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Leserbrief - Zu „Felsiger Untergrund führt zu Reduzierung der Parkplätze“ (FN 15. Juli) Reduzierung führt nicht zu Konsequenzen

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Im Zeitungsartikel wird der Verlauf der Gemeinderatssitzung bezüglich der „Zwillingstürme“ an der Rothenburger Straße in Creglingen fast komplett wiedergegeben. Es fehlt eigentlich nur die Feststellung eines Stadtrates, dass neben den drei wegfallenden Plätzen – in der „Tiefgarage“ entfallen sieben, vier davon entstehen durch eine Umgruppierung auf dem Grundstück neu – weitere Parkplätze (geschätzt zwei bis drei) entlang der Rothenburger Straße wegfallen werden, die jetzt schon genutzt werden und auch für die gegenüber liegende Physiotherapie-Praxis wichtig wären. Diese Feststellung schien jedoch nur auf wenig Verständnis und auf kein Gehör zu stoßen. Es wurde jedenfalls kein Wort darüber verloren und nach kurzem, betretenem Schweigen zum nächsten Punkt übergegangen.

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Auch ein Einwand von Stadträtin Daniela Pfeuffer blieb unerwähnt. Sie stellte die Überlegung an, wie es denn sein könne, dass ein erfahrener Bauunternehmer, der den Untergrund fachkundig hatte prüfen lassen müssen, erst jetzt – nach der erteilten Baugenehmigung – feststellt, dass er doch nicht so weit ausgraben könne, wie in den Plänen vorgesehen. Wie hoch werden die Türme am Ende wirklich?

Die unterschiedlichen Höhenangaben werden zu Recht kritisiert. Die Wohnbau Paulus GmbH verwendet beim Haus der Klägerin Höhenangaben, die von denen in den amtlichen Bauplänen der Klägerin deutlich abweichen. Damit stünde das Haus keineswegs so hoch, wie auf dem Bild im Artikel bzw. im Plan des Bauträgers dargestellt. Diese „geringfügige Abweichung von der Realität“ beträgt mehr als ein halbes Stockwerk und wirkt sich deutlich aus, auch wenn nach Aussage des Bürgermeisters niemand ein „Recht auf Sonne“ oder ein „Recht auf freie Sicht“ hat.

Die dann folgenden Aussagen des Bürgermeisters, „Stuttgart will“ (die Nachverdichtung) und „Weikersheim und Igersheim bauen auch so“, taugen als Argument für das Bauprojekt wenig bis gar nichts. Stuttgart drückt seinen Willen in Rahmenrichtlinien aus, die vor Ort von den Bürgermeistern und seinen Kontrollgremien mit Leben zu füllen sind. Man muss sich also Gedanken machen, wie sich ein geplantes Projekt in die bestehende Substanz einfügt und wie man das Zusammenleben in seiner Gemeinde zur Zufriedenheit aller organisieren könnte. Dazu sind sicher auch Kompromisse notwendig, Vorschläge dazu gab es. Ein fertiges Projekt mit aller Gewalt in ein „ohnehin inhomogenes Wohngebiet“ zu pflanzen, ist auf jeden Fall der falsche Weg.

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Wenn drei- oder vierstöckige Wohnblöcke in Weikersheim oder Igersheim zu integrieren sind, ist das gut, aber nicht unbedingt genau so auf Creglingen zu übertragen. Hier wird es zu einer weiteren „Bausünde“.

Sieht man sich die meisten Bauvorhaben des Investors an, fügen sie sich harmonisch in die Bebauung der Gemeinden ein. Dies ist wahrscheinlich der Fall, weil er sich an die vorgeschriebenen Bebauungspläne halten musste. In der Rothenburger Straße ist es aber so, dass der Bebauungsplan nach den Wünschen des Investors geändert wurde und man sich da schon die Frage stellen muss, warum das gerade für die Paulus GmbH möglich gemacht wurde. Wäre bei einem Privatmann diese Verfahrensweise auch so genehmigt worden oder hätte dieser sich an den bestehenden Bebauungsplan halten müssen? Aber wie es immer so ist, bekam der Bürgermeister auch hier wieder seinen Willen, ohne dass die vorgetragenen Gegenargumente in irgendeiner Weise Berücksichtigung gefunden hätten, außer bei den drei Nein-Stimmen.

Wem die Vorstellungskraft fehlt, wie hoch die „Zwillingstürme“ werden, der braucht sich nur die Stützmauer an der neuen Senioren-Wohnanlage am Craintaler Weg vor Ort einmal anzusehen. Die Türme werden – einschließlich der ebenerdigen Tiefgarage – gut dreimal so hoch. Sie machen das bisher einigermaßen ansehnliche Wohngebiet erst „inhomogen“, nicht zusammenpassend oder nicht harmonisch.

Eine mögliche Konsequenz wäre zum Beispiel, die Anzahl der Wohnungen bzw. der Stockwerke zu reduzieren. Dann würden die Türme besser in das Gebiet passen, die Parksituation würde sich leicht entspannen und die Betroffenen könnten auch mit der Situation leben. Aber der Umgang mit Regeln, sei es das Aufstellen, das Einhalten und die Kontrolle ist schwierig, das zeigt sich nicht nur an dem Projekt an der Rothenburger Straße.

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