Gemeinderat - Freudenberg hat mit Ellen Schnellbach eine neue Bürgermeisterstellvertreterin / Ehrenamtsrichtlinie wurde überarbeitet „Burgtaler“ als neue Auszeichnung

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bdg
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Stabwechsel im Freudenberger Gemeinderat: Matthias Dick (rechts) verlässt auf eigenen Wunsch das Gremium. Für ihn rückte Julika Saatmann-Hösch nach, die der Bürgermeister Roger Henning in der Sitzung am Montag verpflichtete. © Grein

Einen Stabwechsel gab es im Freudenberger Gemeinderat. Neben einem neuen Mitglied gibt es auch eine neue stellvertretende Bürgermeisterin.

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Freudenberg. Julika Saatmann-Hösch (CDU) ist seit der öffentlicher Sitzung am Montag Mitglied des Freudenberger Gemeinderats. Sie rückt für Matthias Dick (CDU) nach, der das Gremium auf eigenen Wunsch hin verließ. Zuerst stand jedoch der formale Akt der „Wahl zur Rücknahme der Bestellung eines Gemeinderatsmitglieds als stellvertretenden Bürgermeister und Gemeinderatsmitglied aus wichtigem Grund“ an. Mit einer Enthaltung stimmte das Gremium dem Antrag zu.

Bürgermeister Roger Henning zollte seinem bisherige Stellvertreter hohe Anerkennung. Solch ein Engagement sei keine Selbstverständlichkeit. Seit 1999 war Dick durchgehend Mitglied im Gremium, seit 2009 zudem stellvertretender Bürgermeister. Mit jungen 23 Jahren sei er damals in die Politik gegangen. 19 Jahre lang habe er mitgestaltet und wichtige Vorhaben begleitet. Beispielhaft nannte er den Bau des Hochwasserschutzes im Mainvorland als Großprojekt. Ebenso wurde auf Dicks Idee hin im Rathaus die Möglichkeit der EC-Karten-Zahlung geschaffen. „Das wird von den Bürgern gerne angenommen.“ Politik sei kein Selbstläufer. Man brauche immer Menschen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzten.

Dick erklärte, die Tätigkeit als Gemeinderat und die vielen leidenschaftlichen Diskussionen hätten ihm großen Spaß gemacht. „Ich werde einiges vermissen.“

Neue Gemeinderätin

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Für ihn rückte Julika Saatmann-Hösch bis zum Ende der Legislaturperiode 2019 ins Gremium nach. Henning verpflichtete sie und überreichte die Ernennungsurkunde.

Mit dem Ausscheiden von Dick musste auch ein neuer Stellvertretender Bürgermeister gewählt werden. Als Kandidatin für das Amt wurde von Gemeinderat Peter Eckert (CDU) die langjährige Stadträtin Ellen Schnellbach (CDU) vorgeschlagen. „Sie ist erfahren, hat gute Verbindungen zu den Ortsteilen und war in diesem immer Botschafterin der Kernstadt“, begründete er den Vorschlag. Auf Antrag aus dem Gemeinderat wurde geheim gewählt. Schnellbach konnte dabei 15 von 20 Stimmen auf sich vereinen. Drei Räte stimmten mit Nein, zwei enthielten sich. Henning gratulierte seiner neuen Stellvertreterin zur Wahl mit überwältigender Mehrheit. „Ich werde mich mit aller Kraft und eurer Hilfe für meine Heimatstadt einsetzen“, versprach Schnellbach.

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Die Zustimmung des Gremiums, bei einer Enthaltung, erhielt die überarbeitete Ehrenamtsrichtlinie der Stadt. „Ehrenamt ist der Grundpfeiler und die Lebensader einer Stadt“, betonte Henning. Was in Vereinen und Hilfsorganisationen geleistet werde, sei unbezahlbar.

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Die Ehrungsrichtlinie trat 2014 in Kraft. Nun hatte man die Erfahrungen aus der bisherigen Umsetzung, sowie Anregungen aus dem Gemeinderat und Ideen aus ähnlichen Richtlinien anderer Städte genutzt, um sie zu überarbeiten. Ziele der Änderungen war es, fehlende Personenkreise in die Richtlinien einzubinden, die Verleihformen zu verdeutlichen, Vergleichbarkeit und Transparenz der Wertigkeiten der verschiedenen Tätigkeiten herzustellen sowie eine Ehrungsform für weitere, bisher nicht erfasste Personengruppen, zu schaffen.

Im Bereich des zu ehrenden Personenkreises wurde das Gebiet Kultur ergänzt. Weiterhin wurde der Verleihungsrahmen genauer festgelegt. Neu ist, dass die Bürgermedaille alle zwei Jahre in einem würdigen Rahmen vergeben wird. Den größten Teil der Änderungen nahm man im Bereich der Vergleichbarkeit des Engagements vor. „Diesen Bereich kann man nicht abschließend festlegen“, schränkte Henning ein. „Wir können aber eine Vereinfachung für die Antragsteller schaffen, die nun wissen, wen sie wann vorschlagen können.“

Punktesystem erklärt

Den vorgestellten Ergebnissen war eine umfangreiche Diskussion in den Gremium vorangegangen. Für die Verleihung der Bürgermedaille wurden verschiedene Punktwerte festgelegt. Die Medaille in Bronze kann eine Person mit mindestens 70 Punkten erhalten, Silber mit 150 und Gold mit 200 Punkten. Für unterschiedliche Tätigkeiten gibt es je Jahr Punkte. Bei mehreren Ehrenämtern können diese, auch über Organisationen hinweg, addiert werden. Jede Person kann pro Jahr aber maximal acht Punkte angerechnet bekommen. Zusätzlich zu den bisherigen Auszeichnungsmöglichkeiten wurde der „Burgtaler“ als weitere Auszeichnung geschaffen. Er soll Engagement auszeichnen, dass nicht die Anforderungen der „Bürgermedaille Bronze“ erreicht.

„Das erreichen einer bestimmten Punktzahl löst jedoch kein Automatismus zur Auszeichnung aus“, betonte Henning. Der Vorschlag muss von der Organisation schriftlich und mit ausführlicher Begründung eingereicht werden. Je Gruppierung können pro Ehrung nur zwei Personen vorgeschlagen werden.

Über eine Ehrung entscheide der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats. Er könne auch Ehrungen für Personen beschließen, die außerhalb von Organisationen stark ehrenamtlich tätig sind.

Für die Verleihung der Bürgermedaille wird die Antragsfrist über den den 31. März hinaus verlängert. Die Organisationen werden hierüber informiert, hieß es. bdg