Besondere Aktion - „Ohne Kunst und Kultur wird’s still“ hat auch im Taubertal einen Ableger / Auf die prekäre Lage in der Branche aufmerksam machen Plattform für „Kultur-Gesichter Tauber“

Von 
Arno Boas
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Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte. Nach diesem Motto handelt die Initiative „Ohne Kunst und Kultur wird’s still“, die auch im Taubertal einen Ableger hat. Sie will Kulturträgern Gehör verschaffen.

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Rothenburg. Kunst und Kultur haben viele Gesichter. Eines dieser Gesichter ist Johannes Keitel. Zusammen mit Gleichgesinnten hat er die bundesweite Aktion „Ohne Kunst und Kultur wird’s still“ ins Taubertal geholt – unter dem Motto „Kultur-Gesichter Tauber“. Hier bekennen sich Musiker, Clubbesitzer, Kulturmanager oder Theaterleute in Schwarz-Weiß zur bunten kulturellen Vielfalt.

Zur Aktion „Ohne Kunst und Kultur wird’s still“

Der lokale Ableger der Initiative „Ohne Kunst & Kultur wird’s still“ wurde initiiert vom Rothenburger Verein Grenzkunst, von der Format „F“ GbR, von „KombinatBlau“ aus Neusitz und vom Rothenburger Fotografen Tim Kiertscher.

Jede und jeder, der mit Kultur zu tun hat, kann sich beteiligen, indem er sich vom Fotografen Tim Kiertscher ablichten lässt. Das in schwarz-weiß gehaltene Foto wird dann unter der Adresse https://www.facebook.com/KulturgesichterTauber-102342715087162 veröffentlicht.

Die Aktion will auf die prekäre Lage all derer aufmerksam machen, die im Kulturbereich tätig sind – egal, ob professionell oder ehrenamtlich.

Die Terminvergabe erfolgt über folgenden Link: https://calendly.com/sensation-red/ohnekunstundkulturwirdsstill).

Die Teilnahme an der Aktion ist kostenlos. abo

„Wir wollen sämtliche Menschen, deren Herz an der Kunst und Kultur hängt und diese selbst mit gestalten, ganz gleich in welchem Umfang oder welcher Professionalität, in einer Fotografie porträtieren und dieses Bild auf eine gemeinsame Plattform stellen“, sagt der Rothenburger Kulturmanager und Veranstaltungstechniker im Gespräch mit den FN.

„In der momentanen Stille wollen wir gemeinsam eine Aktion setzen, ein Statement für die Kunst und Kultur und deren Relevanz für unser gesellschaftliches Zusammenleben“, sagt Johannes Keitel. Idealerweise werde so ein Bewusstsein geschaffen für die aktuelle Situation der Kunst- und Kultur-Szene und dabei die Menschen, die diese gestalten, sichtbar gemacht.

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All jene, deren Lebensinhalt mit der Kunst und Kultur verbunden sei, gingen gerade durch eine außergewöhnlich beschwerliche Zeit, so Johannes Keitel. „Wenn wir so weitermachen, dann wird es ganz still“, lautet seine Befürchtung. Deshalb sei es wichtig, einen gemeinschaftlichen Weg aus der Krise zu finden. Die Aktion verstehe sich nicht in erster Linie als politische oder ideologische Plattform. „Wir wollen vielmehr einzelne Gesichter zeigen, denn die Kulturszene ist vielfältiger, als mancher meint, und deshalb sind auch sehr viele Menschen betroffen, ob nun Caterer, Tanzlehrer, Liedermacher oder Ticketing-Agenturen“.

Wie lange die Aktion laufen soll, steht noch nicht definitiv fest. „Die Resonanz ist sehr gut“, berichtet Johannes Keitel. Und so können sich Interessierte weiterhin beteiligen. Die Termine beim Fotografen verlaufen Corona-konform. Vor allem hoffen die Initiatoren darauf, dass jeder Beteiligte die Aktion auf Kanälen wie Facebook oder Instagram weiterverbreitet. Je größer die Reichweite, desto größer die Wahrnehmung, so die Hoffnung.

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Wie stark die Kultur auf null heruntergefahren wurde, weiß Johannes Keitel aus eigener schmerzlicher Erfahrung. Er engagiert sich im Verein „Grenzkunst“, der seit 2013 in Rothenburg besondere Kulturveranstaltungen wie das Elektrofestival „Sundowner“ in der Tagungsstätte Wildbad oder das „Eulenflug“-Festival bei Nordenberg auf die Beine stellt.

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Erfreulich sei, dass fast alle Kartenbesitzer des 2020 ausgefallenen „Sundowner“-Konzerts ihre Karten behalten haben, was auch ein Zeichen großer Solidarität sei, freut sich Johannes Keitel. Auf 2021 verschoben werden musste zudem das klassische „RaumZeit“-Konzert, das nun voraussichtlich am 5. Juni 2021 auf dem Rothenburger Marktplatz stattfinden soll. Und das 2020 ebenfalls ausgefallene Eulenflug-Festival ist auf August 2021 verschoben worden.

Bleibt letztlich vor allem die Hoffnung, dass sich die Lage bis zum Sommer bessert . . .

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim