Gründungsveranstaltung - Seniorenbeirat wird sich für die Belange der Ü60-Bevölkerung einsetzen / Gremium am Dienstagabend ins Leben gerufen Für Situation Älterer sensibilisieren

Von 
Birger-Daniel Grein
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In den Vorstand des Freudenberger Seniorenbeirats wurden gewählt (von links): Wolfgang Kiessling, Christine Bieber, Ralf Kern, Gudrun Pegroretti, Wolf Luttner, Barbara Zöller, Ute Schmidt, Notburga Haamann und Leo Rauch. © Birger-Daniel Grein

Als zweite Stadt im Main-Tauber-Kreis hat nun auch Freudenberg einen Seniorenbeirat. Damit nimmt sie in einem weiteren Bereich eine Vorreiterrolle ein.

Satzung des Seniorenbeirats

Die Satzung des Seniorenbeirats hatte der Freudenberger Gemeinderat in der Sitzung am 9. Juli beschlossen. In der Rechtsstellung wird der Beirat als örtliches Organ der Meinungsbildung und des Erfahrungsaustausches auf sozialem, wirtschaftlichem und kulturellen Gebiet für Bürger über 60 Jahren beschrieben. Er arbeitet unabhängig, ist parteipolitisch und konfessionell neutral und nicht an Verbände und Vereine gebunden.

Der Beirat vertritt die Interessen von Bürgern ab 60 Jahren gegenüber Stadtverwaltung, Behörden und Wohlfahrtsverbänden. Seine Vorschläge werden von der Stadtverwaltung geprüft und können dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Der Beirat trägt zur Gestaltung des Lebensalltags älterer Menschen sowie dem Dialog zwischen den Generationen bei. Organisationen, die auf dem Gebiet der Seniorenarbeit und Seniorenhilfe tätig sind, das Otto-Rauch-Stift, Vereine mit seniorenrelevanten Angeboten sowie Einzelpersonen können Mitglieder sein.

Der Vorstand besteht aus einem Vorsitzenden, zwei Stellvertretern, sowie mindestens vier Mitgliedern, die insgesamt eine ungerade Zahl ergeben sollen. Sie werden von der Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit auf drei Jahre gewählt.

Der Seniorenbeirat erhebt keine Mitgliedsbeiträge. Die Tätigkeit erfolgt ehrenamtlich und unentgeltlich. Die Stadtverwaltung unterstützt die Arbeit bei Bedarf mit Fotokopien und Räumlichkeiten sowie der fachlichen Begleitung durch das FSI. Der Beirat ist für die Beschaffung finanzieller Mittel selbst verantwortlich. Er wird sich eine Geschäftsordnung zur Detailregelung der Arbeit geben. bdg

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Freudenberg. Zahlreiche Senioren gründeten am Dienstag im Sitzungssaal des Rathauses den Seniorenbeirat der Stadt. Neben 27 stimmberechtigten Freudenberger Bürgern über 60 Jahren waren auch einige Gemeinderäte anwesend.

Bürgermeister Roger Henning sprach von einer wichtigen und besonderen Veranstaltung. Er verwies auf einige Bereiche, in denen Freudenberg bereits eine Vorreiterrolle einnehme. Der Seniorenbeirat könnte der nächste sein.

Vorreiterrolle in der Region

Von 18 Kommunen im Landkreis hatte bisher nur Wertheim einen solchen Beirat. In ganz Baden-Württemberg gebe es ihn bisher in 180 von 1100 Gemeinden. Die älteren Mitbürger lobte er für ihren ehrenamtlichen Einsatz, der maßgeblich zur Entwicklung der Stadt beigetragen haben. Er ging auf seniorenrelevante Themen wie Barrierefreiheit ein, die man umsetzen wolle, wo es möglich ist. Eine gute Nachricht sei, dass man für alle Ärzte in der Stadt Nachfolger gefunden habe.

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2015 seien 902 der 3800 Einwohner Freudenbergs über 65 Jahre gewesen. Ihr Anteil werde weiter zunehmen. Der Seniorenbeirat solle helfen, dass sich ältere Mitbürger wohlfühlen. Er schaffe und erhalte Gemeinschaft, diene dem Erfahrungsaustausch und der Meinungsbildung. Er könne zudem das ein oder andere Projekt realisieren.

