Leader 2021 bis 2027 - Die Stadt Creglingen verzichtet auf eine Teilnahme an der nächsten Periode des europäischen Förderprogramms „Teilnahme macht für uns keinen Sinn“

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Arno Boas
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Vergeblich hatte sich die Stadt Creglingen darum bemüht, die Sanierung des Gemeindehauses Oberrimbach über das Leader-Programm fördern zu lassen. © Boas/Archiv

Das europäische Förderprogramm „Leader“ geht in die nächste Runde. Die Stadt Creglingen ist nicht mehr mit dabei.

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Creglingen. Hauptamtsleiterin Anita Müller hatte jüngst in der Sitzung des Creglinger Gemeinderates mitgeteilt, dass die Stadt nicht am europäischen Förderprogramm „Leader“ der Jahre 2021 bis 2027 teilnehmen werde (wir berichteten). Eine eher ungewöhnliche Entscheidung, denn die Stadt Creglingen liegt, zusammen mit 25 weiteren Gemeinden der Kreise Main-Tauber, Hall und Hohenlohe in der Förderkulisse des Aktionsgebietes Hohenlohe-Tauber und hätte bei passenden Vorhaben grundsätzlich Anspruch auf Förderung.

Warum nimmt die Stadt Creglingen nicht an der nächsten siebenjährigen Förderphase des EU-Programmes teil? Bürgermeister Uwe Hehn sagte dazu auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten, dass es sich bei „Leader“ um ein „sehr bürokratisches Programm“ handle. Aus Sicht der Stadt mache die Teilnahme keinen Sinn, weil die im Programm gelegten Schwerpunkte die Stadt Creglingen nicht so stark tangieren würden. Unter anderem liegt der Schwerpunkt auf dem touristischen Aspekt.

„Die Bewerbung macht viel Arbeit, kostet uns nur Geld und man hat keine Garantie, dass das eingereichte Projekt dann auch bezuschusst wird“, so der Creglinger Bürgermeister. In der jüngeren Vergangenheit hatte sich die Stadt mit zwei Projekten beworben – dem Spielplatz in Schmerbach und dem Gemeinschaftshaus in Oberrimbach – und war beide Male leer ausgegangen. In Oberrimbach steht die Renovierung und Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses zur Debatte. Der Plan sieht unter anderem einen behindertengerechten Zugang, eine renovierte Küche und renovierte Sanitäranlagen sowie eine Vergrößerung des Saales vor. In Schmerbach hat die Dorfgemeinschaft in einer beispielhaften Gemeinschaftsaktion einen mustergültigen Spielplatz geschaffen, der ebenfalls vergeblich zur Bezuschussung eingereicht worden war. Dass die Stadt nicht weiter dabei bleibt, liegt auch daran, dass es für die nächste Periode von privater Seite keine Projekte gegeben habe, wie der Bürgermeister sagte. „Hätten wir von privater Seite etwas gehört, dann hätten wir natürlich weiter mitgemacht“, sagte Uwe Hehn. Neu in die Förderkulisse 2021 bis 2017 rücken nun die Stadtteile von Bad Mergentheim nach. Bisher ist nur Markelsheim im Leader-Gebiet. Denn das Fördergebiet richtet sich unter anderem nach der Zahl der Einwohner. Und wenn die 4700 Einwohner von Creglingen aus dem Topf herausfallen, können andere Kommunen nachrücken. Das aktuelle Leader-Aktionsgebiet Hohenlohe-Tauber besteht aus 26 Städten und Gemeinden sowie drei Teilorten von zwei Städten. Es erstreckt sich über Teile der drei Landkreise Hohenlohekreis, Main-Tauber-Kreis und Schwäbisch Hall.

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In dem Gebiet leben rund 106 860 Einwohner auf einer Fläche von zirka 1440 Quadratkilometer, was einer Bevölkerungsdichte von 74 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht.

„Leader“ steht für die „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ und ist ein Förderinstrument der Europäischen Union zur Stärkung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume. Die Europäische Union unterstützt mit dem Leader-Ansatz seit 1991 modellhafte Projekte im ländlichen Raum. Zur neuen Förderperiode 2021 bis 2027 hatte es im November eine Onlineveranstaltung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gegeben. Dort wurde unter anderem über das Bewerbungsverfahren informiert.

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Bis zum 15. Februar können Regionen ihr Interesse an Leader 2021 bis 2027 bekunden. In der darauffolgenden etwa einjährigen Bewerbungsphase erstellen sie ihre Regionalen Entwicklungskonzepte, die als Grundlage für das Auswahlverfahren und die Arbeit der neuen Leader-Aktionsgruppen dienen.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim