Creglinger Firma Wirthwein

Neue Gesellschaftsform legt Fokus auf internationales Selbstverständnis

Umwandlung von einer AG in eine SE vollzogen. „Offene Unternehmenskultur fördern“

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Der Wirthwein-Stammsitz in Creglingen: Die Wirthwein AG ist mit Wirkung zum 16. Januar in die europäische Rechtsform „Wirthwein SE“ umgewandelt worden. © Wirthwein SE

Creglingen. Mit der Umwandlung ihrer Gesellschaftsform will die Creglinger Wirthwein AG ihr internationales Selbstverständnis zum Ausdruck bringen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, habe die Inhaberfamilie Wirthwein bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober letzten Jahres über die Umwandlung der Wirthwein Aktiengesellschaft in die neue Rechtsform einer SE entschieden.

Nach ihrem lateinischen Namen „Societas Europaea“ sei die Rechtsform der SE eine auf europäischem Recht gründende supranationale Rechtsform, die die Bildung einer offenen und internationalen Unternehmenskultur fördern solle.

Der Rechtsformwechsel von einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) bringe „das Selbstverständnis des Familienunternehmens Wirthwein als europäisch ausgerichtetes Unternehmen mit Sitz in Creglingen auch äußerlich zum Ausdruck“, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Anerkannte Rechtsform

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Mit der Umwandlung in eine SE wolle man zudem „eine europaweit anerkannte Rechtsform für die in Deutschland ansässige Gruppen-Obergesellschaft als Basis für das weitere Wachstum in Deutschland wie auch international“ schaffen. Gleichzeitig betont Marcus Wirthwein: „Wirthwein wird seinen Sitz und die Hauptverwaltung auch nach dem Formwechsel in eine SE in Creglingen beibehalten.“ Die so genannte „Societas Europaea“ sei inzwischen eine beliebte und gängige Rechtsform, ließ das Unternehmen wissen. Viele namhafte Gesellschaften aus den unterschiedlichsten Branchen hätten mittlerweile den Weg in die SE beschritten. Seit 2004 existiere diese Rechtsform. Inzwischen gebe es mehrere Tausend SE-Gesellschaften in Europa, Tendenz weiter steigend. Die Rechtsform der SE sei dabei nicht nur für große kapitalmarktorientierte Unternehmen geeignet, sie sei besonders auch für mittelständische Familienunternehmen als Alternative zur regulären deutschen AG interessant. „Die SE ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität in der Governance-Struktur und ist besonders geeignet, den Charakter als Familienunternehmen nachhaltig zu wahren“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die SE habe international ein positives Image als supranationale Rechtsform.

Arbeitsverhältnisse unberührt

„Wir haben diese Rechtsform daher auch gewählt, um unsere europäische bzw. internationale Ausrichtung zu unterstreichen“, betont Wirthwein. An der Rechtsform der übrigen Konzerngesellschaften werde sich durch die Umwandlung nichts ändern. Alle Arbeitsverhältnisse in der Unternehmensgruppe blieben von der Umwandlung unberührt. Die in der Unternehmensgruppe bestehenden betrieblichen Arbeitnehmervertretungen blieben ebenso erhalten. Die neue Rechtsform sei Anfang der Woche in das Handelsregister eingetragen worden: Seit Montag, 16. Januar firmiert die Wirthwein AG unter dem Namen Wirthwein SE.