Jubiläum - Der Freudenberger Geistliche Reinhold Baumann ist seit 40 Jahren Priester / Feier unter besonderen Umständen: Es fiel schwer, ihm nicht die Hand zu geben Gelassenheit des Pfarrers tut allen gut

Von 
Birger-Daniel Grein
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Im Gottesdienst in Freudenberg feierte Pfarrer Reinhold Baumann (Mitte) sein 40-Jahre-Priesterjubiläum. Anerkennung bekam er unter anderem von Diakon Michael Schlör (links) und dem ehrenamtlichen Diakon Michael Baumann. © Birger-Daniel Grein

Seit 40 Jahren ist Reinhold Baumann Pfarrer. Zu diesem Jubiläum gab es zahlreiche Glückwünsche.

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Freudenberg. Vor 40 Jahren wurde Reinhold Baumann zum Priester geweiht. Seit fast 13 Jahren ist der Pfarrer in Freudenberg. Das Pfarrfest zum Jubiläum musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen, und der Gottesdienst fand unter Auflagen statt. Dennoch bot er einen würdigen Rahmen für alle Glückwünsche und ehrende Worte, die dem Kirchenjubilar zuteilwurden. Den Gottesdienst zelebrierte er zusammen mit Diakon Michael Schlör und dem ehrenamtlichen Diakon Michael Baumann. Für die musikalische Umrahmung sorgten Organist Walter Kobes und Vorsängerin Edith Haamann.

Der Pfarrer blickte einleitend auf die Anfänge seines Amts zurück. „Vor 40 Jahren wurde ich zusammen mit 13 anderen jungen Männer von Erzbischof Oskar Saier im Freiburger Münster zum Priester geweiht, um an Jesus zu erinnern und ihn als Christus zu verkünden.“ Das war am 18. Mai 1980. Eine Woche später feierte Baumann seine Primiz in seinem Heimatdorf Grünsfeld-Hausen.

Es folgte eine Stelle als Kaplan in Bilfingen von 1980 bis 1983. Danach war er bis 2007 in Trochtelfingen mit Steinhilden auf der Schwäbischen Alb Pfarrer. Im September 2007 wechselte er nach Freudenberg und kehrte so näher an seine Heimat ganz im Norden der Diözese zurück. Der Jubiläumsgottesdienst war dem Aufruf der Jünger gewidmet, die Frohe Botschaft von Jesus zu verkünden.

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Die Lesung aus der Apostelgeschichte berichtete von der Taufe der Apostel mit dem Heiligen Geist, das Evangelium nach Matthäus erzählte über den Sendeauftrag des auferstandenen Jesus an seine Jünger. In der Predigt verband Michael Baumann die Bibelgeschichten mit dem Jubiläum des Pfarrers. Die letzten Worte Jesus seien etwas ganz Besonderes gewesen, ein Auftrag und eine Zusage zu gleich. „Dieser Auftrag den Glauben weiterzugeben trifft uns alle!“

Nähe anderer Menschen wichtig

Dies gelte erst recht für die wunderbare Zusage „Ich bin bei Euch alle Tage.“ Die Menschen hätten in letzter Zeit erfahren, dass es auch eine Nähe im Herzen gibt, bei physischer Distanz. Dennoch bräuchten sie die Nähe anderer Menschen. Deshalb habe Jesus die Jünger entsandt. „Es braucht für Glaube Gemeinschaft, Menschen die sich für Kirche engagieren und Menschen, die sich in ihrem ganzen Leben Gott widmen, wie die Priester.“ Daher fänden die Priesterweihen immer um Christi Himmelfahrt herum statt, so wie damals bei Baumann am Sonntag danach.

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„40 Jahre sind eine lange Zeit“, sagte er und erinnerte sich an Gespräche mit Baumann über jene Zeit, und dass man sich die Filme von damals angesehen hatte. Baumann habe heute noch enge Kontakte zu seiner ehemaligen Pfarrstelle in Trochtelfingen. Alle seien dem Pfarrer dankbar, dass er schließlich 2007 nach Freudenberg kam.

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„Gerne hätten wir dir unseren Dank, unserer Wertschätzung und unsere Freude über das Jubiläum mit einem Fest gezeigt, was nun leider nur im Kleinen geht.“, so Diakon Michael Schlör. Vielen der Anwesenden werde es schwer fallen, dem Jubilar nicht die Hand zu drücken. Der Diakon freute sich darüber, dass es dem Pfarrer gesundheitlich möglich ist, weiter zu machen und dass er die 40 Jahre durchgehalten hat. Dies hätten nicht alle geschafft.

Vieles habe sich in dieser Zeit verändert. Habe Baumann als Priester beispielsweise früher nur zwei Gemeinden betreut, sei es heute ein großes Gebiet. „Du meisterst es, weil Du ein gelassener Mensch bist, der in allen Situationen Ruhe ausstrahlt, das tut uns allen gut“, sagte der Diakon. Alle aus dem Team der Pfarrgemeinde schätzten die Art des Jubilars.

Dass er nach 40 Jahren noch immer diese Freude habe, sei ein wahres Glaubenszeugnis. „Du hast am Montag gesagt, Du würdest den Weg wieder einschlagen, das ist ein wunderbares Zeichen des Glaubens.“ Pfarrer Baumann sei sich in vielem die 40 Jahre lang treu geblieben. „Du lässt es zu, dass sich auch andere in ihrer Art ins Gemeindeleben einbringen, das zeigt Größe,“ lobte er weiter. So könne Neues wachsen und bestehen.

Bescheidener Mensch

Der Pfarrer sei ein bescheidener Mensch. „Ich glaube nicht, dass ich heute hier als Diakon stehen würde, wenn du nicht unser Pfarrer wärst“, richtete er persönliche Worte an den Jubilar. In den Fürbitten baten die Gemeindemitglieder unter anderem um Gesundheit und Wohlergehen für den Jubilar.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender René Rosche überbrachte die Glückwünsche der gesamten Seelsorgeeinheit. Gerade in der aktuellen Zeit sei Baumann als Pfarrer ein Lichtblick. „Seit 40 Jahren bringen Sie als Priester das Licht in die Welt.“ Dies sei in der Krisenzeit besonders wichtig. Die großen Leidenschaften des Jubilars seien Fiat-Oldtimer, Italien und guter Kaffee. So hatte er sich als Jubiläumsgeschenk eine Kaffeemaschine gewünscht.

Als Symbol für letztere überreichte im Rosche schon einmal ein Paket guten Kaffee. Er wünschte dem Jubilar Gesundheit für die kommenden 40 Jahre und hoffte im Namen aller Mitglieder der Kirchengemeinde, dass er noch lange als Pfarrer bei ihnen bleibt.

Die Glückwünsche der politischen Gemeinde und aller Einwohner der Gesamtstadt überbrachte Bürgermeister Roger Henning. In den 13 Jahren in Freudenberg habe Baumann viele Verdienste erworben. Er erinnerte an die Zusammenführung der Seelsorgeeinheiten, die Weiterentwicklung bei den Kindergärten und die vielen Momente des Glücks und der Trauer in denen der Pfarrer die Menschen begleitete.

Henning äußerte die Hoffnung, dass Baumann freiwillig seien Dienst in Freudenberg auch in seine Rentenzeit hinein verlängert. Pfarrer Baumann sagte am Ende „einfach Danke“. Das Leben sei wie ein Mosaik mit vielen Steinen, fehle nur einer, gebe es kein Bild. Die Kirchenbesucher würdigten ihn mit kräftigem Applaus.

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