„Der Seniorenbeirat wird eine Bereicherung für Freudenberg sein, so wie sie alle eine Bereicherung für uns sind“, betonte er. Ihm war wichtig, dass der Beirat sich für die Belange der Senioren in Kernstadt und allen Ortsteilen einsetzen werde. Dank sprach er Robert Wenzel, Vorsitzender des Kreisseniorenrats Main-Tauber, und Jürgen Küchler, Vorsitzender des Wertheimer Seniorenbeirats, aus. Beide standen der Stadt beratend zur Seite.

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Wenzel freute sich über die Initiative. Bürgermeister und Gemeinderat zeigten, dass sie nicht nur Politik für, sondern mit Senioren machen wollen. Bei der Seniorenarbeit gehe es nicht um Lobbyismus, sondern um Mitgestaltung der Kommune. „Aufgabe des Seniorenbeirats ist es, Menschen zu motivieren, sich ehrenamtlich zu engagieren und die jeweiligen Potenziale einzubringen.“

Austausch und Kommunikation

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Senioren seien Experten und Gesprächspartner für Themen des Älterwerdens und Altseins. Zur positiven Gestaltung des demografischen Wandels sei ihr Engagement unverzichtbar. Er betonte jedoch, zum Auftrag der Seniorenräte gehöre es auch, den generationenübergreifenden Dialog zu suchen. Weiterhin sollen sie durch die enge Zusammenarbeit mit den politischen Verantwortlichen in den Kommunen die Probleme älterer Menschen darstellen und an ihrer Lösung mitarbeiten.

Sie seien Organe für Erfahrungsaustausch, Meinungsbildung und Vernetzung. „Sie sollen die Öffentlichkeit für die Situation älterer Mitbürger sensibilisieren und ein positives Altersbild mit hoher Lebensqualität vermitteln.“ Dabei entstehe ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, die Vereinsamung entgegenwirke.

Blick zum Nachbarn

Küchler berichtete von der praktischen Arbeit des 2012 in Wertheim gegründeten Seniorenbeirats. „Aktuell haben wir 70 Mitglieder, denen durch ihr Mitmachen keine Kosten und Verpflichtungen entstehen.“ Die Vorstandssitzungen und Versammlungen seien öffentlich.

Die Satzung des Seniorenbeirats Freudenberg wurde von Elisabeth M. Huba-Mang vom Familien-, Senioren und Integrationsbüro (FSI) der Stadt vorgestellt. In der Gründungsversammlung hatten die Senioren Gelegenheit, ihre Fragen zum Beirat zu stellen und Ideen für ein seniorengerechtes Freudenberg vorzutragen. Einleitend gab Küchler Beispiele aus der Arbeit in Wertheim. Man berate Stadt und Gemeinderat bei Themen mit Bezug auf Belange der älteren Bevölkerung.

Verschiedene Anliegen

Aus Reihen der Freudenberger wurde der Wunsch vorgebracht, älteren Mitbürgern eine Mitfahrmöglichkeit zu Einkaufsmöglichkeiten zu bieten. Weiter wurde gefragt, ob es einen Versicherungsschutz für im Beirat engagierte Personen gebe. Wenzel wollte prüfen, ob eine Gruppenversicherung über den Landesseniorenrat möglich ist. Henning wird die Möglichkeit über die Gemeindeversicherung prüfen.

Hinsichtlich der Einflussmöglichkeiten des Beirats betonten Henning sowie Stadtrat Peter Eckert: „Die Anliegen des Seniorenbeirats werden ernst genommen.“ Dies zeige sich schon daran, dass man seine Gründung unterstütze. Die Wahlen fanden unter Leitung von Robert Wenzel, sowie den Mitarbeiterinnen des FSI statt. Gudrun Pegoretti wurde zur Vorsitzenden gewählt. Für die Aufgabe der Stellvertreter gab es drei Kandidaten. Gewählt wurden Ute Schmidt und Ralf Kern. Ebenfalls kandidiert hatte Jakob Lang. Zu Beisitzern wurden Leo Rauch, Barabara Zöller, Christine Bieber, Wolf Luttner, Wolfgang Kiessling und Notburga Haamann. In seinem Schlusswort bat Henning die Anwesenden darum, weitere Mitstreiter zu werben. Außerdem sagte er zu, seine Tür stehe dem Beirat immer offen.

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