Teil-Lockdown - Die Creglinger Geschäftswelt will der Krise trotzen / Mehrwertsteuer-Senkung beflügelt Alltagsgeschäft kaum Mit Kreativität gegen den Internet-Boom

Von 
Arno Boas
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Creglingens Einzelhändler und Gewerbetreibende trotzen dem Lockdown so gut es geht. © Boas

Auch die Creglinger Geschäftswelt leidet unter dem erneuten Teil-Lockdown. Um gegen die Konkurrenz aus dem Internet bestehen zu können, ist umso mehr Kreativität gefragt.

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Creglingen. Der Frust über den erneuten Teil-Lockdown sitzt auch in der Creglinger Geschäftswelt tief. „Wir haben alles getan, um gut durch die Krise zu kommen, um die Kunden, die Mitarbeiter und sich selbst zu schützen“, sagte Manuela Naser, die Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins Creglingen auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten.

Man habe alle Regeln und Vorgaben befolgt und doch hätten nun durch den erneuten Lockdown viele Gewerbetreibende wieder immense Einschränkungen. Die zu Bäckereien gehörenden Cafés, das Eiscafé sowie die Gastronomie seien geschlossen. Auch andere Gewerbetreibende hätten kaum noch oder gar keine Kunden mehr.

Alle Maßnahmen umgesetzt

Kein Wunder, wenn diese schwierige Lage auf die Stimmung drückt, wie Manuela Naser bei einer Umfrage unter den Mitgliedern des Gewerbe- und Handelsvereins erfuhr.

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Schon beim ersten Lockdown wurden die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt, wie Desinfektionsständer und Plexiglasscheiben aufgestellt, die Zahl der Kunden in den Läden begrenzt und die Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht befolgt.

All das habe sich schon eingespielt, und doch hätten all die Maßnahmen nicht den erhofften Erfolg gebracht, so die Vereinsvorsitzende bedauernd mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Zahlen. Vieles werde telefonisch geklärt und besprochen, wenn ein direkter Kontakt nicht nötig sei, berichtet Manuela Naser. „Zum Glück kommen die Kunden weiterhin in die Läden, um ihre Lebensmittel und Haushaltsartikel zu kaufen. „Die Verbraucher sollten sich darüber bewusst sein, dass sie bei einem Einkauf vor Ort dauerhaft die eigene Versorgung und die Arbeitsplätze in ihrer Region sichern“, hob Manuela Naser hervor.

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Leider werde durch die Lockdown-Maßnahmen der Online-Verkauf gestärkt. „Viele Einkäufe – wie etwa Spielwaren, Bücher, Geschenkartikel, Elektroartikel, Bekleidung, Arzneien oder Kosmetik – werden jetzt noch mehr über das Internet getätigt“, befürchtet die Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins.

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Da hat auch die befristete Senkung der Mehrwertsteuer nicht viel bewirkt. „Im Alltagseinkauf ist das nicht spürbar“, berichtet Naser von den Erfahrungen ihrer Vereinsmitglieder. Bei größeren Anschaffungen hingegen werden in einigen Fällen Investitionen vorgezogen.

Auch der Ausfall des Weihnachtsmarktes wird für einen Rückgang des Umsatzes sorgen, da er als einer der ersten im Advent stets eine große Zugkraft hatte.

Es werde schwer, diesen Ausfall etwa durch Aktionen zu kompensieren, glaubt Manuela Naser. Denn viele Kollegen würden sich schwer tun mit Aktionen, da ja nichts organisiert werden dürfe, was viele Menschen zusammenbringt beziehungsweise anlockt.

Gutscheine

Deshalb ist die Kreativität der Gewerbetreibenden gefragt. „Es muss was sein, das im Tagesgeschäft umsetzbar und ein echter Kracher ist“, meint Manuela Naser. Das sei allerdings schwierig, da dabei viele Komponenten eine Rolle spielten. „Aber sicherlich wird es das eine oder andere Schnäppchen schon geben, da sind die Gewerbetreibenden ja immer kreativ“, betont die Gewerbevereinsvorsitzende.

Wer die lokalen Geschäfte unterstützen möchte, kann dies auch dadurch tun, dass er Gutscheine des Gewerbe- und Handelsvereins zu Weihnachten verschenkt. Erhältlich sind die Gutscheine bei der Sparkasse Tauberfranken und bei der Volksbank Vorbach-Tauber in Creglingen.

„Diese Gutscheine sind in über 70 Geschäften in Creglingen einlösbar, und das Geld bleibt in der Region und stärkt diese“, so Manuela Naser abschließend.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Bad Mergentheim