Gemeinderat - Stadt ist Teil des Programms „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ / Finanzsituation ist laut Prüfbericht des Landratsamts angespannt Freudenberg will Ehrenamt stärken und Engagierte gewinnen

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bdg
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Freudenberg. Die „Kleinstadt mit Herz“ gehört mit zwölf weiteren Städten in Baden-Württemberg zu den vom Land Baden-Württemberg geförderten Programm „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“. Es soll ehrenamtliche Strukturen stärken und neue Engagierte gewinnen.

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Bürgermeister Roger Henning betonte, wie wichtig es sei, das Ehrenamt zu stärken. Es gebe immer weniger, die ein solches Amt begleiten wollen. Durchgeführt wird das Beratungsprogramm durch die IBZ Führungsakademie Baden-Württemberg. Sie ist das Kompetenzzentrum des Landes für Personal- und Organisationsentwicklung. Vorgestellt wurde der Ablauf für Freudenberg bis zum dritten Quartal 2021 von Dagmar Gebhardt von der Akademie. Ziele sind die Qualifikation der Beteiligten für eigenständige Weiterarbeit, eine nachhaltige Prozessbegleitung und das Umsetzen der Landesengagementstrategie.

Vor Ort soll eine vorbildhafte Beteiligungs- und Engagementkultur für alle Bevölkerungsgruppen geschaffen werden. Weiterhin geht es um den Aufbau tragfähiger Unterstützungsstrukturen für das Engagement durch Arbeits- und Begleitgremien, Strukturen in der Verwaltung sowie Räume und Formate für Begegnungen. Die Steuerungsgruppe ist am Familien- Senioren- und Integrationsbüro (FSI) angesiedelt. Als Erfolgsfaktoren nannte Gebhardt geeignete Strukturen, Bürgerbeteiligung, Kultur im Sinne der Eigenverantwortung und ein Zukunftsbild.

Man wird die Konzepte zusammen mit den Menschen vor Ort entwickeln. Dazu sei die Beteiligung aus allen Bevölkerungsgruppen und die Unterstützung des Gemeinderats wichtig. Auf Landesebene gibt es Netzwerktreffen zum Austausch der Städte und Kommunen.

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„Es gibt in Freudenberg schon so viel ehrenamtliches Engagement. Ziel ist es, dieses weiter zu vernetzen“, erklärte Gebhardt. Aus Reihe des Gemeinderats wurden Themenkomplexe angesprochen, die man angehen sollte: fehlender Führungsnachwuchs für die Vereine, Unterstützung von Zusammenhalt und Zusammenarbeit der Vereine und Aktivierung von Menschen, die sich einbringen könnten. Jugendliche sollen besser eingebunden werden.

Im nächsten Schritt wird man Beteiligungsformate entwickeln. Eventuell setzt man, auch im Hinblick auf die Coronapandemie, auf Kleingruppenarbeit. Am Samstag, 26. September, erfolgt die Gründung der Projektbegleitgruppe. Diese soll Zukunftsvisionen entwickeln, Handlungsfelder und Ziele definieren und Begegnungs-, Beteiligungs- und Arbeitsformate besprechen. Als Mitglieder hat man Vertreter verschiedener Gruppierungen und gesellschaftlicher Gruppen direkt eingeladen. Sie sollen als Multiplikatoren in ihren Gruppen wirken.

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In der Sitzung ging es zudem um Themen der Finanzprüfung. Einstimmig nahm der Gemeinderat den Bericht über die Jahresrechnung 2019 der Stadt Freudenberg an. Bürgermeister Roger Henning sagte, es seien keine positiven Zahlen, auch wegen des Einbruchs bei der Gewerbesteuer ab 2018. Das Ergebnis des Gesamtvolumens lag bei 14,14 Millionen Euro. Dies waren 1,68 Millionen Euro weniger als das geplante Haushaltsvolumen. Auf den Verwaltungshaushalt wirkten sich vor allem rückläufige Einnahmen aus. Unter dem Streich wurde das geplante Gesamtdefizit leicht unterschritten. Einsparungen im Vermögenshaushalt resultierten aus verschobenen Bauprojekten. Der Schuldenstand der Stadt betrug zum 31. Dezember 2019 rund 5,74 Millionen Euro, bei einer rechnerischen Pro-Kopf-Verschuldung von 1520,36 Euro.

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Einstimmig zur Kenntnis genommen wurde der Prüfbericht des Landratsamts für die Haushaltsjahre 2014 bis 2018. Dabei wurden keine gravierenden Mängel festgestellt. Laut Bericht des Landratsamts ist die Finanzsituation von Freudenberg angespannt. Investitionen sollten daher auf das Unabdingbare beschränkt werden. Einstimmig wurden die Verwaltungsmitarbeiterin Melanie Breitenbach zur neuen Kassenverwalterin bestellt. Als neuen stellvertretenden Kassenverwalter bestellt der Rat Verwaltungsmitarbeiter Nicolas Jahn. bdg