Ortschaftsrat Boxtal - Das Gremium befasste sich in seiner Sitzung hauptsächlich mit baulichen Angelegenheiten / Gemeindezentrum soll Außenaufzug erhalten Absolute Barrierefreiheit ein vielfacher Wunsch

Von 
Birger-Daniel Grein
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Am Gemeindezentrum soll künftig ein Außenaufzug einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Diesen möchte man auf der Seite des Feuerwehrhauses anbringen. © Birger-Daniel Grein

Der Boxtaler Ortschaftsrat beschäftigte sich in seiner Sitzung am Dienstag vor allem mit baulichen Angelegenheiten an öffentlichen Flächen.

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Boxtal. Die Liste der einstimmig beschlossenen Haushaltsmittelanforderungen des Boxtaler Gremiums ist lang. Dennoch befinden sich in ihnen nur Projekte, die schon seit Jahren auf der Wunschliste des Dorfes stehen.

Platz eins nimmt erneut die Ausweisung eines neuen Baugebiets oder die Schaffung von Bauflächen durch Nachverdichtung ein. „Wir wollen junge, bauwillige Einwohner im Dorf halten“, stellte Ortsvorsteher Rolf Döhner fest. Auf Platz zwei setzte man die Mittel zur Errichtung des Fußgängerstegs über den Wildbach im Bereich der Kläranlage. Wie Döhner feststellte, habe Bürgermeister Roger Henning bereits 2016 versprochen, der Steg solle dieses Jahr stehen. Nun hieß es, 2018 soll angefangen werden. „Bisher ist aber noch nichts erfolgt.“ Zum aktuellen Zeitpunkt noch unbeantwortet ist Döhners Anfrage an die Stadtverwaltung, ob der 2014 gestellte Bauantrag weiterhin gültig ist oder ob ein neuer Antrag benötigt wird.

15 000 Euro im Hauhalt

Für die Straßenbeleuchtung im Bereich Obere Aub stehen 15 000 Euro im aktuellen Haushalt. Aber auch hier wurde noch nichts umgesetzt, deshalb nahm man den Punkt als Priorität drei wieder auf.

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Auf Platz vier setzte man Mittel zur Erweiterung des Vorplatzes an der Aussegnungshalle des Friedhofs. Priorität fünf erhielten neue Abluftmotoren für die Küche des Gemeindezentrums.

Diese müssten dringend erneuert werden, damit die Küche auch künftig nutzbar bleibt.

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Ein weiteres Thema, das Boxtal schon lange beschäftigt, ist eine neue Nutzung für die alte Schule. Der ältere Teil des Gebäudes steht unter Denkmalschutz. So beantragte man für 2019 erneut Mittel zur Erstellung eines Nutzungskonzepts für eine Umnutzung des Gebäudekomplexes.

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Auf Platz sieben wurden Mittel zur Instandhaltung und Modernisierung des Gemeindezentrums gefordert. Dieses ist inzwischen über 40 Jahre alt und hat somit einiges an baulichen Mängeln angehäuft. Zu den nötigen Maßnahmen gehören Reparaturen am Dach über der Halle, eine komplette energetische Sanierung des Gebäudes, Arbeiten im Ortsvorsteherzimmer und die Sanierung der sanitären Anlagen.

Priorität acht erhielten Mittel zur Instandsetzung von Straßen und Feldwegen. Weiterhin soll, so Platz neun der Anforderungen, die Pflasterung im Ort geprüft und Schäden behoben werden.

Für die Veränderung einiger Fußwege stehen Mittel im Haushalt 2018. Einstimmig beschloss das Gremium deren Ausgestaltung. Höchste Priorität hat dabei der Fußweg durch den Kinderspielplatz. Die Maßnahme soll auf jeden Fall noch dieses Jahr umgesetzt werden. „Wer weiß, ob wir nächstes Jahr wieder Mittel dafür bekommen würde“, so der Ortsvorsteher. Er stellte das laut Stadtverwaltung wirtschaftlichste Angebot vor. Der komplette Weg soll neu gepflastert werden. Die Pflasterung soll dabei vom Eingang des Spielplatzes auf drei Meter Breite bis zum Teerplatz erfolgen. Die Breite wurde gewählt, dass man zum Auf- und Abladen auch mit Fahrzeugen auf den Platz fahren könnte. Der Weg soll ab dem Teerplatz mit einer Treppenanlage mit zwölf Blockstufen weiter nach oben zum Parkplatz geführt werden.

Rat Egon Spachmann stellte fest, solche Stufen seien aber für Kinderwagen ungeeignet, besser sei eine gepflasterte Schräge. Peter Eckert erklärte in der Diskussion: „Der Ortschaftsrat möchte, dass es sauber ausgeführt wird, wie genau, sollen Fachleute entscheiden.“ So beschloss das Gremium einstimmig, die von Döhner vorgestellte Weggestaltung mit dem Zusatz, der Ortsvorsteher prüft gemeinsam mit den Fachleuten, ob die Lösung über eine Schräge möglich und im Kostenrahmen ist. Umgesetzt werden soll dann, die bestmögliche Ausführung.

Ein weiteres Projekt, das möglichst noch 2018 angegangen werden soll, ist der Zugang zum Feldweg im Bereich Obere Aub. Auch hier liegen bereits Angebote vor. Von der Straße aus sollen 30 Blockstufen den Höhenunterschied überwinden, danach wird der Weg fortgesetzt. Die Besitzer der anliegenden Grundstücke seien mit der Lösung einverstanden. Eckert verwies darauf, dass der Weg nicht in den Winterdienstplan aufgenommen werden könne, da es dort keine Bebauung gibt. Er diene damit dem Zugang in den schnee- und eisfreien Zeiten des Jahres.

Einstimmiger Beschluss

Auch für diese Ausführung stimmte das Gremium einstimmig. Geschlossen beschoss man zudem die Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Gemeindezentrum Boxtal. Das Gebäude, das auch als Wahllokal dient, ist für Bürger, die schlecht Treppen laufen können schwierig zugänglich. Ein Zugang über eine Rampe ist aufgrund der Platzverhältnisse nicht möglich. Diese dürfe nur sechs Prozent Gefälle haben und es wären Zwischenebenen nötig. Die Rampe würde somit runde zehn Meter lang werden, was aus Platzgründen nicht realisierbar ist. So sprach man sich für eine „Liftlösung“ aus. Am Podest auf der Seite des Feuerwehrhauses soll ein Ausschnitt mit einer Ebene geschaffen werden. In die Öffnung wird der Außenaufzug eingebaut. Die Lösung biete einen überdachten barrierefreien Zugang und behindere nicht die Ausfahrt des Gerätehauses. Die regelmäßigen Wartungskosten wird die Stadt Freudenberg übernehmen. Der Aufzug kann sowohl von Rollstuhlfahrern mit Begleitperson, als auch von Nutzern mit Gehhilfen genutzt werden. Auch in diesem Punkt hoffte das Gremium auf eine baldige Umsetzung.

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