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Ortschaftsrat Boxtal - Bürger wünschen sich Übergang über Wildbach schon seit 20 Jahren / Neuer Flächennutzungsplan und Feuerwehren waren weitere Themen

Aufträge für Steg-Bau unterschrieben

Von 
bdg
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Nach über zwei Jahrzehnten des Ringes um das Projekt wurden endlich die Aufträge für den Bau des Stegs über den Wildbach bei der Boxtaler Kläranlage durch Bürgermeister Roger Henning (links) und Ortsvorsteher Rolf Döhner unterzeichnet. © Birger-Daniel Grein

Seit über 20 Jahren setzen sich die Boxtaler für einen Steg über den Wildbach bei der Kläranlage ein. Nun befindet man sich mit dem Projekt auf der Zielgeraden.

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Boxtal. Die Freude über die Auftragsvergabe für Gründung und Stegbau am Montag im Freudenberger Gemeinderat (wir berichteten) war groß. Als geschichtsträchtiges Zeichen wurden die Aufträge am Mittwoch unterschrieben, als das „Mobile Rathaus“ im Gemeindezentrum Station machte.

Schwierige Planung

Bürgermeister Roger Henning blickte auf die lange und schwierige Geschichte des Steg-Baus zurück. Ein erster Bauantrag für einen Überweg habe das Landratsamt abgelehnt. Bei einer Verkehrsschau 2016 sei festgestellt worden, dass ein Steg in der Nähe der L 2310 massive Sicherungsarbeiten an der Straße erforderlich gemacht hätte. Die dabei entstehenden Kosten wären für die Gemeinde nicht stemmbar gewesen. So plante man eine Verschiebung des Stegs in Richtung Kläranlage. Henning freute sich, dass der notwendige Grunderwerb gelungen ist. Dankbar zeigte er sich gegenüber der Stadt Wertheim, der Teile der Fläche gehören und die den Bau ermöglichte.

Beginn war mit dem Wegebau, der mit dem Anlegen von Naturflächen verbunden war. Der Wegebau wurde so zu 90 Prozent mit Mitteln aus dem Stiftung Naturschutzfond gefördert. Der Fonds erhält seine Geldmittel aus dem Windradprojekt bei Rauenberg.

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Auch der aktuelle Bauantrag sei nicht „vergnügungssteuerpflichtig gewesen“, betonte Henning. Der Antrag samt Gutachten habe einen ganzen Ordner gefüllt. Dann habe das Landratsamt noch ein Gründungs- und ein naturschutzrechtliches Gutachten nachgefordert. Aufgrund des Sandschwämmbodens sei eine besondere Pfahlgründung erforderlich. Zudem müsse der Hochwasserschutz für hundertjährige Hochwasser berücksichtigt werden. Den Bau des Stegs werde man weiter eng begleiten, sagte der Bürgermeister zu. Die Gesamtinvestitionssumme der Stadt für das Projekt liegt bei rund 81 000 Euro.

Fachbereichsleiterin Irina Friesen ging auf die technischen Details des Stegs mit zwei Meter breitem Überweg ein. Der Bau soll im ersten Quartal 2022 erfolgen. Das Geländer sei so hoch, dass der Steg von Radfahrern überfahren werden darf, wurde festgestellt.

Ortschaftsrat Klaus Böxler schlug vor, den Gitterrostboden des Stegs mit Holz zu überdecken. Denn der Gitterrost sei bei Nässe glatt und für Hunde nicht ideal. Bauhofleiter Stefan Zöller erklärte, mit einer Holzabdeckung bestehe wieder eine Winterdienstpflicht. Zudem seien gerippte Gitterroste nicht rutschig. Henning ergänzte aus eigener Erfahrung, Hunde könne man trainieren, auch über die Gitterroste zu laufen. Es bestehe für die Tiere keine Verletzungsgefahr. Zudem sei der Steg in der geplanten Form genehmigt, Änderungen würden den Bau verzögern.

Schaffung von Bauplätzen

In seinem Rückblick auf die Themen des „Mobilen Rathauses 2019“ ging Henning auf den neuen Flächennutzungsplan und die Schaffung neuer Baugebiete in Boxtal ein. Diese Baumöglichkeiten seien etwas Entscheidendes. Oberstes Ziel sei es, die Einwohnerzahl der Gesamtstadt zu stabilisieren und zu erhöhen. Zweites wichtiges Ziel sei die Steigerung des Tourismus“.

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Das Verfahren für den neuen Flächennutzungsplan ist aktuell in der Endphase. Der Beschluss dazu könne im ersten Quartal 2022 erfolgen. Es sollen Flächen für Ein- und für Mehrfamilienhäuser entstehen.

„Wir müssen uns aber bewusst sein, dass nicht alles, was dort vorgesehen ist, gleich umgesetzt werden kann“, betonte Henning. Der neue Flächennutzungsplan schaffe aber die Voraussetzung für weitere Entwicklungen, die ohne nicht möglich wären. Die Schaffung von Bauflächen in Boxtal habe höchste Priorität. Die Ortschaft liege ÖPNV- und verkehrstechnisch optimal zwischen Miltenberg und Wertheim. Wichtig sei, den Grundstückserwerb für die Bauflächen bald anzugehen.

Für Wohnbauflächen sind im Dorf insgesamt 1,22 Hektar neu vorgesehen. Mögliche Bereiche sind Randacker, Brunnengasse/Friedhof und Hoffeld. Letzteres Areal soll als Mischgebiet entwickelt werden.

Weiter ging Henning auf die Entwicklung der Feuerwehr ein. Er verwies auf den wichtigen Neubau von Bauhof und Feuerwehrgerätehaus in der Kernstadt. Handlungsbedarf gebe es auch bei den Gebäuden der Ortsteilwehren. Gemeinsam müsse man entscheiden, ob man auf eine Sanierung der bestehenden Gebäude mit den damit verbundenen Einschränkungen setzte oder auf den Neubau eines gemeinsamen Gerätehauses für Boxtal, Wessental und Rauenberg. Zuerst müsste die Mannschaft der betroffenen Abteilungen entscheiden. Dann beziehe man Ortschaftsräte und Bürger ein. Am Ende entscheide der Gemeinderat auf Basis der Ergebnisse dieser Beratungen. bdg

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