sich neu ansiedeln. „Es spinnt die Uhr beim Rauchwerk I, des hätt’s net geben beim Chef Heinz“, stellte sie zudem fest. Weitere Themen waren unter anderem eine „Seniorenrennbahn“ am Friedhof, die misslungene Onlinewerbung für eine lokale Brennerei und Vandalismus in der Stadt.

Detlef Scheiber widmete den Freudenbergern ein Mutmachlied, denn außerhalb werde man als Bewohner der Stadt nicht so ganz ernst genommen. Martina Beck und Susanne Gallas zeigten in ihrem Sketch, warum es so schwer ist, die Richtigen für das Amt des Prinzenpaar zu finden. Der eitle Prinz war wenig von seiner Gattin angetan. „Ein Trampeltier ist Gold dagegen“. Auf solch ein verfressenes Weib könne er verzichten. Und auch die Prinzessin war wenig vom Prinzen begeistert, so dass es zu Streit der beiden um die Bütt kam.

Wildsau abgeknallt

Die CFF Mädchengarde (Trainerinnen Hanna König und Tine Maier) präsentierten zu „Country Roads“ und anderen US-Hits einen fetzigen, synchronen und rundum perfekten Gardetanz. Das CFF-Chörle besang das Ortsgeschehen. Unter anderem ging es um das Mainvorland und dessen Besucher, für die gilt: „Aber bitte mit Fahne“. Besungen wurde zudem ein zu hoher Zaun und das Wildschwein „Fridolin“. „Das blieb leider nicht im Wald, so wurde es einfach abgeknallt.“

Zurecht ist die Prinzengarde (Trainerinnen Rhea Mai, Lena Hösch und Luisa König) der ganze Stolz des Vereins. Mit ihrem überzeugen Gardetanz begeisterten sie die ganze Halle.

Toiletten-Gags

Unter dem Motto „McClan – geschissen wird immer“ widmete sich ein Sketch der „Toilette Maingarten“. Er zeigte, wie es dort nach der Renovierung werden wird. Neben Gesangseinlagen und weiteren unerwarteten Services erwarteten den Toilettennutzer allerlei Entscheidungen zu seiner Notdurft.

Die „Spasstanztruppe“ (verantwortlich: Detlef Scheiber) fand sich im „verrückten Arbeitsamt“ wieder. Dort wurden ihnen zahlreiche Berufe auferlegt. Mit ihrer tänzerischen und schauspielerischen Berufsdarstellungen sorgten sie für unzählige Lacher.

Die „Stromer Brothers“ begeisterten mit „Flash“. Ihre atemberaubende Zaubershow rund um buntes Licht und Schatten, Entfesselungen und zersägte Männer konnte mit jedem Profizauberer mithalten.

Nach der Schunkelrunde lies die „Fradeberger Guggenmüssig“ (Leitung: Sascha Müssig) die Halle mit ihrem Sound beben. Mit „Shadows oft the Night“ begeisterten die Gruppe „SC-Schnittchen Showtanz“ (Trainerin Xenia Uiberall) die Gäste. Dabei zeigten sie einen besonderen Traum mit allerlei nächtlichen Gestalten.

Kultredner Jürgen Karch wusste in der Bütt so manches zu berichten. Es sei eine Herausforderungen für einen Redner, sich immer neue Witze zu überlegen. „Als ich beim letzten Foto einen Schmollmund machte, wie auf Instagram üblich, haben sie mich mit Verdacht auf Schlaganfall eingewiesen“, stellte er fest. Auch sonst habe man es nicht leicht, machte er deutlich und teilte seine Erinnerungen.

Bei einer „musikalische Zeitreise“ von Rock’n Roll über Abba bis zu aktuellen Hits zeigte das Männerballett (Trainerinnen Xenia Uiberall, Nadine Pollak und Romina Brand) seine Wandelbarkeit. Den krönenden Abschluss des Programms bot Diana Figueredo mit ihrem Stimmungsmedley und das Publikum machte mit. Beim Finale stimmten alle Mitwirkende und ihre Gäste zusammen das Finkenlied an.

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